So richtig ins Zeug legte sich der Gemeinderat Bischberg in der letzten Sitzung im Jahr. Dreieinhalb Stunden diskutierten, berieten und beschlossen die Gemeinderatsmitglieder mit Bürgermeister Johann Pfister (BI) alleine 13 Tagesordnungspunkte im öffentlichen Teil, mehr als eine Stunde davon über den Feuerwehrbedarfsplan. Diesen stellte Kreisbrandinspektor Thomas Renner, unterstützt von Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann dem Rat vor.

Grundsätzlich seien, so betonten die Verantwortlichen, die Feuerwehren der Gemeinde Bischberg gut aufgestellt und das vorhandene Gerät in einem guten Zustand. Zusammenfassend sieht der Feuerwehrbedarfsplan der Gemeinde Bischberg für die nächsten sechs Jahre vor allem Investitionen im Fuhrpark der drei Gemeindefeuerwehren, in der Ergänzung der Ausstattung und dem Neubau von Feuerwehrhäusern vor. Dabei stehen hohe Investitionen im Raum. Für die Sanierung und die Erweiterung von Feuerwehrhäusern sieht der Plan zwischen einer und 1,5 Millionen Euro vor, für in die Jahre gekommene Feuerwehrfahrzeuge wurden 1,1 Millionen Euro veranschlagt. Einstimmig beschloss der Gemeinderat, entsprechende Haushaltsmittel im Haushalt 2020 und im Finanzplan der Folgejahre einzuplanen, vorbehaltlich einer positiven Haushaltslage.

Geändert werden soll auch der Bebauungsplan "Industriegebiet Trosdorf". Hier plant die Lidl Dienstleistung GmbH, Neckarsulm, auf dem Gelände des ehemaligen Thomas-Philipps- Sonderpostenmarktes die Errichtung eines Einkaufsmarktes mit einem Drogisten oder einem ergänzenden Einzelhandel. Hierfür soll das bestehende Gebäude des ehemaligen Philipps-Sonderpreisbaumarkts teilweise abgerissen werden, wobei die bestehende Spielothek erhalten bleiben soll. Mit 15:1 Stimmen beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung eines Erschließungsvertrags mit der Firma Lidl, der danach dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt wird.

Der Geltungsbereich beträgt 1,22 Hektar, wird im Norden durch landwirtschaftliche Flächen bzw. Campingplatz, im Osten durch landwirtschaftliche Fläche, im Süden durch die B 26 und im Westen durch das angrenzende Industriegebiet umgrenzt. Mit der Fertigstellung ist 2021 zu rechnen.

Ändern wird sich auch das Erscheinungsbild im Bereich der Hauptstraße, Verlängerung Kastanienweg (ehemaliges Gasthaus Schwappach). Hier beabsichtigt der Erschließungsträger Planen & Bauen Keller GmbH aus Hallstadt die Errichtung von Wohnbebauung und den Bau eines Gesundheitszentrums (Reha, ärztliche Betreuung, betreutes Wohnen, Pflege) als Sondergebiet. Vor Umsetzung der Erschließungsmaßnahmen, die vom Erschließungsträger getragen werden, soll die vorhandene Bebauung abgerissen werden. Der Gemeinderat stimmte dem Vorhaben mit dem Abschluss eines Durchführungs- und Erschließungsvertrages einstimmig zu.

Vergeben wurden auch die Straßenbau-, Kanal- und Wasserleitungsarbeiten in der Pelzerstraße in Trosdorf. Bei zehn Anbietern erhielt eine Stettfelder Baufirma für 516 239 Euro den Zuschlag, der teuerste Anbieter lag hier bei stolzen 936 000 Euro. Positiv beschieden wurde der Bauantrag auf Erweiterung und Umbau des Bestandsgebäudes "Norma" im Industriegebiet Trosdorf.

Wassergebühren neu kalkuliert

Neu kalkuliert werden auch die Verbrauchsgebühren für Wasser und Abwasser, die satzungsgemäß kostendeckend sein müssen. So blieb dem Gemeinderat nichts übrig, als mit 14:2 Stimmen einer Erhöhung der Verbrauchsgebühr für Wasser von 1,63 €/cbm auf 2,09 €/cbm netto, zu erhöhen. Der Bruttopreis beträgt dann ab 1. 1. 2020 brutto 2,24 €/cbm. Aufgrund des abgelaufenen Kalkulationsraums musste auch die Einleitungsgebühr (Abwasser) neu kalkuliert werden. Einstimmig diesmal stimmte der Rat einer Erhöhung der Einleitungsgebühr von 2,52 €/cbm auf 2,87 €/ cbm ab 1. Januar 2020 zu.

Über die Ergebnisse der Bürgerversammlungen berichtete der Bürgermeister. Ein Thema waren hier die Kosten für eine zentrale Wasserenthärtungsanlage. Mit 12:4 beschloss der Gemeinderat, der Firma Veolia Water Technologies aus Bayreuth im Benehmen mit der Höhnen & Partner Ingenieuraktiengesellschaft ein Angebot für die Machbarkeitsstudie zu erstellen.

Als Projekte für das nächste Jahr nannte Pfister die Dorferneuerung Tütschengereuth mit der Fertigstellung des Dorfgemeinschaftshauses, den Ausbau der Pelzerstraße in Trosdorf, den Beginn der Bauarbeiten für die vierte Kindertageseinrichtung St. Matthäus, die Generalsanierung des Bischberger Hallenbads, die Erneuerung des Spielplatzes Gartenstraße in Trosdorf und die Teilsanierung der Mittelschule Bischberg.