Eigentlich sollte das Thema „Badweiher“ schon abgeschlossen sein. Doch bei der Sitzung des Marktgemeinderates Weisendorf schlug dieses Projekt wieder hohe Wellen. Grund der Debatte war ein gemeinsamer Antrag der Fraktionen Bürgerliche Wählergemeinschaft (BWG-FW) und Freie Wähler Weisendorf (FWW).

Der Antrag wird damit begründet, dass das Projekt Badweiher in der Endphase sei und die Mitglieder des Gemeinderats bisher nur unzureichend über Baufortschritt, Bauausführung und Kosten informiert worden seien. Deshalb hatte Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein ( CSU ) den Ingenieur Georg Schreiber vom Höchstadter Ingenieurbüro Valentin Maier eingeladen, das zusammen mit Kathrin Nißlein vom gleichnamigen Landschaftsarchitekturbüro und Stadtplanungsbüro aus Höchstadt die Sanierung begleitete.

Arbeiten fast abgeschlossen

2020 wurde der Auftrag für die Ausstattung und Begrünung des Badweihers vergeben. Die Arbeiten sind nahezu abgeschlossen. Nur entlang der Staatsstraße müssen noch Leuchten und Sitzgelegenheiten montiert werden.

„Der Badweiher wurde von einem Sachverständigen abgenommen“, erklärte der Höchstadter Ingenieur Schreiber. Inzwischen wurden eine Informationstafel und ein Fernrohr zur Beobachtung der Wasservögel aufgestellt. „Die Setzungen des Uferpflasters werden im Frühjahr behoben, das hat die ausführende Firma bereits bestätigt“, erklärte Schreiber.

Der Antrag liegt schon einige Monate zurück, aber in Absprache mit dem Bürgermeister wurde erst eine Antwort des Landratsamtes Erlangen-Höchstadt abgewartet. Denn die Untere Naturschutzbehörde hat ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen die Gemeinde Weisendorf eingeleitet.

Auch der Bund Naturschutz ist sauer. Nach seiner Meinung hat die Gemeinde Weisendorf bei der Sanierung des Badweihers gegen Recht verstoßen, und das Ergebnis sei „eine blanke Wasser- und Steinwüste“.

Die Diskussion um die Neugestaltung des Weihers, der zum Sanierungsgebiet des Ortskerns gehört, begann schon vor über fünf Jahren und war immer wieder Thema im Gemeinderat . Dabei gab es jedes Mal unterschiedliche Ansichten über Gestaltung und Nutzen.

Große ökologische Bedeutung

Der Badweiher hat eine große ökologische Bedeutung und sollte trotzdem als Fischweiher nutzbar bleiben und erlebbar gestaltet werden. Es war somit eine Herausforderung für die Planer. So sollten der Uferbereich und Buchten als Rückzugsgebiete für Tiere und Laichplätze angelegt werden. Auch Flachwasserzonen und ein Teil des Schilfgürtels sollten für die zahlreichen Wasservögel erhalten bleiben.

Deshalb gab es auch mit den Anwohnern Ortstermine, denn insbesondere das Nordufer sorgte immer wieder für Beschwerden: So machte sich das Schilf in den Gärten breit und das Ufer war unterspült.

Anwohner beklagen feuchte Keller

Der Bürgermeister wies auf den Hochwasserschutz hin, denn ein zu hohes Aufstauen des Weihers setzte bereits Gärten unter Wasser und Anwohner beklagten feuchte Keller.

Günther Vogel (BWG-FW) machte seinem Unmut darüber deutlich Luft und wurde dabei von Norbert Maier (Grüne) unterstützt: „Der Badweiher ist mein Lieblingsthema, und die Ausführung wurde so nicht beschlossen, denn es gab einen zweiten Plan, der aber nicht im Gemeinderat behandelt wurde. Das Ergebnis spricht absolut gegen die bestehende Beschlusslage“, beklagten die beiden Gemeinderäte .

Dass die Uferbefestigung anders ausgeführt wurde, begründete Georg Schreiber mit einer Vereinfachung der Pflege. Er erklärte auch, dass sich die Untere Naturschutzbehörde übergangen fühle und ein Verfahren gegen die Gemeinde eingeleitet habe. Allerdings seien die Änderungen des Ufers und bei den Flachwasserzonen mit dem ehemaligen Bürgermeister abgesprochen gewesen. Dies sei protokolliert. „Die Grünordnung wurde umgesetzt, aber nur an anderer Stelle, und die Flachwasserzonen wurden nach innen gerückt“, betonte Schreiber.

Friedrich Mümmler (FW) sah darin einen „unsachgemäßen Umgang mit dem Weiher“, nachdem Vogel kritisierte hatte, dass im oberen Bereich der Wasserstand nur etwa zehn Zentimeter betrage. Das Ingenieurbüro will das prüfen. Planer und Bürgermeister sind überzeugt, dass sich die Natur den Weiher zurückerobert. Notfalls könne mit Pflanzmaßnahmen etwas nachgeholfen werden.

Das Gremium will die Ergebnisse der weiteren Prüfungen und Untersuchungen abwarten.