Der Mindestlohn steigt ab Januar 2019 um 35 Cent auf jetzt 9,19 Euro pro Stunde - und mit ihm der Verdienst von 1210 Menschen im Landkreis Haßberge. So viele Beschäftigte arbeiten hier derzeit zum gesetzlichen Lohn-Minimum. Auch die Wirtschaft im Kreis soll profitieren: Die Kaufkraft wächst durch das Mindestlohn-Plus in diesem Jahr um rund 274 000 Euro. Das teilte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit; sie beruft sich auf eine aktuelle Analyse des Pestel-Instituts aus Hannover, das die Auswirkungen der Mindestlohn-Entwicklung regional untersucht hat.

Bei seiner Einführung 2015 lag der gesetzliche Mindestlohn bei 8,50 Euro pro Stunde. Laut Gesetz steigt er alle zwei Jahre. Wie hoch das Plus ist, hängt besonders von der Entwicklung der Tarifverdienste ab, so die NGG. Nach Berechnungen des Pestel-Instituts hätte ein höherer Mindestlohn starke Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft: Würde der gesetzliche Mindestlohn um einen weiteren Euro - auf 10,19 Euro - steigen, wäre damit im Kreis Haßberge ein Anstieg der Kaufkraft um 2,5 Millionen Euro im Jahr verbunden. Davon würden dann sogar rund 3100 Menschen profitieren - neben den bisherigen Mindestlohnempfängern auch die Beschäftigten, die derzeit für einen Stundenlohn arbeiten, der nur knapp oberhalb des gesetzlichen Mindestlohns liegt. red