In der jüngsten Herzogenauracher Bauausschusssitzung herrschte Einmütigkeit, und die 19 Bauanträge , Bauvoranfragen sowie Anträge auf Vorlage im Genehmigungsfreistellungsverfahren konnten in einer halben Stunde abgehakt werden. Lediglich eine beantragte Befreiung zur Errichtung einer Fertiggarage außerhalb der Baugrenze an der Kurt-Tucholsky-Straße wird nicht in Aussicht gestellt. Die beantragte Fertiggarage mit 6 m x 3 m liegt außerhalb der festgesetzten Fläche für Garagen, Carports, Stellplatze und Nebenanlagen. Auch Nebenanlagen dürfen nicht näher an die öffentlichen Verkehrsflächen heranrücken als das Hauptgebäude. Gestalterisch könne die Garage deshalb nicht an dem geplanten Standort befürwortet werden.

Eine größere Wohneinheit mit insgesamt 16 Wohnungen in zwei Mehrfamilienhäusern ist im Ortsteil Haundorf an der Membacher Straße geplant. Allerdings ist derzeit die Erschließung nicht gesichert. Das Grundstück liegt weder an einer ausgebauten Verkehrsfläche noch ist die Entwässerung gesichert, allerdings ist beides technisch grundsätzlich möglich. Die Umsetzung hängt in beiden Fällen von der Bereitschaft des Bauherren ab, die Kosten hierfür im Rahmen eines städtebaulichen Vertrages zu übernehmen oder alternativ die Erschließungsarbeiten für die Stadt durchzuführen. Die Befreiungen für Überschreitung der nördlichen Baugrenze und das Dachgeschoss als Vollgeschoss wurden befürwortet. Ebenso eine Abweichung von der städtischen Stellplatzsatzung für eine Zufahrtsbreite von 9,50 Metern.

Auch für die formlose Bauvoranfrage zum Anbau von zusätzlichem Wohnraum an ein bestehendes Wohnhaus an der Nelkenstraße wurde das gemeindliche Einvernehmen in Aussicht gestellt. Eine Befreiung für Überschreitung der Baugrenze wurde befürwortet. Folgende Bedingungen und Auflagen sind einzuhalten: Es ist eine Ortsrandeingrünung in Form einer dreireihigen freiwachsenden Hecke nach der Pflanz- und Artenliste der Stadt Herzogenaurach zu pflanzen. Die erforderlichen Abstandsflächen nach der Bayerischen Bauordnung sind einzuhalten und die Baumschutzverordnung ist zu beachten.

Aus Gaststätte wird Wohnraum

Im Ortsteil Zweifelsheim wurde die Nutzungsänderung einer Gaststätte zu Wohnraum in einem bestehenden Wohnhaus befürwortet. „Vor einigen Jahren haben wir der Umnutzung von Wohnraum in eine Gaststätte zugestimmt und jetzt geht es wieder den umgekehrten Weg“, berichtete Bürgermeister German Hacker ( SPD ). Ebenso zur Kenntnis genommen wurden auch die Errichtung von Terrassenüberdachungen an der Tokiostraße und an der Alfred-Fried-Straße und die Errichtung eines Nebengebäudes an der Nelkenstraße sowie die Errichtung eines Mischwasser-Pumpwerks bei Beutelsdorf und der Abbruch eines Gebäudes auf dem Werksgelände an der Industriestraße 1. Wie der Bürgermeister erklärt, soll an dessen Stelle die Zentralwerkstatt der Firma Schaeffler errichtet werden.

Als eine gute Alternative zur Schaffung von Wohnraum bezeichnete Hacker den Neubau eines kleinen Wohnhauses in der Straße Zum Flughafen. Das kleine Haus wird über eine Wohnfläche von 65 Quadratmetern verfügen und neben einem bestehenden Wohnhaus errichtet. Auf Nachfrage erklärte der Bürgermeister , dass sich solche Bauvorhaben in vielen Gärten von Einfamilienhäusern verwirklichen ließen.

Eine größere Baumaßnahme kündigte Hacker beim Antrag auf Umnutzung eines Pflegeheimes in eine Küche mit Nebenräumen im Erdgeschoss und für Wohngruppen in den Obergeschossen an. Wie der Bürgermeister erläuterte, wird der große Trakt am Liebfrauenhaus abgerissen und in der Folge neu bebaut. Die geplante Anlage entspreche den Festsetzungen des Bebauungsplans „Zwischen Eichelmühlgasse und Flughafenstraße“, die abweichenden Abstandsflächen wurden befürwortet.

Am Löwenzahnweg soll ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung und zwei Carports im Genehmigungsfreistellungsverfahren errichtet werden. Bei diesem Bauvorhaben wurde darauf hingewiesen, dass die laut Bebauungsplan vorgesehene Erschließungsstraße nördlich des Baugrundstücks noch nicht hergestellt ist. Mit dem Ausbau sei bis Mai 2022 zu rechnen. Die für die Erschließung maßgeblichen Straßenhöhen könnten derzeit noch nicht angegeben werden. Nach Vorlage der Entwurfsplanung für den Kanal (voraussichtlich Mai 2021) könnten die vorläufigen Kanalanschlusshöhen vom Tiefbauamt abgeholt werden. Während der Bauphase dürfen die Erschließungsarbeiten nicht behindert werden. Eine Zufahrt zur Baustelle über die Kreisstraße ERH 25 sei vorab mit dem Landratsamt Erlangen-Höchstadt zu klären. Das Bauvorhaben könne erst fertiggestellt und bezogen werden, wenn sich sämtliche Erschließungseinrichtungen in einem Zustand befinden, die eine Benutzung des Wohngebäudes in zumutbarer Weise ermöglichten.