Mehr und mehr stehen an Lebensmittelausgaben Schlange. Einer Einrichtung in Höchstadt droht nun das Aus. Wie die Leiterin das Ende verhindern möchte und worum sie nun deswegen bittet.
Sie werden immer mehr. Menschen, die schon vor dem Monatsende jeden Euro zweimal umdrehen müssen, ehe sie ihn für Lebensmittel ausgeben. Im Höchstadter „Lebens-Mittel-Punkt“, einer Einrichtung der Sozialen Betriebe der Laufer Mühle, merken das die Mitarbeiter ganz besonders. 40 bis 50 Lebensmittelkörbe gehen hier inzwischen täglich über die Theke an Bedürftige. Damit das auch in Zukunft so bleiben kann, braucht der „Lebens-Mittel-Punkt“ aber finanzielle Unterstützung.
„Besonders stark gestiegen ist der Bedarf bei Familien mit Kindern und älteren Menschen“, sagt Siggi Thiem, die vor noch nicht allzu langer Zeit die Leitung dieser Einrichtung übernommen hat. Sie sieht darin mehr als eine reine Lebensmittelausgabe. Man wolle „ein Ort bleiben, an dem Hilfe nicht nur praktisch, sondern auch mit Würde, Respekt und Menschlichkeit geleistet wird“.
Um aus verschiedenen Lieferungen täglich die gemischten Lebensmittelkörbe zusammenzustellen, braucht es natürlich Personal. Das sind einige fest angestellte Bewohner der soziotherapeutischen Einrichtung Laufer Mühle, unterstützt von zehn bis zwölf Ehrenamtlichen. Sie holen die Lebensmittelspenden beim Handel und bei Unternehmen ab, sortieren, lagern und kühlen sie und organisieren die Ausgabe. „Wir wollen Lebensmittel nicht zu Müll werden lassen“, ist für Siggi Thiem die Devise.
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Um den Betrieb am Laufen zu halten und 8000 bis 9000 Körbe im Jahr ausgeben zu können, braucht der „Lebens-Mittel-Punkt“ neben den Lebensmittelspenden auch Geld. Da sind die unvermeidbaren und stark gestiegenen Kosten für Personal, Energie, die in Höchstadt gemieteten Räume in der Lindenstraße, den eigenen Transporter mit Kraftstoff und Fahrzeugunterhalt. Das Auto wird gebraucht, um bei Supermärkten, Bäckereien und anderen Spendern die Waren abzuholen.
Obwohl die Einrichtung wirtschaftlich und sparsam arbeite, sei man „an einem Punkt angelangt, an dem wir den stetig steigenden Kosten nicht mehr entgegenwirken können“, muss die Leiterin feststellen. Nennenswerte Einnahmen kann der „Lebens-Mittel-Punkt“ nicht erwirtschaften, da die Bedürftigen nur einen sehr geringen Betrag für die Lebensmittel zahlen müssen. Siggi Thiem rechnet in diesem Jahr mit einem fünfstelligen Defizit, das hauptsächlich durch Spenden gedeckt werden soll. Um mit dieser Hilfe für Bedürftige weitermachen zu können, muss sie unterm Strich eine schwarze Null schaffen.
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An Waren für die tägliche Ausgabe mangelt es nicht. Supermärkte und Bäckereien beteiligen sich mit nicht verkauften verderblichen Lebensmitteln an der Versorgung von Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Als Beispiel besonders hervorheben möchte Thiem hier den Rewe-Markt Zwingel. Er biete für ihre Einrichtung „einen super Service“ und übernehme auch Entsorgungskosten .
Während der täglichen Ausgabe der Körbe macht das Personal unterschiedliche Erfahrungen. Bei Mitarbeiterin Marion C. laufen die Fäden zusammen. Sie berichtet auch von manchen „schweren Kämpfen“ an der Kasse. Die meisten Bedürftigen seien zwar sehr dankbar und wüssten die Spende zu schätzen, aber es gebe immer wieder auch „ Kunden “, die richtig fordernd auftreten und sich am liebsten aussuchen möchten, was sie mitnehmen wollen. Hier will Thiem künftig genauer hinschauen und die wirklich Bedürftigen vorziehen.