Als letzten Punkt der jüngsten Sitzung des Bauausschusses am Mittwochabend berichtet Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) über einen Vorfall, der ihn sehr geärgert hätte, wie er sagt und der das Projekt "Aischtalring" betrifft. "Vor ein paar Wochen hat ein Bürger aus Aisch angerufen, ich hab' zu ihm gesagt, ich komme bei dir vorbei."

Am 30. Januar habe er sich mit besagtem Bürger und Nachbarn in der Garage und draußen getroffen, um Fragen zu beantworten. Ein zweiter Termin für den 6. Februar um 11 Uhr sei vereinbart worden. Fischkal hatte zudem geplant, ein paar Fraktionssprecher mitzunehmen. Am Donnerstag habe er einen Anruf des Aischer Bürgers erhalten, in dem dieser ihm mitteilte, dass in Aisch Zettel verteilt würden mit dem Hinweis: Infoveranstaltung am 6. Februar um 11 Uhr im Saltendorfer Weg Höhe Baugebiet. Laut dem Zettel seien der Erste Bürgermeister , Fraktionssprecher und Gemeinderäte vor Ort. Man könne vorbeikommen, Fragen stellen, Wünsche, Anregungen und Bedenken kundtun. Zudem waren auf dem "Pamphlet", wie Fischkal es nannte, Pläne gedruckt, die in der Bau- und Umweltausschusssitzung am 21. Januar als Power-Point-Präsentation vorgestellt worden waren. Diese waren mit Anmerkungen versehen und dem Zusatz "Aischtalring oder Aischside - was wollen wir für unsere Zukunft?" Fischkal ließ auch die zahlreichen Rechtschreibfehler nicht unerwähnt. Ein Absender wurde auf dem Flyer nicht genannt. "Das hat mich wirklich massivst geärgert!" so Fischkal. "Das wurde so hingestellt, als hätte die Gemeinde eingeladen. Das war keine kommunale Veranstaltung! Und keiner kann sagen, wer dafür verantwortlich ist!"

"Karsten, ich habe Angst", hätte der Aischer Bürger ihm in dem Telefonat erklärt. "Wenn aus jeder Straße drei Personen kommen, dann stehen da 30, 40 Mann rum. Dann schickt vielleicht jemand die Polizei , es gibt doch kein Hygienekonzept." Den Termin mit Fischkal habe er abgesagt. "Wir waren privat eingeladen", sagt Fischkal, "Was ich momentan erlebe...ich glaube, ich drehe ab. Ich weiß nicht, was momentan in unserer Gemeinde los ist. Ich weiß nicht, was das soll."

"Ich habe die Ansammlung gesehen", meldet Sabina König (Grüne) sich zu Wort. "Das waren mindestens 30 Leute ohne Maske, standen dicht zusammen. Ich fand das verantwortungslos." "Das haut dem Fass den Boden raus!", findet Tim Scheppe (FW), "Das sind ein paar wenige, die versuchen, die Pferde scheu zu machen. Lasst uns nicht von solchen Leuten treiben. Mich regt das echt auf!"

Gerd Stingl ( CSU ) mutmaßt, dass die Infos aus dem Ratsinformationssystem stammen könnten und nicht hätten rausgehen dürfen: "Wenn wir da einen Maulwurf haben, sollten wir was unternehmen!"

Fischkal erwidert, dass man sich das natürlich genau anschauen müsse, "Die Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Da wurde das Urheberrecht mit Füßen getreten!" Abschließend erklärt er, dass er den Bürger nochmals angerufen und sich am Sonntag mit dem Anwohner erneut unterhalten hätte.

Homeoffice in der Verwaltung

Des Weiteren beschäftige sich das Gremium mit einer von Tim Scheppe formulierten Anfrage der Freien Wähler bezüglich mobiler Arbeitsplätze in der Gemeinde Adelsdorf . In einer schriftlichen Stellungnahme vom Fachbereichsleiter Zentrale Dienste Matthias Bayerlein wurde mitgeteilt, dass jedem Mitarbeiter mit Büroarbeitsplatz die Möglichkeit angeboten wurde, die Arbeit von zu Hause aus zu verrichten, eine Verpflichtung bestünde jedoch nicht.

Zudem ließ er das Gremium durch das Schreiben wissen, dass momentan von 48 Mitarbeitern , die in Rathaus, Schloss und Aischgrundhalle tätig sind, 22 Homeoffice-Anträge eingegangen seien, so dass knapp 46 Prozent von zu Hause aus arbeiten würden. Gleichzeitig würden die Arbeitsschutzregeln von zehn Quadratmeter Fläche pro Mitarbeiter umgesetzt. Wo dies nicht möglich sei, wie beispielsweise in der Poststelle, würden geeignete Abtrennungen und Lüftungsmaßnahmen durchgeführt.