Warum die Einnahmen aus der Waldbewirtschaftung im Haushaltsjahr 2020 ein Defizit von fast 12 000 Euro ausweisen, wollte ein Bürger gleich zu Beginn der Bürgerversammlung in Wartmannsroth wissen. In den Vorjahren wurden hier jeweils kräftige Einnahmen verbucht.

Bürgermeister Florian Atzmüller (CSU) und Verwaltungsleiter Daniel Görke erläuterten, dass durch den Zukauf von Waldflächen und durch sonstige forstliche Investitionen in diesem Jahr hohe Ausgaben angefallen seien. Man könne aber davon ausgehen, dass sich in den nächsten Jahren die Ergebnisse wieder im deutlichen Gewinnbereich bewegen werden.

Ein besorgter Vater wollte wissen, ob denn nun in nächster Zeit genügend Kindergartenplätze zur Verfügung stehen. Im Kindergarten werde man bei entsprechenden Nachfragen vertröstet und auf Wartelisten gesetzt. Eine verbindliche Aussage bekomme man nicht.

Der Bürgermeister, der auch Vorsitzender des Kindergartenvereins ist, wies darauf hin, dass die Gemeinde eine Erweiterung des Kindergartens Schwärzelbach plane. Das Ausweichquartier für die Zeit der Baumaßnahmen ist das alte Rathaus mit allen zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten. Dies ist vom Jugendamt abgesegnet. "Wir gehen davon aus, dass wir es schaffen, allen, die Bedarf haben, dort einen Platz anbieten zu können." Grundsätzlich sei die Planung aber schwierig und er werde sich dafür einsetzen, dass die Eltern eine gesicherte Aussage bekommen.

Glasfaseranschluss melden?

Zum Ausbau der Ortsdurchfahrt Wartmannsroth, die im Frühjahr 2022 beginnen und sich bis ins Jahr 2024 hinziehen soll, wollte ein Anlieger wissen, ob bei dieser Gelegenheit Glasfaserkabel verlegt würde und wenn ja, ob man da als Grundstücksbesitzer jetzt schon irgendwie tätig werden müsse, wenn man angeschlossen werden wolle. Von Seiten der Gemeinde geht man davon aus, dass Glasfaserkabel verlegt werden wird. Die Gemeindeverwaltung will das rechtzeitig mit den einschlägigen Versorgungsunternehmen abklären und die Bürger zeitnah über die Vorgehensweise informieren. Es könne allerdings auch nicht schaden, wenn man bei HAB-Net, schon mal seinen Glasfaserwunsch vortragen würde.

Nicht nur die Ortsdurchfahrt, sondern auch die Kreisstraße 27 Richtung Hammelburg ist dringend sanierungsbedürftig. Hier ist der vor einigen Jahren vom Landkreis geplante Vollausbau gescheitert, weil sich einzelne Landwirte weigerten, die benötigten Grundstücke zu veräußern. Da sich am Beispiel der Sanierung der Strecke Waizenbach - Gräfendorf gezeigt habe, dass wohl jetzt auch weniger aufwendige Ausbauvarianten auf der ursprünglichen Trasse möglich seien, könne man sich vorstellen, dass die Planung vom Landkreis nochmals überdacht und vielleicht geändert würde. Allerdings sei hier erst nach Abschluss des Ausbaus der Ortsdurchfahrt damit zu rechnen, so Atzmüller.

Die Kanalsanierung am Schafberg ist abgeschlossen. Im Baugebiet Häg sind nach momentanem Stand fast alle Bauplätze bis auf zwei vergeben.

"In anderen Gemeinden sind die Radwege asphaltiert, hier bei uns werden sie so aufgeschottert, dass man mit dem Fahrrad darauf kaum fahren kann", beschwerte sich ein Bürger. Die Problematik bei den Radwegen in unserer Region sei die Mischnutzung, erläuterte der Bürgermeister. Hauptsächlich seien die Wege in landwirtschaftlicher Nutzung und werden nur nebenbei auch als Radwege genutzt. Dass ab und an auch mal neu aufgeschottert werden müsse, sei nicht zu vermeiden. Diese Wege alle zu asphaltieren sei unmöglich, so Atzmüller.

Bürger wollen helfen

Eine Bürgerin wollte wissen, wie der Stand in Sachen Urnengräber im Friedhof sei. Hier habe er keine Kenntnisse, antwortete der Bürgermeister und betonte, dass seiner Ansicht nach das vom Vorgängergemeinderat erstellte Friedhofkonzept in Ordnung sei und er hier für die Gemeinde keinen Handlungsbedarf sehe. Wenn die Bürger allerdings in ehrenamtlichem Engagement tätig werden wollen, würde er dies gerne unterstützen. Weitere Einwohner sagten zu, sich darum zu kümmern. Auch die Beleuchtung im Umfeld der Kirche wurde als unzureichend kritisiert. Hier sagte der Bürgermeister zu, dass im Zuge der Parkplatzneugestaltung am Friedhof für Abhilfe gesorgt werde.

Da die Sanierung des alten Rathauses nicht sofort erfolgen soll, wies der Vorsitzende des Musikvereins darauf hin, dass es im oberen Stockwerk im Musiksaal durch das Dach regnet und hier dringend Handlungsbedarf bestehe. Der Bürgermeister kümmert sich darum.

Einige der 35 Anwesenden waren beim Thema Mulchen und Mähen der Meinung, dass die Gemeinde im Gegensatz zu den Nachbarkommunen nicht genug tue. Dies führe zu Problemen beim Wasserablauf und gefährde auch die Sicherheit. Bauhofleiter Peter Görke erläuterte, dass die Straßenränder nach Bedarf mehrmals im Jahr gemulcht werden. Die Feldwege allerdings in der Regel nur einmal.

Heuer sei ein Jahr mit vielen Niederschlägen gewesen, so dass das Wachstum stärker war als in den Jahren zuvor. Mit der vorhandenen maschinellen und personellen Ausstattung könne der Bauhof nur einen Ortsteil nach dem anderen abarbeiten. Daraufhin wurde aus der Zuhörerschaft angeregt den Maschinenpark zu erweitern, worauf der Bürgermeister zusagte, dies im Gemeinderat zu besprechen.