Veronika Schadeck

Die Zahl der Wildunfälle im Landkreis Kronach ist trotz so mancher Anstrengungen in die Höhe geschnellt. Wie bei einer Versammlung am Donner stabend im Gasthof Diller vom Teamleiter "Wild und Straße", Klaus Riedel, zu hören war, wurden im abgelaufenen Jahr über 500 Wildunfälle gemeldet. Ein Jahr zuvor waren es 400 Wildunfälle, vor drei Jahren waren es rund 300.
Warum nehmen Wildunfälle zu? Da wurden mehrere Gründe genannt. So war unter anderem von einer steigenden Verkehrsdichte im Landkreis die Rede, von zunehmend gut ausgebauten Straßen und damit verbundenen schnelleren Geschwindigkeiten.
Horst Böhm brachte gar die Zeitumstellung mit Wildunfällen in Zusammenhang. Er könne sich durchaus vorstellen, dass das Wild beispielsweise im Winter zu einer bestimmten Zeit, wenn der Verkehr noch nicht angelaufen ist, die Straßen überquert. Wenn dann die Uhr eine Stunde vorgesellt wird, ist auf einmal eine Verkehrsbelebung vorhanden. "Das Wild kennt aber keine Uhr!"
Zur Verringerung von Wildunfällen, so war zu hören, trügen auch speziell aufgestellte Schilder mit dem Hinweis auf "Wildwechsel" bei. Wie zu erfahren war, passieren die meisten Wildunfälle in den frühen Morgen- oder Abendstunden. Das liege daran, weil die Wildtiere dämmerungsaktiv seien.
Klaus Riedel sprach davon, dass man mithilfe von sogenannten Reflektoren, die an die Straßenbegrenzungspfosten angeschraubt werden, das Wild von den Straßen fernhalten könne. Es werden verschiedene Farben angeboten. Dazu gibt es die Möglichkeit, mithilfe eines Duftzaunes das Wild abzuschrecken. Die Maßnahmen seien nicht ganz billig und werden von der Jägerschaft privat bezahlt.
Riedel betonte, dass insbesondere die Straßenbaulastträger gefordert seien, gleich bei der Planung von Straßen an das Wild zu denken und möglichst Maßnahmen wie geeignete Wildwarner mit einzuplanen.
Es kam bei der Versammlung auch die Frage auf, ob denn nicht die Straßenbaulastträger zumindest einen Teil der Kosten für Wildunfallverhütung tragen könnten. Hier meinte Horst Deuerling vom Staatlichen Bauamt Bamberg, Servicestelle Kronach, dass die Jagdpächter die Kosten zu tragen haben. Er könne aber nur von Bundes- und Staatsstraßen sprechen. Anderes sehe es bei den Kreisstraßen aus, so Gunter Dressel von der Tiefbauverwaltung im Landratsamt. Der Landkreis unterstütze solche Maßnahmen.
Es kam bei der Versammlung auch zum Ausdruck, dass zur Prävention von Wildunfällen die Aufklärung und Informationen an die Verkehrsteilnehmer beitrage.
Eine gedrosselte Geschwindigkeit bei höherer Aufmerksamkeit in den betroffenen Gebieten trage zum Schutz von Mensch und Tier bei. In diesem Zusammenhang kritisierte Waldemar Schneider, dass die Geschwindigkeitsbeschränkungen von 80 km/h in gefährdeten Gebieten oftmals von den Kraftfahrern zwischen Mitwitz und Leutendorf nicht eingehalten würden.