Peta fordert den Hunde- Führerschein

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Einem Medienbericht zufolge attackierte ein Hund am Dienstagmittag, 6. Januar, eine Joggerin in Haßfurt . Die 21-Jährige war gegen 16 Uhr auf dem Flurweg in Richtung Sylbach unterwegs. Dort begegneten ihr zwei Frauen mit drei nicht angeleinten Hunden . Einer der Vierbeiner biss der Joggerin plötzlich ins Bein.

Ohne sich um die Verletzte zu kümmern, gingen die beiden Halterinnen einfach weiter. Die 21-Jährige musste medizinisch behandelt werden. Die Polizei Haßfurt ermittelt. Angesichts dieses Vorfalls fordert die Tierrechtsorganisation Peta laut einer Pressemitteilung die Landesregierung in Bayern auf, den sogenannten Hundeführerschein einzuführen.

„Meist liegt das Problem nicht bei den Hunden selbst, sondern in der Unwissenheit ihrer Halterinnen und Halter. Viele von ihnen haben Schwierigkeiten, das Verhalten, die Signale und die Körpersprache der Vierbeiner richtig zu interpretieren und zu verstehen“, so Björn Thun, Fachreferent bei Peta. „Unabhängig davon, ob ein Hund einer Rasse angehört oder ein Mix ist – jeder Hund, der falsch gehalten, missverstanden oder schlecht behandelt wird, kann potenziell für Mensch und Tier gefährlich werden.“

Mehrheit für Pflicht

Nach einer von Peta in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage sprechen sich 68 Prozent der in Deutschland lebenden Erwachsenen für einen verpflichtenden Hundeführerschein aus. Der Hundeführerschein sieht vor, dass künftige Halter und Halterinnen bereits vor Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs absolvieren, in dem sie das Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Anschließend folgt für Halter und Hund ein gemeinsames, obligatorisches Praxisseminar in einer Hundeschule. Ein solcher Nachweis kann sicherstellen, dass Menschen, die Hunde halten, fachkundig mit dem Tier umgehen und die Signale des Vierbeiners richtig deuten. Eine funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Halter ist unerlässlich, um Beißvorfälle zu verhindern.

Als erstes deutsches Bundesland hat, wie Peta in der Mitteilung weiter schreibt, Niedersachsen einen Sachkundenachweis für Hundehalter beschlossen – seit Juli 2013 ist der allgemeine Hundeführerschein verpflichtend. Dort ereigneten sich nach drei Jahren nachweislich weniger Vorfälle. Im November entschied sich auch das Land Bremen für einen verpflichtenden Hundeführerschein. In Berlin sind Halterinnen und Halter seit dem 1. Januar 2017 aufgefordert, sich bei der Aufnahme eines Hundes die notwendige Sachkunde anzueignen.

Einige Städte belohnen verantwortungsbewusste Halter: Wer in München nach dem 1. Mai 2014 einen Hundeführerschein absolviert hat, kann sich ein Jahr lang von der Hundesteuer befreien lassen. In Mannheim gilt eine zweijährige Steuerbefreiung für alle Hunde , deren Halter den Hundeführerschein nach dem 1. Januar 2016 erworben haben. red