„Öffentliche Trinkbrunnen an gut frequentierten Plätzen oder Wegen bieten die Möglichkeit, auf den Wert des Lebensmittels Leitungswasser sowie auf die Notwendigkeit des Trinkwasserschutzes hinzuweisen.“ So steht es in dem Sonderprogramm „Kommunale Trinkbrunnen“ – und dies war der einzige Tagesordnungspunkt, mit dem sich der Gemeinderat von Breitbrunn auf seiner Jahresschlusssitzung zu befassen hatte. Statt des vorgeschlagenen Trinkbrunnes auf dem Dorfplatz von Breitbrunn soll eine solche Anlage nun im Gemeindeteil Lußberg eingerichtet werden.

Sonderprogramm

Bürgermeisterin Ruth Frank informierte den Gemeinderat über das Sonderprogramm des bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz mit dem Ziel, „das Trinkwasser mehr in das Bewusstsein der Bürger zu bringen und auf die Notwendigkeit des Trinkwasserschutzes hinzuweisen“. Das ziele auch auf das Kaufverhalten ab: Einsparung von Emissionen aus der Getränkelogistik und zur Vermeidung von Plastikabfällen aus Einwegflaschen für Mineral- und Tafelwasser. Im Sinne der allgemeinen Gesundheitsvorsorge wirkt das Bereitstellen von kühlem, frischem Trinkwasser belebend. In Bayern stammt dieses Wasser zu rund 90 Prozent aus Grundwasser. Um diese Grundwasserressourcen zu schützen und zu bewahren, sei das Mitwirken aller erforderlich, heißt es.

Laut Bürgermeisterin wäre es schön, wenn sich die Gemeinde an diesem Programm beteilige und in den Genuss einer Förderung von 90 Prozent (maximal 15 000 Euro) komme. Der Brunnen sei dann mit einer Tafel zu versehen und müsse mindestens 12,5 Jahre betrieben werden.

Kosten

Die Bürgermeisterin legte eine Kostenschätzung für solch einen Trinkbrunnen am Dorfplatz mit dem Denkmal von Breitbrunn vor. Laut Berechnung des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Veitensteingruppe würde das Vorhaben Kosten von rund 9168 Euro verursachen. Darin sind aber nicht die Kosten für die kompletten Erdarbeiten nach dem Zählerschacht enthalten. Um Kosten zu sparen, stand der Vorschlag im Raum, den Brunnen an ein Privatanwesen anzuschließen.

Sebastian Kirchner stellte dazu fest: „Ich würde hier keinen Privatmann mit ins Boot holen, sondern auf Gemeindegrund bleiben.“ Außerdem interessierten ihn die laufenden Kosten des Brunnens. Hierzu meinte Bürgermeisterin Frank, dass keine laufenden Kosten anfielen. Das müsse allerdings noch mit dem Wasserzweckverband abgesprochen und die Frage geklärt werden, ob es eine Kooperation gebe und man das vielleicht sogar als Werbeausgabe für den Zweckverband ansehen könne.

Zu den Hygienebestimmungen führte sie aus, der Brunnen werde so angelegt, dass immer wieder durchgespült werde. Man dürfe ihn auch bis zu sechs Monate abstellen, ohne dass es förderschädlich sei.

Alternativen

Dunja Virnekäs brachte als alternative Standorte den Kreuzweg oder die Straße zum Veitenstein in Lußberg ins Gespräch, weil hier mehr Nachfrage sei. Stefan Greul riet vom Dorfplatz in Breitbrunn ab, weil viele, vor allem ältere Bürger diesen Standort nicht ideal fänden. Er unterstrich dies auch mit der Schulbushaltestelle, an der die Kinder an einem solchen Brunnen herumspritzen könnten. Dem schloss sich Andreas Fösel an, der als Schulweghelfer wisse, was dort abgehe. Besser wäre der Standort Kreuzweg oder in Lußberg, sagte er. In Breitbrunn könnte man damit aber den Platz an der gekauften Gastwirtschaft beleben. Margit Lang brachte noch einen Patz am Radweg bei Hermannsberg ins Gespräch.

Bürgermeisterin Ruth Frank sah auf dem Kreuzwegareal nur den Platz an der Kapelle als geeigneten Standort an. Aber da sei kein Wasseranschluss möglich. Natürlich sei der Dorfplatz ein sensibler Bereich. Man könnte vielleicht auch die Bürger einbeziehen, und dazu habe die Gemeinde ja jetzt eine Gemeinde-App.

Zwei Beschlüsse

Die weiteren Diskussionen zeigten, dass Breitbrunn auf keinen Fall eine mögliche Förderung aufs Spiel setzen will. Mit 9:4 Stimmen beschloss der Gemeinderat , einen Förderantrag beim Wasserwirtschaftsamt zu stellen. In einem weiteren Beschluss (8:5 Stimmen) entschied sich das Ratsgremium für den Standort in Lußberg.