Wenn schon die Klassenzimmer verwaist sind, die Aula der Grundschule Rauhenebrach in Untersteinbach ist regelmäßig genutzt, weil sie auch weiterhin als Sitzungssaal des Gemeinderats dient. Hier ist genügend Platz für Einzeltische, auch für den einen oder anderen Zuhörer, und dennoch trugen bei der ersten Sitzung des Jahres alle Teilnehmer durchgehend die FFP2-Masken.

Bürgermeister Matthias Bäuerlein (FW) fand Verständnis beim Gremium für die Entscheidung, die Sitzung im Januar ganz abzusagen, da die Tagesordnung ohnehin "sehr überschaubar" gewesen wäre. Er informierte eingangs, dass Rauhenebrach längere Zeit sehr niedrige Infektionszahlen hatte, jetzt sei allerdings ein antizyklischer Trend zur kreisweiten Entwicklung zu befürchten, denn die Zahlen steigen etwas an.

Auch einige Rathaus-Mitarbeiter seien derzeit in Quarantäne , weil sie mit Corona infiziert sind. Die verbliebenen Kollegen seien jedoch negativ getestet. Man habe jetzt endgültig die Verwaltung so organisiert, dass es keine Zweier-Büros mehr gibt, sagte der Bürgermeister.

Satzungsfragen

Neben einigen Bauanträgen , die allesamt Zustimmung fanden, hatte sich der Gemeinderat mit der Ergänzungssatzung Koppenwind zu befassen. Um dort ein Gebäude zu ermöglichen, wurde dieses Instrument des Bauplanungsrechts gewählt, das früher als Ortsabrundungssatzung bekannt war. Auch wenn es nur um einen kleinen Bereich geht, hatte sich der Gemeinderat mit 20 Seiten Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange vom Wasserwirtschaftsamt über Telekom und Bayernwerk bis zum Natur- und Immissionsschutz zu befassen. Einige Korrekturen beziehungsweise Ergänzungen beispielsweise zur Eingrünung beschloss der Gemeinderat ; sie werden in die Satzung aufgenommen.

Beim Thema " ökologischer Gewässerausbau der Rauhen Ebrach" durch das Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen und damit den Freistaat Bayern waren die Vorzeichen dann umgekehrt. Hier ist die Gemeinde ein Träger öffentlicher Belange. Eigentlich hatte der Gemeinderat seine Stellungnahme schon 2018 abgegeben, doch kam im Rahmen des Wasserrechtsverfahrens ein Einspruch der Anlieger in der Aumühle, die um ihre Abwasserdruckleitung fürchteten. Auch wegen eines Weges, der betroffen ist, mussten Änderungen vorgenommen werden, so dass jetzt das Verfahren nochmals durchgeführt werden muss.

Der Gemeinderat hat gegen den Ausbau auf 600 Metern Länge nichts einzuwenden. Die Renaturierung ist Teil einer großen Gewässerplanung, die der Rauhen Ebrach insgesamt mehr Auwald geben und gleichzeitig Überschwemmungsräume schaffen soll, die die Orte von Hochwasser entlastet.

Zisternen werden gefördert

Da Trinkwasser nicht nur in Rauhenebrach ein wertvolles Gut ist, hatte der Gemeinderat in einer früheren Sitzung grundsätzlich beschlossen, die Nutzung von Regenwasser zu fördern. Der Bauausschuss befasste sich dann im November mit einer neuen gemeindlichen Zuschussregelung. Diese wurde am Dienstagabend dem Gemeinderat vorgelegt.

Demnach soll die erstmalige Errichtung einer Regenwasserzisterne gefördert werden, wenn sie aus neuen Behältern besteht und mindestens sechs Kubikmeter Speichervolumen hat. Dann gibt es eine pauschale Zuwendung von 75 Euro je Kubikmeter, maximal jedoch 750 Euro. Das neue Förderprogramm gilt ab dem 1. Januar 2021. Für Anlagen aus den vergangenen Jahren können aber noch Anträge nach den alten Kriterien eingereicht werden, erläuterte Heike Pfrang von der Verwaltung.

Die digitale Alarmierung betrifft auch die Rauhenebracher Feuerwehren . Allerdings kann auch hier nicht flächendeckend auf die eigentlich einfachste Form, die Handyalarmierung, zurückgegriffen werden, weil es nach wie vor zu viele Funklöcher gibt. Der Gemeinderat beschloss daher die Anschaffung von 25 Pagern (Funkmeldeempfängern) und 14 Umrüstsätzen für Sirenenanlagen.

Die Pager erhalten vor allem Atemschutzgeräteträger, von denen über 40 bei den Feuerwehren in Rauhenebrach Dienst tun. Die Kosten belaufen sich auf 90 000 Euro, die bezuschusst werden.