6,5 Milliarden Euro stellte die Bundesregierung im „ Digitalpakt Bund“ unter anderem für die Digitalisierung der Schulen zur Verfügung. Am Donnerstag konnte sich Staatsministerin Dorothee Bär ( CSU ) bei ihrem Besuch der Jacob-Curio-Realschule in Hofheim davon überzeugen, dass das Geld an der Basis angekommen ist. Denn in der kleinsten Staatlichen Realschule Bayerns ist seit langem die Zeit vorbei, als die Lehrer noch mit Kreide auf Schiefertafeln schrieben. „Wir sind seit zehn Jahren kreidefrei“, sagte Rektor Stefan Wittmann stolz, der zusammen mit Konrektor Frank Ziegler die Politikerin durch die Schule führte.

Seit zehn Jahren sei „seine“ Schule auch eine Referenzschule für digitale Medien, sagte Wittmann. Digitale Tafeln, sogenannte Active Panels, hätten die Schiefertafeln abgelöst. Das seien überdimensionale Tablet-Computer, auf denen auch Filme oder Videos abgespielt werden könnten.

Über 80 digitale Schülerleihgeräte stünden den derzeit rund 270 Schülern zur Verfügung. Da die Schule bereits seit längerer Zeit digital gut aufgestellt sei, sei man vom Corona-Lockdown nur schwach getroffen worden, sagte Wittmann.

Die Schule besitze eine eigene Cloud sowie eine eigene Meeting-Software und werde auch von den Freifunkern aus München unterstützt. Darüberhinaus gebe es den „Curio-Talk“, einen eigenen Messenger-Dienst.

Schüler aus Orten mit langsamer Internetverbindung , wie Altershausen oder Fitzendorf, hätten während des Lockdowns in der Schule an digitalen Endgeräten den Unterricht mitverfolgen können. Es komme auch vor, dass digital noch nicht so fitte Lehrer von Schülern unterstützt würden.

Stolz auf Qualität

Konrektor Frank Ziegler sah in dem Lockdown und dem damit verbundenen Online-Unterricht auch eine positive Seite. Die Netto-Unterrichtszeit sei deutlich gestiegen, meinte er, weil beispielsweise alle Schüler pünktlich zum Unterrichtsbeginn anwesend waren. Stolz ist Rektor Wittmann auch auf die Qualität des Unterrichts. Alle Schüler , die von der Realschule auf das Gymnasium gewechselt hätten, hätten auch das Abitur bestanden. Derzeit unterrichten 24 Lehrkräfte an der Schule, davon viele in Teilzeit.

Unterschiedlich eingerichtete Räume sollen den Schülern das Lernen erleichtern. Im Debattenraum mit Stehpult sollen die Kinder lernen, vor einer Gruppe zu sprechen.

In der „Maker’s Box“ können sie am 3D-Drucker, Fräser oder Plotter kreativ werden. Die „Lernbox“ und „Kreativbox“ bietet Raum zum gemeinsamen Lernen. Das Außen-Klassenzimmer ermöglicht Unterricht an der frischen Luft. ms