Im Schulhof stehen zwei große Zelte, daneben surrt eine Siebträgermaschine im Fair-Café: Die Weltfairänderer des Jugendamtes der Erzdiözese Bamberg sind diese Woche in der Wirtschaftsschule Erlangen zu Gast. Für die Zelte kann sich jede Klasse einen Workshop aussuchen und darin Antworten auf die eigenen Fragen finden: Was kann ich persönlich gegen den Klimawandel tun? Wie kann ich den vom Aussterben bedrohten Bienen helfen? Oder: Wie viel Wasser steckt eigentlich in einem Stück Fleisch?

Fair gehandelte Schokolade

Im Café können die Schüler mitarbeiten und dabei viel über fair gehandelten Kaffee lernen. Im Eingangsbereich der Schule verkaufen sie zudem fair gehandelte Schokolade. Schülersprecher Viktor Pahlke: „Ich freue mich, dass wir das Thema weiter vertiefen. Es ist toll, dass die Klassen selbst aussuchen können, welchen Workshop sie machen wollen.“ Er selbst treibt das Thema Nachhaltigkeit an der Schule voran. So kümmert er sich etwa um einen Automaten mit Fairtrade-Getränken.

Nicht nur deshalb ist für viele Schüler Fairtrade an der Wirtschaftsschule Erlangen kein Fremdwort. In der Schule gibt es eine Trainingsfirma, die sich auf nachhaltige und fair gehandelte Produkte spezialisiert hat, wie Schulleiter Gerald Wölfel erklärt. Diese Firma handelt mit den Trainingsfirmen anderer Schulen. „So haben wir den Fairtrade-Gedanken in die bayerische Schullandschaft getragen“, sagt Wölfel.

Zur Eröffnung der Weltfai r änderer-Woche ist auch Erlangens Umweltreferentin Sabine Bock gekommen. Sie freut sich darüber, dass das Themas Nachhaltigkeit im Unterricht eine derart große Rolle spielt, und lobt die Projektwoche mit dem Erzbistum Bamberg. „Ich bin sehr froh, dass nachhaltiges Wirtschaften an der Wirtschaftsschule so eine große Rolle spielt“, sagt sie. „Denn nur wenn das fest verankert ist, können wir die Transformation in eine klimagerechte Welt schaffen.“ Neben den Workshops gibt es noch ein Nachmittagsprogramm des Erlanger Regionalverbandes des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in Kooperation mit der Fachstelle für Kinder- und Jugendarbeit im Dekanat Erlangen . Bei diesem lassen Betreuer und Schüler den Schulhof erblühen.

Corona als Thema

Doch neben Klimawandel, Nachhaltigkeit und Fairtrade kommen die Gespräche bei der Eröffnung auch immer wieder auf ein ganz anderes Thema: Das Coronavirus. „Ich freue mich sehr, dass solche Projekte jetzt wieder möglich sind“, sagt Susanne Krogull, stellvertretende Leiterin des Jugendamtes der Erzdiözese. „Aufgrund der Corona-Pandemie war die Jugendarbeit in den letzten 18 Monaten meist nur virtuell möglich. Es tut uns allen gut, den direkten Kontakt wieder zu haben.“

„Wir haben auch extra zwei Zelte aufgebaut“, sagt Joachim Waidmann vom Referat Schülerseelsorge. „So können wir die Klassen teilen. Sicher ist sicher.“ So können er und sein Team aus Pädagogik-Studenten die zwei fairen Wochen wieder mitgestalten.

Zwei Jahre lang mussten sie wegen der Corona-Pandemie darauf warten. red