Stephan herbert fuchs

Gelegenheit macht Diebe: das musste eine junge Frau schmerzlich erfahren, als sie ihr Smartphone in einem Einkaufsmarkt am Goldenen Feld neben das Kassenband legte und kurzzeitig unbeaufsichtigt ließ. Ein 18-jähriger Kunde aus Kulmbach nutzte die scheinbar günstige Gelegenheit, schnappte sich das Gerät und schon war er über alle Berge. Nicht zuletzt dank einer Videoüberwachung konnte er allerdings nach einigen Tagen dingfest gemacht werden. Vor dem Jugendrichter gab es jetzt die Quittung dafür: Wegen Diebstahls wurde er zu 500 Euro verurteilt.
Es war nicht das erste Mal, dass der junge Mann straffällig wurde. Sechs Mal war er bereits mit der Justiz konfrontiert. Hausfriedensbruch, Bedrohung, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung, Drogen und sogar schon ein Diebstahl: meistens kam er mit einer Arbeitsauflage davon, in einigen Fällen wurde sogar von der Strafverfolgung abgesehen. Trotzdem wurde er auch diesmal wieder nach Jugendstrafrecht verurteilt. "Bei dem Diebstahl handelt es sich um ein jugendtypisches Fehlverhalten schlechthin", sagte Stefan Fürst vom Jugendamt.
Sein Handy war seinerzeit kaputt, er habe ein neues gebraucht, da habe sich diese "gute Gelegenheit" ergeben, so lässt sich das Geschehen vom 26. August dieses Jahres zusammenfassen. Anfangs habe er schon ein schlechtes Gewissen gehabt, sagte der Angeklagte. Geld habe er keines gehabt, so dass er das etwa 400 Euro teure Gerät einfach an sich nahm.
"Es war auf jeden Fall eine schlechte Aktion, ich würde das sicher nicht mehr machen", beteuerte der junge Mann vor Gericht. Vier Tage lang hatte er das Smartphone mit eigener SIM-Karte verwendet. Dann kam man ihm auf die Schliche. Die Eigentümerin bekam das Gerät wieder zurück, entschuldigt hat sich der Angeklagte bei ihr bis heute nicht.
Jugendrichter Christoph Berner legte fest, dass die 500 Euro binnen fünf Monaten zugunsten der Jugendsozialarbeit der Geschwister-Gummi-Stiftung gezahlt werden müssen. Auch Berner sprach von einer klassischen jugendtypischen Verfehlung, wertete aber auch für den Angeklagten, dass es sich um eine Spontantat gehandelt habe und dass der Angeklagte von Anfang an alles zugegeben hatte. Zusätzlich zu der Geldauflage muss der junge Mann, der derzeit eine Ausbildung macht, auch die Kosten des Verfahrens übernehmen.