Historie des Nagelkreuzes erforscht

1 Min

Ein Lonnerstadter Team hat die Geschichte des Nagelkreuzes erforscht. Im Landeskirchlichen Archiv (Nürnberg) erhielt es überraschend viele Dokumente.

Am 24. April 1916, also vor genau 110 Jahren, hat der evangelische Pfarrer Bullemer die Prominenz von Lonnerstadt und des Bezirks zur Einweihung des Erinnerungskreuzes an die Notzeit eingeladen. In dem vorliegenden umfangreichen Programm ist der nationale Gedanke aufgrund der Auswahl der Lieder und Gedichte klar erkennbar. Aus heutiger Sicht würde nach den Erfahrungen des katastrophalen Zweiten Weltkrieges das Programm wohl teilweise andere Inhalte kommunizieren.

Verlustreicher Erster Weltkrieg

Der Anlass für die nicht nur in Lonnerstadt erfolgte Aufstellung der Erinnerungskreuze war der verlustreiche Verlauf des Ersten Weltkrieges. Es kam zu einem grauenhaften Stellungskrieg, bei dem auf „dem Feld der Ehre“ sehr viele Soldaten verstümmelt, zerhackt oder vergast wurden.

Auch hinter der Front gab es bald Hungersnot und auch soziale Not, da viele Väter getötet wurden und in den Familien Arbeitskräfte fehlten. So auch in Lonnerstadt . Da es kein Sozialhilfesystem gab, das die Not auch in dem landwirtschaftlich geprägten Lonnerstadt hätte lindern können, ergriff Pfarrer Bullemer die Initiative und setzte die in Österreich und Deutschland weit verbreitete Idee des Nagelkreuzes um.

Wer einen Geldbetrag spendete, durfte einen speziell geschmiedeten Nagel in das Holzkreuz schlagen. Die Hälfte der Spenden musste an eine Staatskasse abgeführt werden, den Rest erhielten Lonnerstadter Bedürftige . Die Veranstaltungen sprachen das Gemeinschaftsgefühl an, hatten aber auch propagandistische Aspekte. Für Lonnerstadt sind die Originalspendenlisten noch vorhanden.

Informationen via QR-Code

Das Lonnerstadter Team hat eine kleine Informationstafel entwickelt, die via QR-Code die geschichtlichen Hintergründe des Denkmals leicht zugänglich macht. In seiner Sitzung würdigte der evangelische Kirchenrat die Initiative zur Klärung der Geschichte des Nagelkreuzes. Er will jedoch einen geänderten Text auf der Informationstafel haben und deshalb mit der Gruppe und mit einem Experten für Erinnerungskultur sprechen.