Der im vergangenen Jahr abgeschlossene Bebauungsplan "Schleifwegäcker" für Schirnsdorf musste in der Sitzung des Mühlhausener Gemeinderats am Dienstagabend erstmals geändert werden. Mit der aktuellen Bauleitplanung werden in dem Ortsteil der Marktgemeinde Mühlhausen neun Baugrundstücke ausgewiesen.

Die Bebauungsplanänderung, die sich nach den Worten von Bürgermeister Klaus Faatz ( CSU ) auf "öffentliche Flächen" bezieht, wurde in der Sitzung ausführlich, aber auch kontrovers diskutiert. Dabei ging es um die Straße, die durch das in Richtung Horbach geplante Baugebiet führt. Bei einer Straßenbreite von 4,50 Metern und einem Mehrzweckstreifen (oder Gehweg) von 1,50 Metern werde eine Breite von sechs Metern benötigt, so Faatz. Im ursprünglichen Bebauungsplan seien jedoch acht Meter vorgesehen. Somit würden zwei Meter nicht für die Straße benötigt, müssten aber künftig gepflegt werden. Das mache keinen Sinn.

Die beabsichtigte Änderung sieht nun vor, die künftigen Bauflächen an die Verkehrsflächen anzubinden. Andernfalls könne es zu Problemen bei der Vermarktung der Grundstücke führen, erläuterte der planende Ingenieur Georg Schreiber . Außerdem galt es festzulegen, an welcher Stelle Ausweichmöglichkeiten und Erhöhungen der Fahrbahn zum Zwecke der Verkehrsberuhigung geschaffen werden sollen. Der Wunsch nach einer Verkehrsberuhigung sei - wegen der Lärmbelästigung - von den Anwohnern der Ortsstraße gekommen, so Schreiber.

Um den Verkehr im geplanten Baugebiet zu verlangsamen, schlug Schreiber den Einbau von erhöhten Elementen vor, die auch optisch hervortreten. Nicht nur das Für und Wider solcher Einbauten, sondern auch die Breite der geplanten Straße entfachte eine lebhafte Diskussion. Bürgermeister Faatz gab zu bedenken, dass die Straße im neuen Baugebiet auch mit der Weiterführung in Richtung Horbach in Einklang gebracht werden müsse. Andernfalls würde dies das Flurbereinigungsverfahren beeinträchtigen.

Bedenken gegen die vorgelegte Planung äußerte vor allem Zweiter Bürgermeister Alexander Schüpferling (FW). Beim Beschluss am Ende stimmte er auch dagegen. Nach Schüpferlings Worten ist die 4,50 Meter breite Straße für landwirtschaftliche Fahrzeuge mit einer Breite von drei Metern einfach zu schmal. "Wir dürfen die Situation für die Landwirtschaft nicht verschlechtern. Die gibt es schon länger als das Baugebiet ", betonte er. Aus Richtung Horbach komme sehr viel Verkehr. "Schon aus Protest" werde mancher deshalb sein Fahrzeug am Straßenrand parken.

Wer auf der Straße parke, müsse eine Durchfahrtsbreite von drei Metern einhalten, antwortete Bürgermeister Faatz. Die Straßenbreite orientiere sich an der geplanten Dorferneuerungsmaßnahme. Der Straßenverlauf der Dorferneuerung werde im neuen Baugebiet fortgeführt.

Am Ende wurde beschlossen, die Schwelle zur Verlangsamung des Verkehrs am westlichen Ende des Plangebiets vorzusehen. Dort soll auch - an der südlichen Straßenseite - die Ausweichstelle für den Begegnungsverkehr geplant werden. Einigkeit herrschte darüber, dass der Gehweg oder Mehrzweckstreifen an der Nordseite der geplanten Straße ausgeführt werden soll.