Die zweite Welle der Corona-Pandemie hat die Vereine und das gesellschaftliche Leben immer noch voll im Griff - auch die Jugendkapelle Großenseebach . "Auch wenn die Zeiten schwer sind, haben wir das Lachen noch nicht verlernt und hoffen, ihr auch nicht", sagte Sandra Ebersberger, die Vorsitzende der Jugendkapelle, und lud zur Jahreshauptversammlung erstmals im Online-Format ein. Dazu loggten sich 20 Teilnehmer ein, darunter auch den Großenseebacher Bürgermeister Jürgen Jäkel (MfG).

Der Rückblick der Vorsitzenden auf das Jahr 2020 war natürlich von Corona geprägt und den vielen damit verbundenen Einschränkungen und Ausfällen, die besonders den Kultur- und Musikbereich hart getroffen haben. Es gab über das Jahr hinweg keine Auftritte, keine Feste und auch alle geplanten Konzerte wurden abgesagt. Selbst die Orchesterproben konnten über weite Strecken kaum oder nur eingeschränkt mit geringer Personenzahl durch die Abstandsregelungen in der Blasmusik stattfinden.

Bis zum Frühling war die Jugendkapelle noch in der Gaststätte "Im Winkel" untergebracht und im April erfolgte der Umzug in die sanierten Probenräume im Keller des Kindergartens. Die Vorsitzende bedauerte in der Online-Versammlung am meisten, dass die Jugendkapelle die hell und freundlich neu gestalteten Räumlichkeiten mit Schallschutzdecken und stark verbesserten Bedingungen für den Musikunterricht bisher kaum mit Kindern und Hauptorchester genießen konnte.

Sanierung kostete 200 000 Euro

Deshalb ging ein besonderer Dank an den Bürgermeister für die gelungene Sanierung der Probenräume, die laut Jäkel rund 200 000 Euro kostete. Aber nach der letzten Sanierung von 1980 war diese überfällig und wurde vom früheren Bürgermeister Bernhard Seeberger auf den Weg gebracht, schilderte die Vorsitzende.

Die beiden Dirigenten Matthias Uri und Michael Schmidt blickten ebenfalls düster auf das vergangene Jahr zurück. Laut Matthias Uri fiel es für ihn in die Kategorie "Zum Vergessen". Die Jugendkapelle hat derzeit 97 aktive Mitglieder, von denen sich 57 Musiker in der Ausbildung befinden. Sandra Ebersberger wies darauf hin, dass 73 der aktiven Musiker in der Jugendkapelle jünger als 27 Jahre alt sind. Dies sei der große Pluspunkt und das "Pfund" des Vereins.

So stark wie die Orchesterarbeit unter Corona litt, so viel konnte teils im Musikunterricht wettgemacht werden. Alle Musiklehrer fanden mit den Kindern neue Formate im Online-Unterricht, so dass der Kontakt zwischen Kindern und Lehrern nie abbrach. Ebersberger berichtete, dass sich die Kinder mit ihren Instrumenten große Mühe geben, aber natürlich das gemeinsame Musizieren immer mehr vermisst wird. Es gab sogar eine Online-Weihnachtsfeier in einer Musikgruppe oder ein Videoprojekt des Vororchesters. "Hier entstand sehr viel Kreatives, was Hoffnung für die Zukunft macht", betonte die Vorsitzende.

Zufrieden mit dem vergangenen Jahr war auch die Kassierin Karolin Katona. Durch die vielen Veranstaltungsausfälle hatte die Jugendkapelle zwar kaum Einnahmen, aber auch kaum Ausgaben.

Die Dirigenten sind besorgt

Dirigent Matthias Uri warnte vor einem "Zuviel" vor dem Bildschirm für viele Kinder , weshalb bisher keine Orchesterproben online stattfanden. Besonders bei den Dirigenten herrscht große Sorge für das neue Jahr, weil auch die Planungen auf Eis liegen. Unsicher sei auch, wie viele Kinder und Jugendliche nach Corona wieder den Weg zur regelmäßigen Probe fänden. In diesem Zusammenhang berichtete Sandra Ebersberger, die auch im Kreisverband des Nordbayerischen Musikbundes aktiv ist, von geplanten Unterstützungsangeboten des Musikbundes für die Musikvereine für die "Zeit danach". Auch Bürgermeister Jäkel sicherte seine Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten für einen möglichen Probenbetrieb im Frühjahr/Sommer zu, wenn der jetzige Proberaum weiterhin nur von Kleingruppen genutzt werden könnte.

Die Jugendkapelle konnte noch im Herbst sogar Instrumentenwerbung in den Grundschulen Hannberg und Großenseebach machen und mehrere Neuanfänger gewinnen. Aktuell sind ab März nach dem Lockdown freie Plätze bei Blockflöte sowie im tiefen Blech für Tenorhorn oder Posaune verfügbar. Abschließend bedankte sich Jäkel bei der Kapelle und Sandra Ebersberger, die seit 20 Jahren die Jugendkapelle als Vorsitzende führt, für das Engagement. Er betonte nochmals, dass trotz der Corona-Situation das Vereinsleben nicht zum Erliegen kommen dürfe, da die Jugendkapelle ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens sei. Mit der Hoffnung, dass eine Rückkehr zu einer "Normalität im Vereinsleben" bald möglich ist, endete die Versammlung.