Zum ersten Mal tagte der Gemeinderat im neuen Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Heßdorf, wo Bürgermeister Horst Rehder (BB) auch zahlreiche Zuhörer begrüßen konnte. Denn auf der Tagesordnung stand die erste Änderung der Bebauungspläne "Untermembach 2" und "Hesselberg-Baumgartengebiet", deren Entwürfe Matthias Rühl vom Büro Stadt & Land dem Gremium vorstellte.

Mit dem Bebauungsplan "Untermembach 2" hatte sich der Gemeinderat bereits im Juni beschäftigt und auch den Aufstellungsbeschluss zur ersten Änderung des Planes gefasst. Gleichzeitig wurden dazu auch die Eckpunkte der planerischen Festsetzungen festgelegt. Diese wurden vom Planungsbüro zwischenzeitlich eingearbeitet und bei der Sitzung erläutert.

Entstehen wird ein allgemeines Wohngebiet, und bei zwei Geschossen wird keine Dachform festgelegt. Auch gilt die festgesetzte Zahl der Vollgeschosse als Höchstgrenze. Bei zwei Vollgeschossen ist der Dachraum kein Vollgeschoss und bei I + D (Vollgeschoss plus ausbaubares Dachgeschoss) sind es ebenfalls zwei Vollgeschosse, hier wird der Dachraum zum anzurechnenden Vollgeschoss. Ein Kniestock ist bei Hauptgebäuden mit Geschossigkeit I + D bis maximal einen Meter zulässig.

In der Diskussion wurde der Vorentwurf nebst einigen kleinen Änderungen vom Gemeinderat gebilligt. Auf Nachfrage erklärte der Planer, dass die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit sowie die Anhörung der betroffenen Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange etwa Mitte Oktober beginnen und im nächsten Mitteilungsblatt darauf hingewiesen werde.

"Gefangene" Grundstücke

Auch bei der ersten Änderung des Bebauungsplanes "Hesselberg-Baumgartengebiet" waren im Juni der Aufstellungsbeschluss gefasst und ebenfalls die Eckpunkte der planerischen Festsetzungen festgelegt worden. In Hesselberg sind allerdings einige Grundstücke durch eine öffentliche Straße schwer erschließbar, und der Planer wird noch einige Änderungen vornehmen, damit auch "gefangene" Grundstücke erreichbar sind. Auch dieser Bebauungsplan geht noch im Oktober in die Auslegung.

Wie Bürgermeister Horst Rehder mitteilte, müsse auch der im Jahr 1999 erstellte Bebauungsplan "Gewerbegebiet Ost" geändert werden. Der Gemeinderat vergab dazu den Planungsauftrag. Die Änderungen umfassen die Aufnahme der Bushaltestellen und die künftige Gebietsart. Wie der Bürgermeister erläuterte, strebten einige Lebensmittelmärkte eine Erweiterung ihrer Verkaufsflächen an. Dadurch entstehe die sehr komplizierte planungsrechtliche Situation in Bezug auf die Gebietsart zwischen Gewerbe- oder Sondergebiet.

Außerdem besteht am südlichen Gebietsrand ein planungsrechtlicher Konflikt zwischen Freischankflächen und ausgewiesenen Ausgleichsflächen. Der Konflikt soll in Abstimmung mit dem Landratsamt geregelt werden.

Insbesondere die Bushaltestelle und die Frage der künftigen Gebietsart wurden bereits mit dem Eigentümer mehrerer Ladengeschäfte unter Einbindung eines Ingenieurbüros besprochen. Die Leistungen der Bauleitplanung sowie die Erstellung des Umweltberichtes wird das Büro TB Markert für rund 18 500 Euro erbringen.

Baubeginn im Frühsommer 2021

"Die derzeit laufende Erschließung der Baugebietes ,Heßdorf Süd‘ ist voll im Zeitplan", berichtete Bürgermeister Rehder zum Sachstand. So sollen, wie vorgesehen, die Arbeiten bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Auf Nachfrage aus dem Gremium erklärte der Bürgermeister, dass noch im Herbst mit der Vermarktung begonnen werde und im Frühsommer des kommenden Jahres die ersten Häuser gebaut werden könnten.

Die Kritik, dass die Baulanderwerber nicht unterrichtet würden, wies der Bürgermeister zurück: Nach einem entsprechenden Beschluss könnten morgen die bereits fertigen Briefe verschickt werden, erklärte das Gemeindeoberhaupt und hob den Brief in die Höhe.