Beim Waldbau ist ein langer Atem gefragt. Die Förster, die sich um den Wald kümmern, ihn bewirtschaften, zukunftsfähig machen wollen, können meistens nicht mehr selbst die Früchte ihrer Arbeit ernten. Der Erfolg ihrer Arbeit wird, je nach Baumart, erst nach 50 bis 120 Jahren sichtbar. Aber ihre Arbeit trägt dazu bei, dass der Wald für spätere Generationen ein natürlicher, schattiger und facettenreicher Erholungsort bleibt.

Die Arbeit der Förster wird erschwert, weil sie besonders in den vergangenen Jahren mit Schädlingen wie Borkenkäfern und mit der Trockenheit zu kämpfen hatten – ein Strich durch die Rechnung einer normalen und wirtschaftlich sinnvollen Nutzung des Waldes . Schäden durch den Klimawandel sind zum Beispiel sichtbar in Buchenbeständen im Revier Bramberg.

Kürzlich hatte der Forstbetrieb Bad Königshofen mit Heiko Stölzner als Leiter und Margret Schneider an der Spitze hohen Besuch. Am Parkplatz der Herrenbirke bei Unterpreppach trafen sich alle Förster des Forstbetriebs , MdL Steffen Vogel ( CSU ), stellvertretender Landrat Oskar Ebert ( CSU ) und Martin Neumeyer, Vorstandsvorsitzender der Staatsforsten in Bayern mit Dienstelle in Regensburg. Das Unternehmen Bayerische Staatsforsten wurde im Juli 2005 gegründet. Es bewirtschaftet für den Freistaat Bayern rund 755 000 Hektar Wald . Der Bereich des Forstbetriebs Bad Neustadt erstreckt sich als breites Band von etwa 25 Kilometern und einer Länge von etwa 80 Kilometern zwischen der Rhön im Nordwesten über die Haßberge bis in das Maintal bei Zeil, wobei in den Haßbergen die größte zusammenhängende Fläche ist. Die Fläche des Forstbetriebs beträgt laut Stölzner 14 175 Hektar mit 70 Prozent Laub- und 30 Prozent Nadelholz .

Anbauversuch mit der Zeder

Besichtigt wurden besondere Anbauflächen im Revier Ebern. Dort wachsen Atlaszedern und Douglasien, Esskastanien, Elsbeeren, Speierlinge und Kirschen, sogenannte Klimawaldkulturen. Für das Revier Ebern standen Förster Sven Kaps und für das Revier Bramberg Joachim Haala als fachkundige Forstbeamte Rede und Antwort. Martin Neumeyer bezeichnete den Forstbetrieb Bad Königshofen als Brennpunkt der Staatsforstbetriebe mit Klimawaldkulturen. „Um dem Klimawandel zu trotzen, haben unsere Förster im letzten Jahr im Forstbetrieb 120 000 neue Bäume pflanzen lassen. Diese gilt es nun zu pflegen“, sagte Neumeyer. In der Waldabteilung „Weißfichte“ zeigte Sven Kaps, der für 17 000 Hektar Wald zuständig ist, einen Anbauversuch mit der Atlaszeder, einem fremdländischen Baum, der aus den nordafrikanischen Bergregionen von Marokko und Algerien kommt. „Dieser Baum ist besonders trockenheitsresistent und erreicht eine Wuchshöhe um die 40 Meter“, erläuterte Kaps. Die Atlaszeder sieht in etwa wie eine Fichte aus. „350 von ihnen haben wir hier auf dieser eingezäunten Fläche gepflanzt, und bisher haben sie sich gut entwickelt“, berichtete Kaps. Heiko Stölzner ergänzte, dass das Saatgut für die Atlaszeder nur begrenzt zur Verfügung stehe. Martin Neumeyer gab den wichtigen Hinweis, dass man bei fremdländischen Pflanzen vorsichtig sein müsse, auch wenn sie sich klimaneutral verhielten. „Das müssen wir erst einmal zehn bis 20 Jahre lang beobachten, wie sich alles entwickelt, bevor man da viel Geld investiert.“

14 neue Bäume , von denen man glaubt, dass sie mit dem Klimawandel zurechtkommen könnten, wurden im Forstbetrieb Bad Königshofen gepflanzt. 600 000 Euro habe der Forstbetrieb zusätzlich für dieses Waldstück, Klimawald genannt, aus einem bayerischen Förderprogramm bekommen, sagte Neumeyer. In fünf Jahren sollten in Bayern 30 Millionen Bäume zusätzlich gepflanzt werden, dass seien doppelt so viele, wie bei der Forsteinrichtung geplant gewesen seien.

Neumeyer sah sich um: „Hier stehen schon mindestens vier verschiedene Baumarten für den Klimawald.“

Der Staatswald gehe mit Vorbildcharakter voran, stellte MdL Steffen Vogel fest und fragte, ob auch die Privatwaldbesitzer mitziehen würden. Diese würden aus dem Fonds auch unterstützt, aber „ob es überall gut läuft, kann bezweifelt werden“, meinte Neumeyer.

Weiter wurde eine Waldabteilung angesehen, in der 300 Douglasien angepflanzt wurden, als klimastabile Baumart. „Diese haben in dem bisher niederschlagsreichen Jahr einen Zuwachs von 50 Zentimetern“, sagte Sven Kaps und zeigte auf eine Pflanze . Die Bayerischen Staatsforsten unterhielten zwei Pflanzgärten, sagte Neumeyer, damit könne der Grundbedarf an Pflanzen sichergestellt werden.

Begeisternde Vielfalt

In der Abteilung „Feuerrangen“, 150 Hektar groß, wurden Vogelbeere, Speierling und Elsbeere gepflanzt, wo ehemals Fichten standen. Diese waren dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen. Fünf Hektar Kahlflächen habe man im „Feuerrangen“. Durch einen Zaun geschützt, wachsen dort nun Mehlbeeren, Speierlinge und Wildbirnen heran. „Diese Vielfalt begeistert mich“, sagte Neumeyer. Das Ganze mache jede Menge Arbeit, waren sich die Forstleute einig. „Nur kleinere Flächen kann man der Natur überlassen“, sagte Neumeyer. Förster Joachim Haala, zuständig für das Forstrevier Bramberg, zeigte in seinem Revier Schäden an Buchenbeständen, die durch den Klimawandel entstanden seien. „Das sind Sonnenbrände an der Rotbuche, deren Rinde sich verfärbt und zum kompletten Absterben des Stammes führen kann. Dadurch wird das Holz entwertet. Damit der Verlust nicht noch größer wird, ist eine Holzernte der massiv geschädigten Bäume zwingend notwendig“, betonte Haala. Zudem seien abgestorbene Bäume gefährlich, Kronentotholz könnte herabstürzen, sagte Heiko Stölzner. Es gelte der Grundsatz, zuerst das stark geschädigte und labile, aber noch verwertbare Holz zu nutzen, sagte Haala und fügte aus der Statistik hinzu: „Im Geschäftsjahr 2021 wurden im Revier Bramberg 3140 Festmeter Stammholz aufgearbeitet, der geplante Bucheneinschlag beläuft sich auf etwa 5860 Festmeter.“