Der Marktgemeinderat Maroldsweisach hat am Montagabend im Hartlebsaal zwei Anträge für Freiflächen-Photovoltaikanlagen beraten. Für die Anlage bei Gresselgrund gab es Zustimmung, die Entscheidung über die Anlage zwischen Gückelhirn und Geroldswind wurde vertagt. Der Ortssprecher von Voccawind wurde vereidigt und der Beitritt zur Musikschule Ebern beschlossen.

Der Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) sagte eingangs, dass bereits bei einer Gemeinderatssitzung über die acht vorgesehenen Freiflächen-Photovoltaikanlagen informiert wurde. Negative Stimmen habe er hierzu bisher nicht vernehmen können. Nun gelte es, die vorliegenden Anträge zu behandeln und eine Entscheidung zu treffen. Gemeinderat Martin Schramm (FWG) fragte, ob geklärt sei, wie es künftig mit der Gewerbesteuer für die Gemeinde aussehe und ob sich die Antragsteller diesbezüglich schon geäußert hätten. Bürgermeister Thein erklärte dazu: "Es wird sich wohl unterschiedlich darstellen. Wir erwarten schon Gewerbesteuereinnahmen, aber es kommt darauf an, wie sich die Unternehmen hierzu positionieren; es hängt auch von der Gesellschaftsform ab, die für die Anlagen gewählt werden", sagte Wolfram Thein. Er geht davon aus, dass man vorab vertraglich einiges regeln könne.

Weitere Anregungen

Dritte Bürgermeisterin Ramona Schrapel (FWE) schlug vor, die Meinung aller acht Antragsteller einzuholen und darüber in einer weiteren Gemeinderatssitzung zu sprechen. Gemeinderat Harald Deringer (CSU) drängte darauf, dass der Sitz der Anlagen in Maroldsweisach gewählt werden sollte.

Gemeinderat Gunther Hartleb (SPD) sprach sich dafür aus, dass die Anlage in Gresselgrund eine Zustimmung erfährt. "Die Leute in Gresselgrund stören sich ganz offensichtlich an der geplanten Anlage nicht, deshalb sollten wir zustimmen", sagte er.

So geschah es dann auch. Das Gremium fasste den Aufstellungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung des Bebauungsplanes für die Anlage in Gresselgrund, Gemarkung Ditterswind, einstimmig.

Ein solches Verfahren war auch für die Anlage zwischen Gückelhirn und Geroldswind vorgesehen. Der Bürgermeister informierte, dass hierzu kürzlich eine Informationsveranstaltung in Gückelhirn stattgefunden habe. Die Gemeinderätin Melanie Gräbner (CSU) bemängelte, dass zu dieser Veranstaltung die Bürger von Altenstein nicht eingeladen gewesen seien, sie das aber auch betreffe, weil sie direkt auf die Anlage sehen können und eine Blendwirkung zu befürchten sei. "Ich habe versucht, von meinem Urlaubsort noch kurzfristig zu informieren, und auch in der Presse wurde auf die Veranstaltung hingewiesen, allerdings konnten nicht alle erreicht werden." Auch befürchteten Altensteiner durch die Anlage eine Minderung ihrer Grundstücke, fuhr sie fort.

Bürgermeister Thein entgegnete, dass er auch angeregt habe, die Bevölkerung von Altenstein und Paffendorf einzuladen. Allerdings sei nicht die Gemeinde Veranstalter gewesen. Melanie Gräbner schlug vor, diesen Tagesordnungspunkt zu streichen, und Gemeinderätin Doreen Büschel (SPD) stellte einen entsprechenden Antrag, dem bei zwei Gegenstimmen gefolgt wurde. Nun soll für die Altensteiner und Pfaffendorfer noch eine entsprechende Information folgen, bevor der Antrag wieder auf der Tagesordnung erscheint.

Vereidigt wurde René Müller als Ortssprecher für den Ort Voccawind. Er war kürzlich von den Bürger des Ortes gewählt worden.

