Große regionale Unterschiede bei Diabetes in Bayern zeigt der neue "Gesundheitsatlas Bayern" des Wissenschaftlichen Instituts der Allgemeinen Ortskrankenkasse AOK.

Der bildet die Häufigkeit des Diabetes mellitus Typ 2 für alle 96 bayerischen Kreise und kreisfreien Städte ab. So hatten fast 10,8 Prozent aller Einwohner im Landkreis Lichtenfels 2017 eine vom Arzt diagnostizierten Typ-2-Diabetes. Landesweit liegt der Freistaat bei einem Diabetikeranteil von 7,9 Prozent und damit unter dem bundesweiten Durchschnitt von 8,6 Prozent.

"In den Regionen in Bayern gibt es allerdings große Unterschiede beim Anteil der Typ-2-Diabetiker in der Bevölkerung", erläutert Andreas Gahn, Fachbereichsleiter Leistungen bei der AOK-Direktion Coburg.

Der niedrigste Anteil findet sich mit 5,3 Prozent im Landkreis Starnberg, der höchste mit 12,4 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch im Kreis Hof. Insgesamt zeigt sich, dass Einwohner ländlicher Regionen häufiger an Typ-2-Diabetes erkrankt sind als in städtischen Regionen. Eine Rolle spielt dabei, dass auf dem Land häufig eine ältere Bevölkerung mit einem höheren Erkrankungsrisiko lebt. In Bayern gibt es insgesamt gut eine Million Menschen mit Typ-2-Diabetes. Mehr als die Hälfte sind über 70 Jahre alt. "Mit dem Alter steigt das Risiko deutlich, an Typ-2-Diabetes zu erkranken", so Andreas Gahn. In der Altersgruppe zwischen 80 und 90 Jahren sind im Freistaat mehr als 30 Prozent der Frauen und Männer davon betroffen. Zudem zeigt sich ein Zusammenhang zwischen Diabetes und Risikofaktoren wie Adipositas sowie der materiellen und sozialen Situation. red