Wie es sich bei einer richtigen fränkischen Kerwa gehört, standen in Großenseebach am Sonntag "Kiegli zammspiln" und der Kerwasumzug, am Montag "Maien rausdanzn" mit zehn Paaren und "Geeger rausschlogn" auf dem Programm.
Am Montag nach 18 Uhr zogen die Ortsburschen vom Festplatz mit Unterstützung von Musikern in das Dorf, um dort ihre Tanzpartnerinnen abzuholen. An der Spitze wurde ein mit bunten Bändern geschmückter Weidenbusch vorangetragen. Erst am Treffpunkt erhielten die Ortsburschen die geschmückten Schürzen von ihren Tanzpartnerinnen umgelegt. Zum Festplatz zurückgekehrt, mussten die zehn Paare den Kirchweihbaum umrunden. Auf einem Tisch befand sich unter einem Tuch der Wecker, der zu einer unvorhersehbaren Zeit laut schellen würde. Wer den Weidenbuschen gerade in Händen hielt, der musste auch ein Kirchweihlied zum besten geben.
In diesem Jahr waren es vor allem Lieder, mit denen auf aktuelle Geschehnisse Bezug genommen wurde, etwa auf Weisendorf und seine Kerwa, die ja eine Woche davor stattfand, oder auf einen Kerwasburschen, der statt Fußball zu spielen lieber die Büsche aufsuchte.
Auch einzelne Akteure wurden auf die Schippe genommen:
"Der Einkaufswagen für die Kerwa hat sich wieder rentiert, mit dem wurde der Effe nach Haus transportiert!" "Heut Nacht hat unser dritter Vorstand fei gschaud, do hamsn drei Heena in Gardn neighaud!" Erst nach nahezu 30 Minuten standen Christian Rowold und seine Partnerin Carmen Essl als Sieger beim "Maien rausdanzn" fest.
Beim "Geeger rausschlogn" gewann Patrick Prell. Bei dieser Disziplin mussten die Ortsburschen mit einem armdicken Stamm einen Blecheimer treffen, der stellvertretend für den "Geeger" stand. Zuvor wurden den Kandidaten die Augen verbunden und ihr Orientierungssinn durch mehrmaliges Drehen durcheinandergebracht. Auf Zurufe aus dem Publikum versuchten sie dann, den Eimer zu treffen. Ging der Wurf daneben, so ließ sich die Musik lediglich einige traurige Töne entlocken. Erst beim Treffer durch Patrick Prell gab es einen Tusch. Der "Geeger", ein prächtiger Hahn, war in der Nacht zuvor "organisiert" worden und wurde nach der Aktion auch wieder zurückgebracht.


Höchster Baum der Gegend

Nach diesen Anstrengungen zogen die Paare dann in das Festzelt, wo Christian und Carmen gemeinsam ihre Tanzkünste vor dem Publikum zum Besten gaben. Gemäß altem Brauch erhielt der Sieger beim "Maien rausdanzn" einen Krug, musste aber auch die Mitwirkenden aushalten. Die Siegerin konnte ein Kaffeeservice in Empfang nehmen. Irgendwann in der Früh war dann Kaffeetrinken angesagt.
Die Ortsburschen blickten auf eine gelungene Kirchweih zurück. Die Programmpunkte verliefen wie geplant. Sie stellten den höchsten Baum im Seebachgrund auf, und es gelang keinen Burschen aus der Umgebung, den Kirchweihbaum zu "schälen", im Gegensatz zu manch anderen Orten.