Fast 60 Prozent der zehnjährigen Kinder sind keine sicheren Schwimmer. Dieses Ergebnis lieferte 2017 eine Forsa-Umfrage und rückte damit auch den Schwimmunterricht an Schulen wieder in den Fokus.

Das Problem schon weitaus früher erkannt haben die DLRG-Jugend Bayern und die AOK Bayern, die bereits 2013 gemeinsam mit dem Bayerischen Gesundheitsministerium die Aktion "Sichere Schwimmer" initiiert haben. Durch den Einsatz ausgebildeter und erfahrener Schwimmtrainer der DLRG wird seitdem der reguläre Schwimmunterricht unterstützt. Mehr als 15 000 Schüler konnten von der Aktion bereits profitieren. Alleine im nunmehr zu Ende gehenden Schuljahr wurden über 3000 Kinder an 40 Schulen erreicht. Wieder dabei waren auch die Lucas-Cranach-Schule Kronach sowie erstmals die Grundschulen Pressig und Stockheim-Reitsch. Hier konnten durch die Aktion insgesamt an die 300 Kinder zu sicheren Schwimmern ausgebildet werden.

288 "Sichere Schwimmer"

"Die Kinder bekommen durch unsere zusätzlichen Schwimmtrainer einen individuelleren und abwechslungsreicheren Schwimmunterricht. Schwimmen zu können, rettet Leben und hält gleichzeitig fit", bekundeten die Schwimmtrainer Marliese und Richard Bär vom DLRG-Kreisverband Kronach. Gemeinsam mit DLRG-Bundesfreiwilligendienstleistende Sophia Fischer sowie Stephan Preisz von der AOK-Direktion Coburg - konnte das Ehepaar wiederum eine hohe Anzahl an Seepferdchen, Bronzenen, Silbernen und Goldenen Abzeichen an die teilnehmenden Kinder übergeben. Eine große Abschlussveranstaltung - wie in den vergangenen Jahren - war heuer aufgrund der aktuellen Situation nicht möglich. Dennoch ließen es sich die Verantwortlichen nicht nehmen, die Urkunden an den jeweiligen Schulen allen insgesamt 288 "Sicheren Schwimmern" persönlich zu übergeben. Größten Respekt zollten sie dabei Bufdi Sophia Fischer, die den Schwimmunterricht an den Grundschulen Stockheim-Reitsch sowie Pressig wie auch in den beiden Klassen 3 a und 3 b an der Lucas-Cranach-Schule erteilt hatte. Für den Unterricht in den anderen Klassen der Kronacher Grundschule zeichneten erneut Marliese und Richard Bär selbst verantwortlich, die beide seit vielen Jahren ehrenamtlich und mit großer Leidenschaft Kindern das Schwimmen beibringen. Für dieses tolle Engagement gab es auch heuer Lob von allen Seiten.

"Schwimmen ist gesund und hält fit. Daher macht auch weiter mit", appellierte Stephan Preisz an die Wasserratten, als diese voller Stolz ihre Schwimmabzeichen entgegen nahmen. Er hoffte, dass sie beim Schwimmen blieben; zähle dies doch zu den gesündesten Sportarten überhaupt, weil es den gesamten Körper beanspruche und das Herz-Kreislauf-System aktiviere. Dadurch könnten Volkskrankheiten wie beispielsweise Adipositas (Übergewicht) oder Diabetes vorgebeugt werden.

Von einer "tollen Aktion" sprach die Konrektorin der Lucas-Cranach-Schule, Kerstin Benos. Durch die individuelle Betreuung erlernten die Kinder das Schwimmen schneller und nachhaltiger. Schwimmen sei dabei weitaus mehr als nur eine schöne Freizeitbeschäftigung. Vielmehr sei es wichtig, um das eigene Leben, aber auch das anderer Menschen zu retten. Umso dankbarer zeigte sie sich den Verantwortlichen gegenüber.

"Nach dem Fleiß kommt der Preis", schmunzelte Richard Bär, als er den eifrigen Nachwuchsschwimmern ihre wohlverdienten Abzeichen überreichte. In herzlichen Worten bedankten sich diese bei ihm, seiner Ehefrau und Sophia Fischer für den Schwimmunterricht, der ihnen viel Spaß bereitet habe. Um ihnen eine Freude zu bereiteten, hatten einige Schüler auch eine schöne Dankeskarte gestaltet. Aber auch für alle Wasserratten gab es noch kleine Geschenke; erhielten sie doch aus Händen von Stephan Preisz praktische Schwimmbeutel - als Belohnung und Anreiz, auch zukünftig weiter schwimmen zu gehen.