Der Betriebsrat von Schaeffler Eltmann steht in Verhandlungen mit dem Schaeffler-Konzern um den Erhalt des Werkes in Eltmann . Dem Vorschlag des Konzernvorstands für eine weitgehende Schließung des Standorts Wuppertal und eine Aufgabe des Werks in Eltmann haben die Arbeitnehmervertreter ein eigenes Konzept zum Erhalt der Standorte entgegengestellt.

Der Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im bayerischen Landtag , Ludwig Hartmann , die Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion für Wirtschaftspolitik, Barbara Fuchs, und die Bundestagsabgeordnete der Grünen für den Landkreis Haßberge, Manuela Rottmann , haben sich über die Verhandlungen beim Betriebsrat informiert.

Barbara Fuchs erklärte nach dem Gespräch: "Am Beispiel von Eltmann zeigt sich, was wir Grüne seit vielen Jahren kritisieren: Die Staatsregierung hat kein Konzept für den Erhalt industrieller Arbeitsplätze in Bayern."

Fraktionsvorsitzender Hartmann fordert endlich einen sichtbaren Einsatz der Staatsregierung für den Standort Eltmann : "Daran hängen nicht nur Gewerbesteuereinnahmen, sondern auch Aufträge für Handwerker und Dienstleister in der Region. Bisher ist vom bayerischen Wirtschaftsminister Aiwanger zum Standort Eltmann aber allenfalls ein Achselzucken zu erkennen."

Für mehr Zukunftsvisionen

Die Wahlkreisabgeordnete Manuela Rottmann hält das Alternativkonzept des Betriebsrats für überzeugend: " Eltmann ist ein rentabler Standort mit einer hoch qualifizierten Belegschaft . In Eltmann können Produkte gefertigt werden, für die es in Europa dauerhaft eine hohe Nachfrage gibt. Ich erwarte vom Vorstand des Schaeffler-Konzerns, dass er mehr Zukunftsvisionen als die bloße Verlagerung von Wertschöpfung erkennen lässt."

Halbleib sieht fatales Signal

Sehr unzufrieden zeigt sich auch der mainfränkische SPD-Landtagsabgeordnete Volkmar Halbleib mit der Antwort des bayerischen Wirtschaftsministeriums auf seine Anfrage zum Erhalt der 500 Arbeitsplätze des Automobilzulieferer-Konzerns Schaeffler am Standort Eltmann . Dass das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie in seiner Antwort gar nicht mehr vom Erhalt des Werks in Eltmann spreche, sondern mitteilte, es sei mit Schaeffler weiter im Gespräch "bezüglich der Entwicklung beziehungsweise Nachnutzung des Standortes " sei für die Beschäftigten ein fatales Signal und ein Schlag ins Gesicht für den engagierten Betriebsrat .

Dass der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger erst Anfang Februar die Angelegenheit zur Chefsache machte und persönlich den Kontakt mit dem Vorstandsvorsitzenden Klaus Rosenfeld suchte, sei nicht nachvollziehbar. "Hier hätte ich viel früher Aiwangers persönliches Engagement erwartet."

Bestürzt über Aiwanger

Betriebsratsvorsitzender Ulrich Schöpplein sieht im Schaeffler-Werk Eltmann durchaus Potenzial für einen beispielhaften Gegenentwurf: "Wir haben ein tragfähiges Konzept, das Kostenverbesserungen generiert für ein Produkt, das nicht defizitär ist und in Deutschland zu guten wirtschaftlichen Bedingungen produziert werden kann. Wir befinden uns erst in Sondierungsgesprächen. Dass der Wirtschaftsminister zu diesem Zeitpunkt bereits über die Nachnutzung des Geländes mit Schaeffler spricht, macht mich fassungslos!"

Landtagsabgeordneter Halbleib hat jetzt Aiwanger und die Staatsregierung aufgefordert, weiter bei der Schaeffler-Konzernleitung auf den Erhalt des Standortes Eltmann zu drängen und an der Seite der Beschäftigten um jeden Arbeitsplatz im Landkreis zu kämpfen. red