Veronika Schadeck Kronach — Dass die Landschaftspflege ein vielschichtiger Begriff ist und eine Fülle von pflegerischen und gestalterischen Maßnahmen umfasst, wurde am Montagabend bei der Mitgliederversammlung des Landschaftspflegeverbands Frankenwald Landkreis Kronach e.V. deutlich.

Der Geschäftsführer Dietrich Förster wies darauf hin, dass der Landschaftspflegeverband dazu beitragen wolle, dass weite Bereiche der heimischen Kulturlandschaft an Wert gewinnen. Er ging auf einzelne Maßnahmen ein. Beispielsweise geschehe Landschaftspflege durch die Beweidung mit schottischen Hochlandrindern im Tettauteil oder im Quellbereich der Teuschnitz, wo der Landschaftspflegeverband im Besitz einiger Flächen sei.

Ziegen und Schafe weiden

Landschaftspflege passiere weiter durch die Beweidung mit Ziegen und Schafen. Seit einigen Monaten werde dies auch in Ludwigsstadt auf einer rund 15 Hektar großen Fläche praktiziert. Förster äußerte sich voller Respekt gegenüber Gerhard Rentsch, der mit seinem Team sich auf dem Gebiet der Schaf- und Ziegenhaltung fortgebildet habe.

Der Geschäftsführer sprach weiter von Entbuschungsmaßnahmen, wie beispielsweise an den Südhängen von Ludwigsstadt, rund um die Steinbrüche Glosberg und Hesselbach.

Bezüglich Streuobstpflanzungen, so Förster, habe der Landschaftspflegeverband aufgrund der Trockenheit im vergangenen Jahr nur eine Fläche mit 20 Bäumen bepflanzt. In diesem Jahr sollen fünf Obstwiesen mit 136 Bäumen angelegt werden.

Zum Aufgabenfeld des Landschaftspflegeverband gehöre weiter die Wiesenpflege. Hier handele es sich um besondere Biotope, meinte er. Er sprach von kleinen Flächen, auf denen Orchideen blühen, wie beispielsweise in Teuschnitz. Diese Areale werden über den Landschaftspflegeverband gepflegt.

Artenreiche Bärwurzwiesen

Mit den Bärwurzwiesen sei ein eigenes Programm gestartet worden. Die Flächen, die der Landschaftspflegeverband pflege, seien in der Regel sehr arten- und insektenreich. Diese würden sehr zielgerichtet bearbeitet, so dass auch zum Beispiel Braunkehlchen Chancen zum Überleben haben. Diese Tiere würden aber teilweise ungenutzte Bereiche in der Landschaft benötigen. Manche Areale würden daher bewusst brach liegen gelassen. Festzustellen sei: "Man kann nicht einfach nach Pauschalrezepten pflegen, sondern man muss das Ganze gezielt machen!"

Die Praxis habe gezeigt, dass großflächige Standardkonzepte wenig erfolgreich sind. Behutsame Konzepte, die vor Ort entwickelt werden, beziehen dagegen die speziellen Eigenarten jeder Biotopfläche ein. "Wir können so den jeweils vorhandenen Pflanzen- und Tierbestand optimal berücksichtigen."

Hinsichtlich des kommenden Jahres sprach Dietrich Förster von laufenden Projekten, die fortgeführt werden sollen. Dabei gehe es um Themen wie Heckenpflege und Jakobskreuzkraut. Ein neues Projekt wird die Pflege und die Beratung bezüglich von Weg- und Feldrainen sein.

Der Vorsitzende des Landschaftspflegeverbands, Landrat Klaus Löffler, ließ wissen, dass die Verantwortlichen sich im Vorfeld darüber Gedanken gemacht haben, welche Maßnahmen Sinn machen würden. Er kam dem Vorschlag des Kreisobmanns Erwin Schwarz nach, der im nächsten Jahr aufgelistet haben wollte, welche Vorhaben durchgeführt wurden und welche nicht. Löffler versprach, bereits im Herbst über den aktuellen Sachstand zu informieren.

Stundensätze angehoben

Zuvor wurden Zahlen genannt. Unter anderem wurden für 178 615 Euro Landschaftspflegemaßnahmen durchgeführt. Die Stundensätze für Landwirte, die in der Landschaftspflege tätig sind, wurden von 14,50 Euro auf 17 Euro angehoben.

Für das verstorbene Vorstandsmitglied Peter Schmittnägel, der sich mit viel Engagement in den Landschaftspflegeverband eingebracht hatte, wurde als dessen Nachfolger Uwe Pausch aus Mitwitz einstimmig gewählt.