Im Januar 2021 kam der Rotary-Club Höchstadt/Aisch mit der Anfrage auf die Rektorinnen der beiden örtlichen Grundschulen zu, welche Form der Unterstützung die Schulen in der Zeit der Corona-Pandemie besonders benötigen würden. Es folgten mehrere Onlinemeetings und das Ziel für das Projekt stand bald fest: Schüler und Schülerinnen aus bildungsfernen Elternhäusern, mit Migrationshintergrund und/oder mit wachsenden Defiziten in den Kernbereichen des Deutsch- sowie Mathematikunterrichts sollten eine individuelle Förderung erhalten.

An beiden Grundschulen in Höchstadt standen keine zusätzlichen Lehrerstunden zur besonderen Förderung dieser Kinder zur Verfügung. Vor allem im Lesen, Rechtschreiben , den Basiskompetenzen in Mathematik und im Umgang mit digitalen Medien (Teilnahme an Videokonferenzen , Recherchearbeit im Internet) war und ist eine Unterstützung wünschenswert und dringend nötig, erklärten die Rektorinnen .

Gewinn für beide Seiten

Die Idee, Lehramtsstudentinnen für diese Aufgabe zu gewinnen, erschien sinnvoll und wurde als „win-win-Situation“ für beide Seiten eingeschätzt. Zum einen können die Lehramtsstudentinnen durch die praktischen Erfahrungen für ihren zukünftigen Beruf lernen und erhalten dafür eine Vergütung (gerade in Zeiten von Corona waren Aushilfsjobs Mangelware) und zum anderen profitieren die Schule und natürlich die Kinder von der Unterstützung.

Die Vertragsabwicklung mit der Stadt Höchstadt übernahm der Rotary-Club Höchstadt. Ende Februar 2021 startete das Projekt an der Anton-Wölker-Grundschule und an der Grundschule Süd. Seitdem unterstützen die Lehramtsstudentinnen sehr engagiert, äußerst zuverlässig und mit enormer Motivation an zwei Tagen mit je drei Schulstunden mittlerweile SchülerInnen aus verschiedenen Klassenstufen. Ihr Einsatz wird jeweils in Absprache mit den Klassenlehrkräften koordiniert. Im derzeit stattfindenden Präsenzunterricht differenzieren die Studentinnen zeitweise auch direkt in den Klassen, in denen es vermehrt Schüler und Schülerinnen mit erhöhtem Förderbedarf gibt.

Projekt wird fortgesetzt

Die Corona-Pandemie hat – gerade auch durch die Schulschließungen – einigen Kindern auf unterschiedliche Art und Weise das schulische Lernen deutlich erschwert und ihre Bildungschancen vermindert. Das Projekt stellt für die beiden Grundschulen eine sehr gute Möglichkeit dar, diesen Kindern niederschwellig eine Förderung zukommen zu lassen und hat sich in jeder Hinsicht bewährt, erklärten die beiden Rektorinnen , als sie unlängst das Projekt zusammen mit den Lehramtsstudentinnen den Mitgliedern des Rotary-Clubs Höchstadt vorstellten. So konnten die Höchstadter Rotarier bei den lebendig und engagiert vorgetragenen Beispielen aus der Schulpraxis einen interessanten Einblick in die Arbeit vor Ort gewinnen.

Es seien bei den Schülern durch die individuelle Unterstützung deutliche Fortschritte in vielen Bereichen festzustellen, vor allem aber auch in der Steigerung des Selbstwertgefühls – das würden auch Aussagen von geförderten Schülern zeigen: „Darf ich heute wieder mit dir lesen?“ „Ich kann halt alleine noch nicht so gut schreiben.“ „Bei dir kann ich das besser als in der Klasse.“

Die Rektorinnen freuen sich mit ihren Studentinnen , dass einer Verlängerung dieser Form der Unterstützung und der Freigabe der dafür benötigten finanziellen Mittel zugestimmt wurde.

Das Projekt kann nun auch im neuen Schuljahr weitergeführt werden. So endete dieser Abend mit einem „dicken Dankeschön“ und strahlenden Gesichtern. gb