Dass enorme Mengen an Baumstämmen überall in der Landschaft aufgestapelt sind, fällt auf. Es sind fast ausschließlich Fichten, die gefällt werden mussten, weil sie vom Borkenkäfer befallen waren. Nordbayern und vor allem der Frankenwald, der als Bayerns Käfer-Hotspot Schlagzeilen machte, sind besonders betroffen. Der Holzpreis ist im Keller. Waldbauern sorgen sich, wie sie da eine Wiederaufforstung finanzieren sollen. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

Wer neben dem Käferholz auch noch hochwertige Stämme aus seinem Wald holen kann, der kann offenbar auch noch gutes Geld dafür bekommen. Albert Schrenker, Leiter des Forstbetriebs Coburg der Bayerischen Staatsforsten (BaySF), ist mit dem Erlös zufrieden, der für Stämme erzielt werden konnte, die der Forstbetrieb bei der Nadelwertholzsubmission aufgelegt hatte.

Die Angebotsmenge auf dem Platz bei Himmelkron lag sogar rund 30 Prozent über der des Vorjahres. Die Statistik der BaySF lässt erkennen, dass die gestiegene Angebotsmenge auch hier etwas auf den Preis drückte.Die Durchschnittserlöse erreichten nicht ganz das Niveau des Vorjahres. Dafür stieg der Preis bei der Tanne - obwohl auch da die angebotene Menge gestiegen ist.

Der Forstbetrieb Coburg (Betriebsgemeinschaft mit Rothenkirchen) erzielte gute Ergebnisse bei Douglasienstämmen. Bei einem Durchschnittspreis von 213 Euro für den Festmeter lagen Spitzenpreise bei über 300 Euro. "Eine Fichte aus dem Revier Hassenberg erzielte 241 Euro für den Festmeter", berichtet Albert Schrenker. Der mittlere Preis für Lärchenholz lag bei der Submission bei 319 Euro je Festmeter. Ein Stamm aus dem Forstbetrieb brachte sogar 360 Euro.

Kein Wunder, dass die Verkäuferseite nach der Submission mit dem Ergebnis und dem Interesse der Käufer zufrieden war. Mit 16 Bietern hatte nur einer weniger Interesse am Angebot in Himmelkron gezeigt als im Jahr davor.

Den teuersten Stamm, die so genannte Braut, konnte der Coburger Betrieb nicht stellen. Der kam aus dem Forstbetrieb Pegnitz der BaySF. Das 74 Zentimeter starke Lärchenbloch brachte 606 Euro je Festmeter und geht als Furnierholz an einen Betrieb aus Österreich.

Im Coburger Land laufen derzeit bei der Waldbauernvereinigung (WBV) Coburg die Vorbereitungen für die Laubwertholzsubmission. Auf dem Platz bei Unterwohlsbach liegen die Stämme schon bereit und werden gerade noch zurecht gemacht. Am unteren Stammende wird eine dünne Scheibe abgesägt, damit die Bieter, die jetzt so nach und nach das Angebot begutachten werden, die Qualität besser beurteilen können.

Überwiegt hier die Eiche, so sind in diesem Jahr - bei insgesamt steigender Angebotsmenge - auch wertvolle Nadelholzstämme dabei, wie Ralf Keller, stellvertretender Geschäftsführer der WBV, auf Anfrage informierte. Wie in den Jahren zuvor ist die Eiche dominierend auf dem Platz mit 262 Festmetern vor der Kiefer auf Platz zwei mit 54,42 Festmetern.

Doch es liegen auch Kirsche und Birne auf. "Ich würde mir wünschen, dass viel mehr Obstholz kommt. Ich bin sicher, dass so mancher Obstbaum nicht im Ofen landen müsste, der gefällt wird", sagt Ralf Keller.

Den wenigsten Privatleuten sei bekannt, dass sie solche Einzelstämme über die WBV vermarkten können, ohne einen eigenen Forstbetrieb zu haben. "Und wenn sie vom Erlös für einen Obstbaumstamm dann Brennholz kaufen, bekommen sie auf jeden Fall mehr, als der Stamm an Schürholz gebracht hätte", rechnet Ralf Keller vor. Dass auch Käferholz am Ende abgesetzt werden kann, zeigen die enormen Mengen, die auf dem Nasslager des Forstbetriebs Coburg der BaySF in Rödental gelagert waren. An die 40 000 Festmeter wurden dort durch Dauerberegnung haltbar gemacht. Inzwischen, bestätigt Albert Schrenker, ist alles verkauft. Der Platz wird bis Weihnachten geräumt sein, versichert er. Der Preis erreicht allerdings Höhen wie vor ein paar Jahren längst nicht mehr.