Pommersfelden/Adelsdorf — Nein, Pommersfelden liegt nicht am Meer und der Ortsteil Wind ist keine Insel. Auch wenn es derzeit genau diesen Eindruck macht. Im Talgrund hat sich praktisch über Nacht ein mächtiges Hochwasser ausgebreitet. Kaum zu glauben, dass die sonst eher gemächliche Reiche Ebrach aus dem Steigerwald derart viel Wasser mit sich bringen kann.

Zwischen Sambach und Wind war am Samstag kein Durchkommen mehr. Dennoch gelang es dem einen oder anderen risikobereiten Autofahrer, die überflutete Straße bei Wind zu passieren, obwohl sie bereits gesperrt war. Eine Umleitung über Wingersdorf (Gemeinde Frensdorf) war ausgewiesen.

Hochwasser , vor allem im Winter, ist für "die Winder" eigentlich ein gewohntes Ereignis. Früher wurden die zugefrorenen Wasserflächen gerne zum Schlittschuhfahren genutzt. Dann konnte man auf Kufen durch den ganzen Talgrund bis Mühlhausen und darüber hinaus fahren.

Über den Hochwassersteg

Dennoch scheint das Hochwasser in diesem Jahr ein größeres Ausmaß zu haben als in den letzten Jahren. Grund dafür dürfte der viele Schnee der vergangenen Woche zu sein. Dass es in den letzten Jahren "kein g'scheites Hochwasser " mehr gegeben hat, bestätigen auch ältere Einwohner von Wind . Früher diente der Hochwassersteg bei Wind dazu, dass man trockenen Fußes in das nahe Sambach und in die Pfarrkirche zum Gottesdienst kam. Das ist auch heute noch möglich, denn über den Steg kann man - ungeachtet des Hochwassers - immer noch vom einen zum anderen Dorf gelangen. Allerdings könnte der Steg bald ausgedient haben: Der Ausbau der Kreisstraße BA 24, samt Hochwasserfreilegung und einem neuen Brückenbauwerk sind fest geplant. Wie Bürgermeister Gerd Dallner auf Nachfrage mitteilte, wird sich die für 2021 geplante Maßnahme jedoch auf 2022 verzögern. "Land unter" ist auch im Wiesengrund zwischen Steppach und Pommersfelden festzustellen. Allerdings ist in diesem Bereich der Straßenverkehr nicht betroffen.