Der Frühling hat zumindest meteorologisch Einzug gehalten. Was viele Menschen freut, bereitet Allergikern Sorge. Denn nach und nach fliegen sie wieder, die Pollen. Und seit Jahren beobachten Forscher, dass sich der Pollenflug deutlich um mehrere Tage nach vorne verlagert.

Pollen ist dabei nicht gleich Pollen. Was die Aggressivität betrifft, gibt es durchaus Unterschiede. Bei den Laubbäumen etwa lösen häufig Birke, Hasel und Erle eine Allergie aus. Für die letzten beiden hat die Flugsaison jetzt schon begonnen. Die Birke ist vor allem für ihre Menge an Pollen berüchtigt, so dass sie bei vielen Betroffen als Hauptauslöser allergischer Reaktionen gilt.

Bei den Gräsern und Kräutern machen sich vor allem Rispengras, Beifuß, Brennnessel, Traubenkraut und Wegerich unbeliebt. Auch Getreidepollen wie Roggen oder Hafer können mitunter heftige Reaktionen hervorrufen.

Manche Allergieformen sind eher selten, wie etwa die mit Kiefernpollen. Wer davon betroffen ist, leidet aber umso heftiger, da die Kiefer in Deutschland weit verbreitet ist.

Körper schlägt falschen Alarm

Verursacher der Allergie ist der Pollen (Blütenstaub) windbestäubter Pflanzen. Während insektenbestäubte Pflanzen zur Blütezeit weniger Pollen produzieren, müssen windbestäubte Pflanzen viele Pollen freisetzen, um die Bestäubung zu sichern.

Dass der menschliche Körper dann so auf den Pollen reagiert, hat mit Proteinen (Eiweißen) zu tun, die darin vorkommen. Im Falle einer Allergie bildet das Immunsystem als Antwort auf die eigentlich harmlosen Proteine eine ganze Reihe von Antikörpern. Es schlägt also fälschlicherweise Alarm. Beschwerden entstehen dann vor allem dort, wo die Pollen-Allergene direkt auftreffen - an den Schleimhäuten von Nase, Augen und Mund. Die Folgen sind tränende und juckende Augen, Fließschnupfen, Niesattacken und Atemnot. Die Allergie kann auch zu Magen-Darm-Störungen, Müdigkeit und Kopfschmerzen führen. Ohne ausreichende Therapie erkranken zudem viele der Patienten an Asthma.

Erbliche Veranlagung

Eine entscheidende Rolle spielt die erbliche Veranlagung. Das Risiko an einer Pollenallergie zu erkranken, ist besonders groß, wenn Vater und Mutter unter allergischen Reaktionen leiden. Das Risiko der Kinder liegt dann bei 60 Prozent.

Achtung Kreuzallegie

Wer als Pollenallergiker beim Verzehr von Obst, Gemüse oder Nüssen ein Kribbeln im Mund, ein Kratzen im Hals oder ein pelziges Gefühl auf der Zunge spürt, leidet in der Regel unter einer Kreuzallergie. Das liegt daran, dass die Allergene mancher Pollen und Lebensmittel ähnlich sind und das Immunsystem sie nicht auseinanderhalten kann.

Welche Nahrungsmittel man nicht verträgt, hängt davon ab, auf welche Pollenarten man allergisch ist. Menschen, die auf Birkenpollen allergisch sind, können auch auf Kernobst, Steinobst oder Nüsse allergisch reagieren. Wer Probleme mit Beifuß hat, könnte eine Kreuzreaktion auf Sellerie, Karotten oder Fenchel und auf Gewürze wie Anis, Kümmel oder Petersilie entwickeln. Haselpollenallergikern sind oft überempfindlich gegenüber Hasel- und anderen Nüssen. zl