Johanna Blum

Die evangelische Kirchengemeinde Höchstadt empfing Pfarrer Klaus Eyselein, den Nachfolger von Pfarrer Fritz Schäfer , am Sonntagnachmittag mit offenen Armen. Eyselein wurde von Dekan und Kirchenrat Hans-Martin Lechner und seinen fünf persönlichen Assistenten in der Christuskirche in sein Amt eingeführt.

„Neugierig bin ich auf Sie, liebe Höchstadter Gemeindemitglieder, aber auch, die Menschen kennenzulernen, die das Gemeindeleben in einer großen Vielfalt gestalten als haupt-, neben- oder ehrenamtliche Mitarbeiter.“ So stellte sich der neue Seelsorger schon im evangelischen Gemeindeblatt vor.

Aufgewachsen ist der mittlerweile 59-jährige Pfarrer in der Nähe von Dinkelsbühl. Nach dem Studium in Erlangen, München, Berlin und Heidelberg wirkte er als Vikar in Nürnberg. In der Zeit auf der zweiten Pfarrstelle in Hemhofen-Röttenbach wuchs seine Familie. Ab Mai 2001 versah er dann sein Amt in der Kirchengemeinde Pyrbaum, im evangelischen Dekanat und im Erwachsenenbildungswerk. Hier sind seine vier Söhne erwachsen geworden. Ehefrau Dörte gestaltete die Gemeindearbeit unter anderem kirchenmusikalisch erfolgreich mit.

Viele gute Wünsche begleiteten den Begrüßungsgottesdienst, der musikalisch vom Posaunenchor der Christuskirche (Leitung: Gabriel Konjaev) und von Konjaev an der Orgel stimmungsvoll umrahmt wurde. Andreas Sauer, Pfarrer von Lonnerstadt, hatte die Vertretung während der siebenmonatigen Vakanz in Höchstadt übernommen.

Dekan Hans-Martin Lechner dankte den haupt- und nebenamtlichen Mitarbeitern für ihr großes Engagement in der Vakanzzeit. „Man spürte so viel Lebendigkeit und Engagement“, sagte er.

Ein erfahrener Seelsorger

In seiner Einführungsansprache wurde Lechner persönlich: „Seit 33 Jahren kennen wir uns aus dem Predigerseminar in Nürnberg, aber wir sind uns seitdem nur dreimal begegnet“, verriet der Dekan. „Aber schon damals war er ein reflektierender, angenehmer Kollege und ich empfand spontan große Freude, als er sich für diese Stelle hier beworben hatte. Heute ist er ein überaus erfahrener Pfarrer mit einem großen Schatz an Gaben und Kreativität und seine lange Liste an Fortbildungen spricht Bände“, fuhr Lechner fort.

Ein gelingendes Miteinander im ökumenischen Sinn, ein überzeugender Weg in eine gemeinsame Zukunft und versöhnende Verschiedenheit und echte Solidarität leben, das seien seine Vorstellungen. „Wir freuen uns, dass du hier bist, und auch du kannst dich freuen über diese vielfältige, kreative und dynamische Gemeinde“, so Lechner.

Nach der Einführungshandlung durch den Dekan traten die fünf Segensbegleiter – Pfarrerin Sibylle Stargalla, Verena Lorz und Ute Salzner (aus Höchstadt) sowie Daniela Ludwig und der katholische Pfarrer Casimir Dosseh (beide aus Pyrbaum) – vor. Sie wünschten dem neuen Pfarrer alles Gute.

In seiner Vorstellungspredigt ging Klaus Eyselein auf die Freude und die Liebe ein. „Ich freue mich, dass Sie da sind!“ Das hörte er schon in den ersten Tagen in Höchstadt. „Ich freue mich auf schöne Aussichten und vielleicht entdeckt ihr eure Gemeinde neu“, sagte er mit einem Lächeln.

Viele Schätze

Bei seinem Rundgang durchs Pfarrhaus habe er viele Schätze entdeckt. „Die Weihnachtskrippe auf dem Dachboden kündet von Frieden auf Erden und die Thermoskannen in der Küche sind ein Zeichen für ein festliches Miteinander, auch wenn sie wegen Corona im Standby-Betrieb ausharren müssen.“ Es seien Spuren der Gemeinschaft, an der Gott seine Freude habe. Tipps für Lieblingsplätze wie Kellerberg, Kulturfabrik und mehr habe er jetzt schon von Höchstadtern bekommen, schilderte Klaus Eyselein.

Die Ehrengäste kamen am Schluss zu Wort. Jeder hatte ein passendes Geschenk dabei. Vizelandrat Manfred Bachmayer (Grüne), Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm (JL) sowie Landtagsabgeordnete Alexandra Hiersemann ( SPD ) hießen den Seelsorger ebenso willkommen wie der katholische Stadtpfarrer Kilian Kemmer , der sagte: „Wir sitzen auf dem gleichen Pferd, um für das Gute in der Welt einen Beitrag zu leisten.“

Dorothea Münch, Vertrauenspfarrerin, überbrachte Wünsche aus dem Pfarrkapitel. Pfarrerin Sibylle Stargalla und Religionspädagogin Verena Lorz meinten: In Höchstadt lasse es sich leben. Ute Salzner vom Kirchenvorstand dankte Pfarrer Andreas Sauer für die sieben Monate Vertretung und wünschte Pfarrer Klaus Eyselein: „Vertrau auf den Zauber des Anfangs!“