Ein Verkehrsunfall und eine anschließende Vermisstensuche haben am Samstagnachmittag zu einem Großeinsatz für Rettungskräfte aus Unter- und Oberfranken gesorgt. Rund 200 Einsatzkräfte von Polizei , Rettungsdienst , Katastrophenschutz , Feuerwehr und Rettungshundestaffeln suchten nach einem 57-jährigen Mann, der nach einem schweren Unfall nicht aufzufinden war. Im Einsatz waren zudem ein Rettungs- und ein Polizeihubschrauber . Rund zwei Stunden nach Einsatzbeginn wurde der Vermisste mit lebensgefährlichen Verletzungen aufgefunden.

Gegen 12.35 Uhr erreichte die Inte-grierte Leitstelle die Mitteilung über einen Unfall durch ein sogenanntes eCall-System, das im Auto installiert ist und bei heftigem Aufprall automatisch auslöst. Daraufhin wurden Rettungsdienst , Notarzt und Feuerwehr zur vermeintlichen Unfallstelle alarmiert. Diese lag in einem Waldgebiet zwischen Stettfeld und Lauter unweit der Grenze zwischen den Landkreisen Haßberge und Bamberg. Die Rettungskräfte fanden einen Personenwagen vor, der neben einem Feldweg offenbar mit höherer Geschwindigkeit gegen einen Baum gefahren war. In dem Auto hatten die Airbags ausgelöst und es waren Blutspuren zu sehen. Von dem oder den Insassen fehlte allerdings jede Spur.

Suche per Hubschrauber erfolglos

So wurde eine großangelegte Suchaktion gestartet. Über die Halteranschrift konnte die Polizei in Erfahrung bringen, dass es sich bei dem Fahrer um einen 57 Jahre alten Mann aus dem Landkreis Haßberge handeln musste, der von zu Hause abgängig war.

Zunächst überflog der Rettungshubschrauber „Christoph 27“ aus Nürnberg das Waldgebiet rund um die Unfallstelle sowie angrenzende Wiesen und Felder, konnte den Mann aber nicht ausfindig machen. Parallel dazu begann die Feuerwehr mit Suchmaßnahmen und schickte mehrere Fußtrupps durchs Gelände.

Zeitgleich lief unter Einsatzleitung von David Amling, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Stettfeld , ein Großeinsatz für Helfer aus Unter- und Oberfranken an. Insgesamt sieben Feuerwehren aus Stettfeld , Ebelsbach, Eltmann, Staffelbach, Lauter, Deusdorf und Leppelsdorf mit rund 100 Frauen und Männern waren an den Suchmaßnahmen und der Verkehrsumleitung beteiligt.

Daniel Imhof, Einsatzleiter des Rettungsdienstes, ließ weitere Kräfte nachalarmieren, so dass neben dem Rot-Kreuz-Rettungswagen und dem Notarzt aus Ebern und dem Rettungshubschrauber „Christoph 27“ weitere Einheiten zum Einsatz kamen. Das Rote Kreuz war mit etlichen Fahrzeugen und zahlreichen Einsatzkräften im Einsatzgebiet vertreten.

Insbesondere wurden zahlreiche Rettungshundestaffeln aus der Region alarmiert, um das weitläufige und zum Teil unwegsame Gelände nach dem Vermissten abzusuchen. So kamen Rettungshundestaffeln des Roten Kreuzes Haßberge, Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen, des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Schweinfurt, der Johanniter Schweinfurt sowie der Feuerwehr Sömmersdorf mit insgesamt 17 Hunden zum Einsatz. Für die Mantrailerin Brigitte Fiedler und ihren „Lauser“ von der Rettungshundestaffel Haßberge war dies der dritte Alarmierungseinsatz innerhalb von 24 Stunden und der vierte innerhalb von fünf Tagen.

Ebenso war ein Vertreter der Psychosozialen Notfallversorgung vor Ort, der sich um ein Dutzend an die Einsatzstelle geeilte Angehörige und Freunde des Vermissten kümmerte.

Die Polizei aus Unterfranken und Oberfranken war mit mehreren Streifenfahrzeugen und knapp 20 Beamten an der Suche beteiligt, ebenso ein Polizeihubschrauber , der Waldgebiete, Wiesen und Felder aus der Luft nach dem Mann absuchte.

Gegen 14.45 Uhr kam die erlösende Nachricht: Ein Spaziergänger hatte den lebensgefährlich verletzten Mann in freier Flur entdeckt, rund 500 Meter von Lauter am Rande eines kleinen Wäldchens und etwa 800 Meter von der Unfallstelle entfernt. Notarzt und Rettungsdienst bemühten sich um den Mann. Per Rettungshubschrauber wurde er ins Klinikum Bamberg gebracht. Zu den Hintergründen des Unfalls laufen die Ermittlungen der Polizei .