von unserem Redaktionsmitglied 
Alexander Hartmann

Alladorf — Als Thomas Münch zur Welt kam, war die Welt komplett aus den Fugen geraten. Der Erste Weltkrieg tobte, forderte Millionen Menschenleben. 100 Jahre ist das nun her, 100 Jahre, in denen der Alladorfer viel Freud und Leid erlebt hat.
Im Zweiten Weltkrieg war der gebürtige Münchner selbst an der Front. Er wurde im Russland-Feldzug in einem Panzer schwer verwundet und hat nur mit viel Glück überlebt. Der "Thoma", wie er im Thurnauer Land liebevoll genannt wird, lag lange Zeit im Lazarett und musste sich später auch einer schweren Nieren-OP unterziehen. "Das waren harte Zeiten", sagt er im Jahre 2015.


Er dankt dem Herrgott

Münch, der heute seinen 100. Geburtstag feiert, ist dankbar dafür, dass ihm sein Herrgott ein so langes Leben geschenkt hat. Ein Leben, das er heute noch genießt. Der Jubilar wohnt im Haus seines Sohnes Hans-Rainer im Obergeschoss in den eigenen vier Wänden, ist für sein Alter noch sehr rüstig und mobil. Oft geht er ins Dorfwirtshaus, um über die große und kleine Politik zu philosophieren. Erwartungsvoll blickt er beispielsweise auf die Dorferneuerung in Alladorf. "Ich bin mal gespannt, was daraus wird", sagt der 100-Jährige, der ein großer Bayern-Fan ist und im Fernsehen gerne Fußball schaut. Ein Glas Wein zieht er dem Bier auch heute noch vor. "Rotwein ist von Gottes Gaben das Beste für uns alte Knaben", lautet denn auch ein Lebensmotto des Alladorfers.


Er trägt Bundesverdienstkreuz

Um seinen Heimatort hat sich Münch, der zwei Söhne und eine Tochter hat, verdient gemacht. Er war von 1966 bis zur Eingemeindung nach Thurnau Bürgermeister, wurde für seine Verdienste mit dem Bundesverdienstkreuz ebenso ausgezeichnet wie mit der Goldenen Bürgermedaille des Marktes Thurnau. Der Jubilar, der in vielen Vereinen Ehrenmitglied ist und über 70 Jahre im Gesangverein gesungen hat, war auch Gründervater der früheren Raiffeisenbank Alladorf. Das Besondere an seiner damaligen Tätigkeit: Er war ein Geschäftsführer ohne Geschäftsräume. Unter seiner Regie ist damals das Alladorfer Raiffeisengebäude erst entstanden.
Über 21 Jahre war Thomas Münch Mitarbeiter für den Deutschen Wetterdienst, 28 Jahre führte er als "wandelndes Lexikon" das Thurnauer Gemeindearchiv. Eine Tätigkeit, die er auch mit 93 noch ausgeübt hat.


Den Lebensmut nicht verloren

Viele seiner Freunde und Weggefährten sind mit den Jahrzehnten verstorben. Auch seine Frau Babette, mit der er 2007 noch Diamantene Hochzeit feiern durfte. Seinen Lebensmut hat Thomas Münch trotz aller Rückschläge nicht verloren, und so wird er seinen 100. Geburtstag am heutigen Mittwoch auch groß feiern. Um 9 Uhr lädt er zu einer kurzen Dankandacht in der Alladorfer Kirche ein. Im Anschluss wird mit der Familie und Freunden im "Schönfelder Hof" gefeiert.Wer ihm gratulieren möchte, ist herzlich eingeladen. "Wer mich mag, darf gerne kommen", sagt der "Thoma".