Für den Anschluss des Weisendorfer Ortsteils Schmiedelberg an die öffentliche Abwasseranlage der Stadt Erlangen (Überleitung) sind Veränderungen des bestehenden Systems nötig. Wie Tiefbauingenieur Jürgen Wagner am Montagabend in der Sitzung des Weisendorfer Gemeinderats erläuterte, laufen die wasserrechtlichen Erlaubnisse für die Einleitungen aus den Abwasserreinigungsanlagen der Ortsteile Oberlindach und Schmiedelberg zum Jahresende ab.

Die Gemeinde Weisendorf ist bereits mit ihren Ortsteilen Weisendorf , Kairlindach, Reinersdorf, Neuenbürg, Reuth, Mitteldorf, Sauerheim und Sintmann über den Sammler des Abwasserverbandes Seebachgrund an das Klärwerk Erlangen angeschlossen. Durch eine Überleitung der Abwässer aus Oberlindach und Schmiedelberg zum Klärwerk Erlangen werde die wirtschaftliche Auslastung der Kläranlage weiter optimiert. Die Einleitung in die dortigen schwachen Vorfluter (Bäche und Gräben) entfällt. Aufgrund der unterschiedlichen Größenklassen muss das aus der Kläranlage Erlangen in die Regnitz eingeleitete gereinigte Abwasser wesentlich höhere Anforderungen erfüllen als das aus den bestehenden Abwasserreinigungsanlagen Oberlindach und Schmiedelberg eingeleitete Abwasser . Die geplante Maßnahme stelle somit eine Verbesserung dar, so Wagner.

Wie er weiter erklärte, besteht in Oberlindach im Grunde ein Mischsystem, das überwiegend in ein Trennsystem umgewandelt werden soll. Es habe sich in der Vergangenheit bereits ein „privates“ Trennsystem entwickelt, um die Weiher mit Wasser zu versorgen. Allerdings verliefen diese Kanäle größtenteils auf Privatgrund und es müssten Dienstbarkeiten eingetragen werden.

Wie der Planer erläuterte, liegen die Gesamtkosten für das Trennsystem Oberflächenkanal inklusive der Baunebenkosten bei knapp 600 000 Euro ohne Grunderwerbskosten, Wartungs-, Pflege- und Betriebskosten , Kosten der Versorgungsträger sowie für Strom- und Fernmeldeleitungen und Landschaftspflege. Friedrich Mümmler (FWW) bezweifelte die Kostenschätzung, würde die Maßnahme gerne verschieben und eine Verlängerung der wasserrechtlichen Erlaubnis bevorzugen. Nach den Worten des Planers wird es keine weitere Verlängerung mehr geben, und detaillierte Kosten können erst nach der genauen Planung genannt werden. „Ich werde mich hüten, mich in der jetzigen Zeit auf genaue Kosten festzulegen“, sagte Wagner. Der Marktgemeinderat Weisendorf stimmte dem vorgestellten Entwurf zu, die Planungen sind fortzuführen.

Die Beauftragung der weiteren Ingenieurleistungen für die Überleitung Rezelsdorf zur Kläranlage Erlangen wurde vorerst zurückgestellt. Wie Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein ( CSU ) erläuterte, seien aufgrund der Kommunalwahl 2020 einige neue Mitglieder im Marktgemeinderat , denen die bisherige Planung nicht bekannt ist. Deswegen wird der Planer in einer der nächsten Sitzungen die Planung vorstellen. sae