Besonders in schwierigen Zeiten wie aktuell können Bräuche von großer Bedeutung sein und Mut machen. Dazu zählt auch der Spatenstich. Scheßlitz' Erster Bürgermeister Roland Kauper (CSU), Landrat Johann Kalb (CSU), Robert Hammerand vom Erschließungsträger KFB Reuth sowie Bauunternehmer Georg Pfister und Mitarbeiter des gleichnamigen Tiefbauunternehmens setzten mit dem jetzigen Spatenstich ein Zeichen der Hoffnung. In Scheßlitz wird damit sprichwörtlich ein Grundstein gelegt für die Zukunft. Es geht weiter. Wie heißt es im Volksmund treffend: "Nach jedem Tief kommt auch wieder ein Hoch."

Zwei Zufahrten

Nach dem Beschluss zur Erweiterung des "Gewerbegebiets Brandäcker Süd" zu Beginn des Jahres 2019 konnte das Areal bis Jahresende zur erlaubten ausweisbaren Fläche vor der Hochspannung ausgedehnt werden.

Wie in den Planungen von Ende 2019 vorgesehen, wird das neue Gewerbegebiet neben der geplanten Zufahrt über die Straße Brandäcker noch eine weitere über die Staatsstraße erhalten. Dafür wird diese um einen Linksabbiegestreifen erweitert.

Reduzierte Verkehrsbelastung

Laut Planung ist das Gelände von über 80 000 Quadratmetern als "reines Gewerbegebiet" ausgewiesen, bei dem innerörtlicher Durchgangsverkehr von und zur Autobahn vermieden werden soll. Deshalb können sich dort keine Firmen ansiedeln, bei denen mit "erheblicher Verkehrsbelastung" zu rechnen ist.

Das betrifft insbesondere Logistikunternehmen. Aber auch Beherbergungsbetriebe, Vergnügungs- und Speisegaststätten, Einzelhandel sowie Tankstellen.

Neben anderweitig ausgewiesenen grünen Ausgleichsflächen für das Areal sollen hier ein Biotop mit einem Fassungsvermögen von rund 1800 Kubikmetern für die Regenrückhaltung sowie weitere "kleine Stellschrauben" laut Planer Höhnen & Partner aus Bamberg auf den Klimawandel eingehen und zum Artenschutz beitragen. Die Gesamtinvestition seitens der öffentlichen Hand beträgt rund drei Millionen Euro.

Mit den Tiefbaumaßnahmen wurde bereits begonnen. Bis Ende September 2021 sollen 4500 Quadratmeter Straßen- und Gehwege erstellt werden. 350 Meter Schmutzwasser- und 440 Meter Regenwasserkanal sind zu verlegen sowie 480 Meter Wasserleitung plus Leerrohre für die Telekommunikation. Damit ist das neue Gewerbegebiet gut aufgestellt für die Zukunft, so der allgemeine Tenor.