In Herzogenaurach wurden bereits im Februar sechs neue AED-Säulen montiert, die jetzt auch optisch sofort ins Auge fallen. Die Säulen, in denen die Geräte bereits stehen, sind durch eine neue rot-weiße Folierung an ihren Standorten gut sichtbar. Mit diesen Geräten sind auch Laien in der Lage, Leben zu retten und bei Herzproblemen die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes oder Rettungsdienstes zu überbrücken.

Auf den Säulen ist nicht nur eine neue Folie angebracht worden, sondern auch das internationale grüne Zeichen für AED-Geräte und zur Erinnerung auch noch der europaweiten Notruf 112 für Rettung und Feuer. So sollen sie dem Hilfesuchenden sofort ins Auge fallen, und er wird an die Notrufnummer der Integrierten Leitstelle in Nürnberg erinnert. Der sofortige Notruf ist wichtig, damit Rettungswagen und Notarzt möglichst schnell zur Stelle sind.

Die Geräte sind so konzipiert, dass sie dem Laien Schritt für Schritt sagen, was zu tun ist. Sie analysieren die Herztätigkeit des Patienten über Elektroden und geben einen Stromimpuls ab, wenn sie einen Schockzustand erkennen. Auch Personen ohne fachspezifische Kenntnisse sind deshalb in der Lage, einen modernen Defibrillator erfolgreich einzusetzen. Denn manchmal entscheiden Minuten über Leben und Tod. Zum Beispiel bei Herzkammerflimmern, das zum Herzstillstand führt und schnell tödlich ist, wenn es nicht unterbrochen wird.

Bürgermeister German Hacker ( SPD ) stellte zusammen mit Andreas Lambert, dem Ausbildungsleiter des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Erlangen-Höchstadt, und Thomas Heideloff, dem Rettungsdienstleiter des BRK, bei einem Pressetermin die neue Beklebung der Defi-Säule bei der Polizeiinspektion in Herzogenaurach vor.

Gezielte Stromstöße

Heideloff und Lambert erläuterten noch einmal die Funktion der Geräte . Sofortige Herzdruckmassage und Beatmungen sowie eine Defibrillation innerhalb weniger Minuten nach einem Kollaps können die Überlebensrate massiv erhöhen. Mit einem Defibrillator können durch gezielte Stromstöße Herzrhythmusstörungen behoben werden. Seit einigen Jahren sind deshalb automatisierte Geräte an verschiedenen Stellen in Herzogenaurach vorhanden und werden auch in Einsatzfahrzeugen mitgeführt. Andreas Lambert, der die Aufstellung der Geräte zusammen mit Christian Stöcker von der städtischen Gebäudewirtschaft federführend organisierte, erklärte die Standortwahl: „Überall dort, wo sie von vielen Bürgern wahrgenommen werden und wo viel Frequenz herrscht.“

Hacker freut sich ebenso wie Heideloff vom Bayerischen Roten Kreuz über die gute Zusammenarbeit bei diesem Projekt der Stadt Herzogenaurach mit dem BRK. Wie Andreas Lambert anmerkte, werden auch Lehrgänge für Interessierte angeboten, die sich mit den Geräten vertraut machen wollen. Je mehr Leute im Gebrauch der Geräte geschult werden, desto besser sei es. Die Automatisierte Externe Defibrillation kann Leben retten und die Rettungskette verbessern. „Und je mehr Geräte vorhanden sind, auch in den Ortsteilen, umso besser sind die Rettungsaussichten für Notfallpatienten “, sagt Thomas Heideloff.