"Aufgrund enorm hoher Investitionen können viele Projekte umgesetzt werden", sagte Kämmerer Tobias Müller bei der Vorstellung des Haushaltsplans 2022 im Gemeinderat. Die erfreuliche Nachricht zuerst: Nach den Planungen kommt die Gemeinde nochmals ohne Neuverschuldung aus.

Das Gesamtvolumen von knapp 6,6 Millionen Euro bleibt auf Vorjahresniveau. 3,191 Millionen Euro entfallen auf den Verwaltungshaushalt. Durch die Entnahme von 1,3 Millionen Euro zum Haushaltsausgleich schrumpft die allgemeine Rücklage bis fast auf den Mindest-Sockelbetrag.

Wichtigste Einnahmen im Verwaltungshaushalt sind die Einkommensteuerbeteiligung und -ersatzleistungen mit 1,13 Millionen Euro und die Schlüsselzuweisungen mit 665 200 Euro.

Die Hebesätze der Gemeinde für die Grundsteuern A und B sowie der Gewerbesteuer können mit jeweils 320 Prozentpunkten unter dem Landesdurchschnitt gehalten werden. Der Kämmerer setzt hier Einnahmen von 251.800 Euro an, wobei Änderungen aufgrund eventueller Corona-Spätfolgen noch abzuwarten sind. Aus Vermietung und Verpachtung werden 94.200 Euro erwartet.

Personalkosten steigen

Auf der Ausgabenseite steigen die Personalkosten auf 373.200 Euro. Der Verwaltungs- und Betriebsaufwand legt aufgrund des gegenwärtigen Teuerungstrends um 50.000 auf 949.300 Euro zu. An Umlagen sind 1,125 Millionen aufzubringen. Mit 450.000 Euro schlägt die Betriebskostenförderung für die Kita wieder erheblich zu Buche. Trotz Zuweisungen vom Freistaat von 260.000 Euro verbleibt ein nicht unerheblicher Eigenanteil, den die Gemeinde für ihre kleinsten Bürger jedoch gerne übernimmt.

Die Darlehenstilgung erfolgt mit 111.500 Euro, so dass zum Ende des Jahres ein voraussichtlicher Schuldenstand von 929.500 Euro erwartet wird. Unter Berücksichtigung aller Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt errechnet sich eine Zuführung zum Vermögenshaushalt von 229.500 Euro.

Im Haushaltsjahr 2022 laufen die Schlussarbeiten für den barrierefreien Umbau des Schulgebäudes und den Anbau des Horts sowie der Kindergartenneubau. Dafür sind 400.000 Euro beziehungsweise 2,1 Millionen Euro eingestellt worden. Diese Projekte müssen bis zum Eingang der in Aussicht gestellten Zuwendungen eventuell über den Kassenkredit vorfinanziert werden.

"Manchmal muss man auch etwas Glück haben", kommentierte Bürgermeister Herwig Neumann (CSU/NWG) die Tatsache, dass derzeit gleich in der Nähe die Staatsstraße nach Himmelkron erneuert wird. "Dadurch ergab sich für uns die Möglichkeit, kurzfristige Asphaltierungsarbeiten in vier gemeindlichen Bereichen durchführen zu lassen."

Zurück zu den Pflichtausgaben

Der Bürgermeister dankte dem Kämmerer und dem Finanzausschuss für die konstruktive Zusammenarbeit. "Wir haben uns schnell geeinigt, dabei aber jeden Euro lieber zweimal umgedreht. Uns ist allen bewusst, dass die nächsten Jahre davon geprägt sein werden, unsere Pflichtaufgaben zu erledigen."

Der Zustand der Straßen falle dabei den Bürgern zuerst ins Auge. Wenn im September das Ergebnis der hydraulischen Berechnung vorliege, müsse man sich darum kümmern, ein Sanierungskonzept für die Kanäle und die Wasserversorgung zu erstellen.

Werner Köstner (SPD/WG) erkannte zwar den Vorrang der Pflichtaufgaben an, bat aber darum, freiwillige Ausgaben wie die Vereinsbezuschussung nicht ganz aus den Augen zu verlieren. "Wichtig ist auch, dass der Badesee weiterhin attraktiv bleibt." "Wir haben mit Augenmaß bedacht, was möglich und machbar ist", stimmte auch Thomas Hahn (GfT) zu.