Vier sehr unterschiedliche Themen musste der Königsberger Stadtrat in seiner Sitzung am Dienstagabend behandeln. Nicht bei allen Themen herrschte Einigkeit.

1. 1. Stellung des Holzes für den Wiederaufbau des Basteiturms

Die Schlossberggemeinde Königsberg besteht in diesem Jahr seit 100 Jahren. Der Verein kümmert sich seit Jahrzehnten mit großem Engagement und auf ehrenamtlicher Basis um den Erhalt und den Wiederaufbau der Ruine auf dem Schlossberg.

Ein Projekt, welches sie nun in Angriff genommen hat, ist der Wiederaufbau des Basteiturms. Diesen hat sie, nach dem Beginn im Jahr 2008 und den coronabedingten Arbeitsunterbrechungen, in monatelanger Arbeit nun fast bis auf seine ursprüngliche Höhe aufgebaut. Im Inneren des Turmes soll eine Treppe eingebaut und zudem soll er mit einem Spitzdach, wie auf alten Bildern zu sehen ist, abgedeckt werden. 50 Grad werde die Dachneigung des achteckigen Spitzdaches betragen, so Burgvogt Eddi Klug. Hoch wird es sieben Meter werden.

Die Anfrage der Schlossberggemeinde, ob das erforderliche Bauholz dafür aus dem städtischen Wald kostenfrei zur Verfügung gestellt werden könnte und das Schneiden und Trocknen des Holzes übernommen werde, wurde von allen Räten positiv beschieden. Denn, so der Tenor aller: Gerne ist die Stadt bereit, die ehrenamtlichen Bemühungen der Bürger, den Schlossberg zu erhalten und zu gestalten, zu unterstützen. Bürgermeister Claus Bittenbrünn wörtlich: „Das müsste eine Selbstverständlichkeit sein!“

2. 2.Neuerstellung der Hügelmauer

in Altershausen

Schon des Öfteren musste sich das Stadtratsgremium mit der sogenannten Hügelmauer in der Dorfmitte von Altershausen beschäftigen. Diese sollte im Rahmen der Dorferneuerung in diesem Stadtteil erneuert und gesichert werden. Untersuchungen haben aber ergeben, dass dafür größere Maßnahmen anfallen, die den ursprünglich angesetzten finanziellen Rahmen überschreiten. Eine bauliche Maßnahme muss baldmöglichst durchgeführt werden, um weitere Schäden an der Stützmauer, der entlang führenden Straße und den angrenzenden Häusern zu verhindern.

465 000 Euro wird das Projekt „Hügelmauer“ in Altershausen kosten. Im Haushalt der Stadt wurden dafür bereits finanzielle Mittel eingestellt. Das Amt für Ländliche Entwicklung wird sich an der Neuerstellung mit einer Kostenübernahme von 65 Prozent mit einem Höchstbetrag von 220 000 Euro und der Vorlage des Verwendungsnachweises bis 31. Dezember 2023 beteiligen. Bis dahin muss die Maßnahme abgeschlossen sein. Der Stadtrat stimmte dem Vorhaben zu. Stadtrat Markus Geuß aus Hofstetten kommentierte die Entscheidung mit: „Es führt kein Weg daran vorbei!“

3. 3.Antrag auf finanzielle Beteiligung am Abt-Degen-Weintal

Nicht alle Stadträte sahen zu Beginn der Sitzung die Notwendigkeit ein, sich an einem Projekt des Abt-Degen-Weintales, der Vermarktergemeinschaft für fränkischen Wein im Landkreis, zu beteiligen. Diese möchte in Limbach und Steinbach zwei Weinwerbestandorte errichten, an denen „Frankens junger Stern zum Leuchten gebracht“ werden soll. „Die Stufen zum Weingenuss “ sind dort beispielsweise ein Thema. Die Stadt Königsberg ist seit Gründung Mitglied der Vermarktergemeinschaft Abt-Degen-Weintal und soll sich an diesen Projekten mit 10 000 Euro beteiligen.

Diese Beteiligung leuchtete vier Mitgliedern des Stadtrates nicht ein, die sich gegen eine Beteiligung aussprachen. Unter anderem mit den Begründungen, dass Königsberg und Unfinden nur am Rand mit dabei seien und sehr weit vom eigentlichen Weinbaugebiet im Maintal entfernt lägen. Nach ausgiebiger Diskussion wurde dem Antrag von elf Mitgliedern zugestimmt. Der Betrag von 10 000 Euro soll im nächsten Haushalt der Stadt 2022 eingestellt werden.

4. 4.Mobile Luftreinigungsgeräte für die Regiomontanus-Grundschule

Dass Luftreinigungsgeräte für die Grundschule in Anbetracht der nicht zurückgehen wollenden Corona-Pandemie in den Klassenräumen notwendig sind, darüber herrschte im Gremium fast Einigkeit. So wurde nach einer ausführlichen Information durch Bürgermeister Claus Bittenbrünn und anschließender Diskussion beschlossen, sieben oder acht Geräte anzuschaffen. Über die genau benötigte Anzahl wird Bittenbrünn noch ein Gespräch mit der Schulleiterin der Grundschule führen.

Zudem soll später noch entschieden werden, ob die Geräte gekauft oder geleast werden. Die Kosten für ein gekauftes Gerät belaufen sich auf rund 4000 Euro. Bezuschusst werden sie mit 1750 Euro. Da der für die Anschaffung erforderliche finanzielle Betrag noch im diesjährigen Haushalt der Stadt untergebracht werden kann, wurde die Anschaffung mit 15 gegen die Stimme von Gerhard Hölzer (OHL) befürwortet. In der Hoffnung, dass es dabei nicht zu langen Lieferzeiten kommt. Denn sonst könnte ein Kommentar hinsichtlich der Anschaffung, der an diesem Abend auch zu hören war, nicht erfüllt werden: „Wenn es in der Schule Luftfiltergeräte gäbe, ist die Wahrscheinlichkeit größer, eine mögliche Quarantäne umgehen zu können.“