Die Suche nach einem geeigneten Standort für den Neubau eines Feuerwehrhauses in der Marktgemeinde geht schon über Jahre. Die Auswahl der möglichen Grundstücke, die mindestens 2800 Quadratmeter aufweisen und ausreichend Platz für ein Haus mit drei Stellplätzen haben sollen, ist stark begrenzt.

Nun wurden dem Ratsgremium drei mögliche Standorte präsentiert, der Fokus richtete sich dann aber trotz einiger Bedenken auf den Parkplatz in der Nähe des Sportgeländes und des Bauhofes .

Bürgermeister Steffen Kropp ( SPD ) erinnerte daran, dass über dieses Thema schon seit 2014 diskutiert werde, zumal der Umbau am jetzigen Standort im Rathaus nicht befürwortet wurde. Bei der Suche nach einem geeigneten Gelände seien in der Vorauswahl drei Standorte übrig geblieben: der Treinfelder Bahnhof, das Müller-Gelände und der Schotterplatz neben dem Bauhof . „Für mich ist der Schotterplatz neben dem Bauhof die einzige sinnige Möglichkeit. Der Platz ist zwar wertvoll, aber wir haben keine andere Fläche. Rund 40 Jahre befindet sich die Wehr mit ihren Fahrzeugen schon im Untergeschoss des Rathauses und seit Jahren haben wir gesucht, weil sich auch die Standards und Vorschriften für die Feuerwehren erhöht haben. Ich möchte heute einen Beschluss über das weitere Vorgehen fassen“, formulierte der Bürgermeister seine dringliche Bitte.

Stefan Schwarz verwies auf den Platz auf dem Müller-Gelände, der doch dreimal so groß sei. „Warum geht es dort nicht? Am Sportgelände gibt es dann Probleme, wenn alles zugeparkt ist – und wo sollen die sonst ihre Autos hinstellen?“

„Das ist die letzte Rosine, die wir haben, und wir beschneiden ausgerechnet den größten Verein bei seinen Parkmöglichkeiten und einer möglichen Erweiterung. Natürlich hat die Feuerwehr oberste Priorität. Für mich stellt sich aber die Frage, ob wir dies heute schon entscheiden müssen“, meinte Ludwig Bock (FW/ÜWG) und fügte hinzu: „Ich wünschte mir einen besseren Standort, mit dem sowohl Feuerwehr als auch der FC Rentweinsdorf zufrieden sind.“

Stefan Hofmann von der technischen Bauverwaltung der Verwaltungsgemeinschaft Ebern stellte dann den potenziellen Flächen- und Raumbedarf an den drei Standorten dar und verwies darauf, dass es auf dem Müller-Gelände Probleme mit der Zufahrt gebe, eine Feuerwehrzufahrt sei aber immer frei zu halten. Die klare Wegführung müsse hier genau definiert sein. Auf dem Platz neben dem Bauhof wäre das Raumprogramm am besten zu verwirklichen.

In seiner beratenden Funktion nahm dann auch Kreisbrandinspektor Thomas Habermann Stellung und rechnete durch, wo die festgeschriebene „Hilfsfrist“ von zehn Minuten für den gesamten Schutzbereich in der Gemeinde eingehalten werden könnte. Der Treinfelder Standort scheide schon allein wegen des Hochwassergebietes aus. Auf dem Müller-Gelände sah Habermann Probleme. „Deswegen empfehle ich von meiner Seite den Schotterplatz am Bauhof , der auch fußläufig und mit dem Fahrrad zu erreichen ist.“

Für die Feuerwehr bezog Benjamin Jäger Stellung und kritisierte, dass in den letzten sieben Jahren nichts vorangegangen sei. „Das Wichtigste ist, dass wir jetzt vorankommen.“ Es müsse endlich der Startschuss erfolgen, damit sich die Feuerwehr mit ihrer Arbeit für die Allgemeinheit auch wertgeschätzt fühle. Jäger: „Deswegen wünsche ich heute einen Fahrplan , auch wenn noch ein anderer Platz aus dem Hut gezaubert werden könnte.“

Gerhard Schmidt ( CSU ) meinte, man könne jetzt schon beschließen. „Ich sehe keinen anderen Standort. Oben am Müller-Gelände und dem Kaulberg müssten wir zuerst das Gelände kaufen und dann auch noch die Zufahrt regeln.“

Kurt Weißheimer (FW/ÜWG) hätte es lieber gesehen, wenn man zuerst ein Bodengutachten durchführen würde, „damit wir nicht Ähnliches erleben wie beim Kindergarten“.

Bürgermeister Steffen Kropp schlug dann einen Kompromiss vor, dass man sich jetzt auf den Standort neben dem Bauhof einige, aber noch einen besseren Standort einbringen könne, wenn dies bis zum Planungsbeginn möglich werde. Das Projekt solle in den Haushaltsplan eingestellt werden. Baubeginn soll 2023/2024 sein – und daran soll nicht mehr gerüttelt werden. Dem stimmte das Gremium zu, wobei nach einer ganz groben Kostenschätzung für das neue Gerätehaus nach den Worten des Bürgermeisters rund 1,4 Millionen Euro im Haushalt vorgesehen werden müssten.