"Eigentlich war jetzt für Oktober die Einweihungsfeier des Neubaus geplant, aber das wurde wegen Corona auf Mai verschoben", erzählt die Elternbeiratsvorsitzende der Kindertagesstätte Wiesenthau-Schlaifhausen, Sabine Pirmer. Und Erzieherin Sandra Hager ergänzt: "Wir sind stolz auf unsere Kindertagesstätte und möchten sie mit der ganzen Bevölkerung feiern. Das ganze Dorf soll sie besuchen kommen, aber das ist derzeit leider nicht möglich."

Aktuell bringen die Eltern ihre Kinder mit Mundschutz und Abstand zur entsprechenden Tür. Jede der fünf Gruppen hat ihren eigenen Eingang. "Bei der Planung hat man nicht an eine Pandemie gedacht. Jetzt erweist es sich als gut, dass damals so viele Türen geplant wurden", sagt Sabine Pirmer.

So haben noch nicht alle Eltern das Innere des neuen Gebäudes sehen können. Nur die Eltern, die bei der Eingewöhnung der jüngsten Kinder im neuen Gebäude anwesend waren. Die zweijährige Johanna Weisel zum Beispiel besucht in der Kinderkrippe die Käfergruppe. Ihre Mama Barbara Weisel erzählt, dass die Kleine die gelbe Farbe an den Wänden mag, das Podest und die neuen Spiele. Ihre ältere Schwester Elisabeth besucht die Mäusegruppe im sanierten, älteren Teil.

Guter Eindruck

Barbara Weisel erzählt, dass ihr Mann bei der Eingewöhnung von Johanna dabei war. Sie selbst kennt das Gebäude nur von außen: "Das macht aber einen sehr guten Eindruck." Christian Wolfrum war bei der Eingewöhnung seines Sohnes Richard dabei: "Da hat es keine Probleme gegeben. Die neuen Räumlichkeiten sind größer und schön. Die Kinder haben sie gut angenommen." Der kleine Richard mag das neue Spielzeug, die Lese-Ecke und die Höhle. "Doch, das ist alles sehr gelungen, schön und funktional", fasst Wolfrum zusammen und erzählt, dass sein älterer Sohn Georg den Kindergarten besucht und sich immer wieder mal beschwert, weil die Zeit so schnell um ist und er "jetzt schon" abgeholt wird.

Für die Sanierung und den neuen Anbau hat die Gemeinde Wiesenthau fast zwei Millionen Euro in die Hand genommen. "Nach einer Bedarfsumfrage durch die Gemeinde hat man erkannt, dass der Platz nicht reicht", erzählt Sandra Hager. Zuerst entstand die Löwengruppe, die temporär im Turnraum untergebracht war. Der alte Bau aus dem Jahr 1987 wurde saniert und 2019 mit dem Neubau begonnen. Dieser entstand auf der Fläche des alten Spielplatzes und die Kindertagesstätte erhielt einen neuen. "Ich denke, dass das ein gelungenes Projekt geworden ist", meint Sabine Pirmer. Sie lobt die gute Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Erziehern und Eltern. "Außerdem haben wir einen guten Einstellungsschlüssel, denn in jeder Gruppe gibt es drei pädagogische Fachkräfte", berichtet Sandra Hager. Für sie und ihre Kollegen waren die vergangenen Jahre anstrengend, aber sie fühlen sich jetzt richtig wohl in "ihrer" neu gestalteten Kindertagesstätte. Auch die aktuelle Zeit sei nicht ohne. "Doch das klappt ganz gut, denn die Eltern halten sich an die Regeln und die Kinder kommen mit den Maßnahmen erstaunlich gut klar", sagt die Erzieherin. Die Kinder bleiben in ihren Gruppen und spielen nicht mit Kindern anderer Gruppen. Sabine Pirmer erzählt, dass ihre Kinder auch Mundschutz aufsetzen wollen. Sie musste sogar für die Puppe der Tochter einen nähen: "Die Kinder wachsen da rein. Für die ist das normal. Kinder sind da unkomplizierter als Erwachsene." Jetzt muss der Neubau nur noch gefeiert werden. "Da wurde so viel an Arbeit und Planung reingesteckt, da wollen wir das würdig feiern. Deshalb warten wir mit der Feier lieber noch", so die Elternbeiratsvorsitzende.