Gemüsegärten in der Stadt sind wieder im Kommen und an vielen Orten wieder angelegt bzw. aktiviert worden - auch in Kronach. So bewirtschaften die Kinder der Bund-Naturschutz-Kindergruppe "Große Mausohren" den Vorgarten eines unbewohnten Anwesens nun schon über vier Jahre und sie werden es weiter tun, solange es keine andere Nutzung des Grundstückes gibt.

Für das neue Gartenjahr heißt es deshalb, besonders hinzuschauen, wahrzunehmen, zu beobachten, was sich ändert, zu überlegen, umweltgerecht etwas anders und besser zu machen und der Natur mit ihren Gesetzen ihren Lauf zulassen. Nährstoffwandel, Klimawandel, Wertewandel - selbst in einem kleinen Garten ist einiger "Wandel" angesagt und Thema für die monatlichen Gartennachmittage. Mit dem neuen Jahresprogramm lädt die BN-Kindergruppe Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren zu ihren Treffen ein.

Das erste Treffen für alle interessierten Kinder und gartentatkräftigen Mitarbeiter findet am 22. Januar statt mit dem Vorhaben einen festen Back-, Koch- und Grillofen aus Stein zu bauen. Er braucht auch ein abnehmbares Dach, also warten auch Zimmermannsarbeiten. Nach getaner Arbeit gibt es den ersten Punsch oder Fladen vom neuen Koch- und Backofen.

Wegebau ohne Versiegeln

Wenn es nicht friert, geht es am 19. Februar an den Wegebau mit vielen Varianten, aber einem Tabu: Kein Weg darf den Boden versiegeln! Deshalb sind nur wasserdurchlässige Wegbaumaterialien wie Sand, Rindenmulch, Holzpflaster im Einsatz. Bei Frost findet ein Tausch mit dem nächsten Thema statt, das lautet: "Hausgärten im Wandel". Am 25. März wird dazu ein Spaziergang durch ein Wohngebiet unternommen und über Gartenzäune geschaut. Wohin geht aktuell der Gartentrend - zu Nutzgärten mit Eigenversorgung oder zum schön aussehenden Ziergarten? Bei dem ungewöhnlichen Spaziergang werden Gartennutzungsarten sowie Gemüse- und Obstgärten gezählt, ausgewertet und dokumentiert.

Jedes Jahr werden zu einem dringend notwendigen Gartensamstag, diesmal am Samstag, 4. April, von 11 bis 13 Uhr ein paar Helfer mehr gebraucht für Neu- und Umbau des Komposts als "Kompostierbaren Kompost" - über Eck gebaut und geflochten aus Ästen von Weide und Haselnuss. Ob die kleinen Recyclinghelfer im Kompost auch am Arbeiten sind, lässt sich mit Licht, Lupe und Binokular kontrollieren.

Am 29. April geht es an das erste Aussäen. "Klimawandel im Garten?" Welche Gemüsesorten gedeihen dieses Jahr? Wird es zu trocken, zu nass, zu warm, zu kalt? Man kann nicht das Gartenjahr voraussagen, aber mit Sortenauswahl experimentieren und es vielleicht mit Pfirsich, Paprika, Süßkartoffeln und Erdnüssen im Garten probieren.

Alte Stühle für draußen

Am 27. Mai werden vielleicht "Uralte Küchenstühle - neue Gartenklappstühle". Was schon hundert Jahre gehalten hat, hält auch noch viele Gartenjahre und sogar manchen Regen aus! Alte Stühle vom Gebrauchtmarkt geholt, erhalten individuelle Sitzflächen, Lehnen und Design mit Weidenzweigen, Farbe und mit wetterfestem, selbst angefertigtem Bienenwachstuch. Plastik ade!

Am 24. Juni wird "Renaissance von Brennnessel und Holunder" gefeiert. Sie fehlten in keinem Hausgarten und halten neu Einzug. Es gibt schon einmal ein Testessen: Spaghetti mit Brennnessel-Pesto, dazu Holunderlimonade. Da bekommt auch der Kochofen etwas zu tun, werden Gartenessplatz und Geschirrschrank eingeweiht.

Am 22. Juli lautet die Frage: "Wasserknappheit oder Überfluss?" Sind die Regentonnen gefüllt oder leer? Hat der Fluss noch Wasser? Es wird ein Regenmesser und eine spielerische Wasserversorgungsleitung aus Holunder gebaut, ein Sommerferiengartengießplan aufgestellt und schon einmal im Trockenen das Gartengetreide geerntet.

Nach den Sommerferien beim nächsten Treffen am 3. September gibt es sicher einiges zu ernten. Motto: "Ernte gut - alles gut?" Die Ernte wird diesmal dokumentiert. Gibt es ihn - den Klimawandel im Garten und in der Küche?

"Pflanzenpapier aus dem Garten" wird aus faserigen Stängeln von Getreide und Brennnessel hergestellt. So wird der Garten am 21. Oktober einmal zur Papiermühle, oder besser: das Flussufer der Kronach, dort entstehen geschöpfte Papiere ganz kreativ und individuell.

Bald ist Weihnachtszeit und am 25. November Zeit für "Gartenprodukte für den Weihnachtsmarkt" geflochten, gerippelt, geschnitten, gefärbt, gefeilt, gebunden entstehen Weihnachtsdinge aus dem Garten.

Weihnachtsmarkt im Garten

Am 5. Dezember, dann von 14 bis 16 Uhr, ist erster Weihnachtsmarkt im Garten - vielleicht "Der andere Weihnachtsmarkt". Stände werden aus Holz gezimmert mit bunter Stoffbahn als Dach und heimeliger Beleuchtung.

Information und Anmeldung bei der Bund-Naturschutz-Kindergruppe bei Susanne Meier unter der Telefonnummer 09261/9652569 oder bei Elisabeth Hoffmann unter Tel. 09261/506890. Treffpunkt ist immer von 16.30 bis 18.30 Uhr im Garten Andreas-Limmer-Str./Ecke Mangstraße. red