"Gut Holz" hallte es am Samstagabend durch das Festzelt des gleichnamigen Kegelclubs in Höchstadt, um sich gemeinsam auf den Festakt einzustimmen.
Am 13. Januar 1967 wurde der Verein gegründet. Damals noch in Höchstadt-Süd, im Keller des Supermarktes der Familie Zwingel. Heute kann Gut Holz Höchstadt vier Kegelbahnen samt Wirt nutzen. Und genau jener, Thomas Schlund, ist auch Vorsitzender des Vereins.
Gemeinsam mit seiner Frau bewirtet er die rund hundert Mitglieder tagtäglich. Zwar trainieren die Aktiven im Verein nur einmal in der Woche, trotzdem finden sich Spieler und Zuschauer immer wieder im Vereinsheim ein, um gemeinsam zu reden und etwas zu trinken.
Früher hing Kegelvereinen der Ruf nach, viel Bier zu konsumieren. "Statt Bier, schenken wir hier viel mehr Apfelsaftschorle aus", sagt Schlund, "wir wollen von diesem Image weg".
Neben Bier und Apfelschorle gab es am Samstag zum 50-Jährigen aber auch reichlich Gegrilltes und zwei gute Spiele im Vereinsheim. Seit Jahren pflegt der Kegelclub Höchstadt mit dem des FSV Bruck eine Freundschaft. Zwar sind die Brucker in der Zweiten Bundesliga drei Spielklassen höher angesiedelt als die Mannschaft aus Höchstadt, trotzdem gaben sich die Jubilare nicht einfach so geschlagen. Nach einem spannenden Spiel stand es letztendlich 3111 zu 3195 für Bruck.
Auch die Damen durften am Samstag ihr Können unter Beweis stellen. Sie gewannen gegen das Team aus Neuhaus mit 1882 zu 1835. Und das, obwohl auch die Neuhauser zwei Klassen über den Höchstadtern spielen und mit einer jungen Mannschaft besetzt waren.


Fünf Mannschaften gemeldet

Die Jugend fehlt aktuell dem Kegelclub aus Höchstadt. Unter den hundert Mitgliedern findet sich kein Jugendlicher. "Wir können nicht mit Kegeln gegen Eishockey ankommen", sagt Vorsitzender Schlund. Demnach sei Kegeln aktuell einfach nicht so sehr im Trend.
Trotzdem ist der Verein stolz auf seine aktiven Mitglieder. Aktuell stellen sie vier Herren- und eine Damenmannschaft. Die Vereinsälteste ist sogar fast 80 Jahre alt und kegelt immer noch.
Ikone des Vereins ist und bleibt trotzdem der langjährige Vorsitzende Sepp Hembera. 30 Jahre stand er an der Spitze des Vereins. "Ohne ihn würden wir nicht mehr bestehen", sagt Schlund. So sei der Verein unter ihm, laut Zweitem Vorsitzendem Manfred Scheer, "immer weiter gewachsen".
Neben der Integration einer Damenmannschaft konnte man auch Aufstiege und Meisterschaften feiern. Und auch auf Kreisebene ist der Verein mittlerweile ein wichtiger Bestandteil. "Höchstadt ist für uns ein wichtiger Partner geworden", sagt Kreissportwart Roland Watzer. So könne man Meisterschaften und Wettbewerbe ideal und oft in Höchstadt austragen.
Zwar hatte Bürgermeister Gerald Brehm (JL) laut eigener Aussage "nur bescheidenen Erfolg" im Kegeln, trotzdem ist er seit mittlerweile mehreren Jahrzehnten dem Verein treu geblieben. Auch er beglückwünschte am Samstag die Geehrten Silvia und Thomas Schlund, sowie mit Theo Reinhardt eines der Gründungsmitglieder.