Vertreter benannt

Für den Wasserzweckverband Gemeinfelder Gruppe wurde als Vertreter von Maroldsweisach Bürgermeister Wolfram Thein bestimmt. Für Ditterswind gehören dem Zweckverband Gerhard Gagel (SPD), Peter Hellmuth, Jörgen Hellmuth und Dieter Bauer an; für Gresselgrund ist dies Erwin Schneider, für Marbach Walter Graumann, für Todtenweisach Michael Bätz und für Gückelhirn Sven Scheidler. Auch die Stellvertreter wurden benannt.

Von der Feuerwehr Maroldsweisach mit der Löschgruppe Voccawind lag ein Antrag auf Beschaffung von Einsatzstiefeln vor. Bürgermeister Thein schlug vor, hier einen Grundsatzbeschluss für alle Wehren im Gemeindegebiet zu fassen. "Manche haben Gummi-, manche Lederstiefel", sagte Thein. Vorgeschlagen wurde von der Feuerwehr mit dem federführenden Kommandanten Wolfgang Harnauer (SPD), der Gemeinderatsmitglied ist, Stiefel im Wert von 125 Euro anzuschaffen. "Der Betrag ist für ein paar Stiefel ganz schön hoch, könnte man nicht versuchen, solche Stiefel zweiter Wahl anzuschaffen, die etwa bei 100 Euro liegen?", fragte Dritte Bürgermeisterin Ramona Schrapel.

Diese Stiefel würden bezuschusst, sagte der Bürgermeister, was wohl bei solchen zweiter Wahl nicht der Fall sei. Zweite Bürgermeisterin Heidi Müller-Gärtner (CSU) sprach sich für eine Gleichbehandlung aller Gemeindefeuerwehren aus. Gemeinderat Wolfgang Harnauer plädierte für die Anschaffung der betreffenden Stiefel. "Das ist auch nicht eine Luxusausführung, sondern es sind zweckmäßige Einsatzstiefel", sagte er. "Unsere 240 Feuerwehrleute leisten gute Arbeit, und wir müssen sie auch vernünftig ausrüsten", forderte Gemeinderat Dieter Hepp (CSU), während Gemeinderat Martin Schramm für eine Versammlung mit allen Kommandanten war, um das zu besprechen. Schließlich wurde der Grundsatzbeschluss gefasst, Einsatzstiefel im Wert von 125 Euro nach und nach für alle Feuerwehrleute anzuschaffen.

Beitritt zur Musikschule

Beschlossen wurde auch, der Musikschule Ebern beizutreten. Zweite Bürgermeisterin Heidi Müller-Gärtner, die schon länger auf eine Entscheidung im Gemeinderat gedrängt hatte, erläuterte die Modalitäten des Beitritts. Für einen Jahresbeitrag von 2500 Euro können alle Altersgruppen bedient werden. Derzeit besuchen 17 Kinder aus Maroldsweisach schon die Musikschule. Bürgermeister Wolfgang Thein war es wichtig, dass alle Kinder aus dem Gemeindegebiet Zugang zur Musikschule haben sollten. In dieser Sache habe er auch mit den Verantwortlichen der Weisachtaler Blasmusik gesprochen. "Wir sollten es erst einmal für ein Jahr ausprobieren, wie es funktioniert", sagte Thein, der auch meinte, dass mancher Unterricht in Maroldsweisach stattfinden könnte. Wie es sich aber tatsächlich gestalte, müsse man der Musikschule überlassen.

Es wurde beschlossen, pro Gemeindeeinwohner einen Beitrag von 50 Cent, höchstens jedoch 2500 Euro an die Musikschule zu zahlen. "Eine gute Entscheidung", kommentierte Gemeinderat Dieter Hepp.

Kerstin Brückner von der Hofheimer Allianz verwies darauf, dass derzeit Nachfragen von bauwilligen Interessenten nach Leerständen vorlägen. Das freute Bürgermeister Thein, der dazu aufrief, Leerstände zu melden, die möglicherweise zur Verfügung gestellt werden.

Auf eine Frage von Gemeinderätin Doreen Büschel sagte der Bürgermeister, dass die Tankstelle im Gewerbegebiet "Bleichäcker" nach Abnahme durch den Tüv wohl am 31. Juli 2020 eröffnet werden könne.