Ein Bauvorhaben an der Dr.-Fröhlich-Straße sorgte in der Sitzung des Bauausschusses für eine lange Diskussion und letztlich eine Ablehnung des Antrags. Es ging um die Errichtung einer Gitterkäfigkonstruktion zur Einhausung der Dachterrasse im zweiten Obergeschoss.

Der Beschlussvorschlag mit der Ablehnung rief Patrizia Eliani Siontas von den Grünen auf den Plan. Die Stadträtin wollte die Ablehnung begründet wissen, denn die Konstruktion sei schließlich bereits montiert. Grund des Antrages sind nach Aussage von Siontas Katzen. Um die Tiere von einem Absturz zu bewahren, sei die Einhausung errichtet worden.

Groben Präzedenzfall vermeiden

„Das ist ein Verstoß gegen den Bebauungsplan und muss eben wieder zurückgebaut werden“, forderten Bürgermeister German Hacker und seine Mitarbeiterin im Planungsamt, Susanne Strater. Es handele sich um ein Staffelgeschoss. „Wenn wir dem Antrag zustimmen, schaffen wir einen groben Präzedenzfall“, schob Strater nach. Auch würde der Käfig das ganze Gebäude verschandeln. Nach ihrer Auffassung gibt es auch andere Möglichkeiten, um einen Sturz der Katzen von der Brüstung zu verhindern.

Der für das Baugrundstück relevante Bebauungsplan regelt, dass ein Staffelgeschoss allseitig um mindestens zwei Meter beziehungsweise 2,50 Meter, in Bezug auf die darunter liegende Außenwand, zurückspringend ausgeführt werden müsse. Dieses wesentliche Gestaltungsmerkmal charakterisiert laut Stater ein Staffelgeschoss und reduziert optisch die Wandhöhe beziehungsweise die Kubatur des Baukörpers . Durch die Überbauung dieser Freiflächen mit einer dauerhaften und festen Konstruktion werde dieses Gestaltungsziel sichtbar verfehlt.

Markisen als Lösung?

Alternativ würden sich temporäre Vorrichtungen wie Markisen anbieten. Diese seien verfahrensfrei und gewährleisten nach Ansicht der Stadt ebenfalls einen Sonnen- und einen Regenschutz. „Mit einer Zustimmung tun wir uns keinen Gefallen. Wir weichen manchmal bei den Vorgaben etwas zu viel ab“, meinte Strater, als Thomas Kotzer ( CSU ) auf manche Ausnahmen hinwies.

Abgelehnt wurde in der gleichen Sitzung der Antrag auf Errichtung einer doppelseitig beleuchteten „City-Star-Werbeanlage“ auf Monofuß an der Niederndorfer Hauptstraße. „Diese Anfragen kommen regelmäßig und ebenso regelmäßig lehnen wir ab“, kommentierte Bürgermeister Hacker den Antrag.

Keine Werbetafel im Vorgarten

Die geplante bauliche Anlage wurde von der Verwaltung nach der vorhandenen Bebauung als bedenklich bezeichnet. Denn das Baugrundstück liege im Geltungsbereich der städtischen Satzung über besondere Anforderungen an bauliche Anlagen und Werbeanlagen in der Ortsmitte von Niederndorf. Die Satzung regelt die Zulässigkeit von Werbeanlagen innerhalb des Geltungsbereiches. Diese seien in Vorgärten und Werbeanlagen für Markenartikel generell unzulässig.

Darüber hinaus erscheint der zuständigen Abteilung im Rathaus eine geplante Werbetafel mit einer Ansichtsfläche von über zehn Metern im Altort von Niederndorf wesensfremd, sie hätte eine für das Straßen- und Ortsbild verunstaltende Wirkung. Ein Abweichungsantrag von der Satzung über besondere Anforderungen an bauliche Anlagen und Werbeanlagen sowie deren äußere Gestaltung in der Ortsmitte von Niederndorf sei zudem nicht mit eingereicht worden. Somit seien die Antragsunterlagen auch nicht vollständig.