Glücklich mit pflanzlichen Alternativen

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Auch das geht ohne tierische Produkte: Der Supermarkt Veganz in Berlin hat zum Beispiel einen veganen Waldfrucht-Cheesecake im Sortiment. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa-mag
Auch das geht ohne tierische Produkte: Der Supermarkt Veganz in Berlin hat zum Beispiel einen veganen Waldfrucht-Cheesecake im Sortiment.  Foto: Monique Wüstenhagen/dpa-mag

Ohne Fleisch und Milch: Auch Veganer sind Genießer.

Den einen oder anderen Vegetarier hat wohl fast jeder Bundesbürger im Bekanntenkreis: Immerhin gibt es etwa sechs Millionen Menschen, die kein Fleisch essen. Noch immer Exotenstatus genießen dagegen Verbraucher, die auch auf Milch, Eier und alles verzichten, was daraus hergestellt wird sogenannte Veganer. Dass veganes Essen gesund und lecker ist, steht für Christian Vagedes außer Frage. Der 39-Jährige hat 2010 die Vegane Gesellschaft Deutschland in Berlin gegründet. Er lebt seit mehr als zehn Jahren vegan und ist weder abgemagert noch gesundheitlich angeschlagen. Seine Blutwerte und sein Nährstoffhaushalt, die er regelmäßig beim Arzt checken lasse, seien ebenfalls gut.
Tatsächlich sind es nicht nur überzeugte Veganer wie Vagedes, die tierproduktfreie Ernährung positiv beurteilen: "Es spricht absolut nichts dagegen, sich vegan zu ernähren. Wenn man auf eine ausgewogene Nährstoffzufuhr achtet, ist es sogar sehr gesund", erklärt Prof. Johannes Wechsler, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Ernährungsmediziner. So seien Veganer seltener übergewichtig und hätten durch ihre fett- und cholesterinarme Pflanzenkost ein geringeres Risiko, an Zivilisationskrankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck zu erkranken. Voraussetzung für ein gesundes, veganes Leben ist, nicht einfach drauflos zu essen. "Wenn ich vegan lebe, aber nur Junkfood zu mir nehme, ist das natürlich nicht gesund. Man muss sich schon ausgewogen ernähren", betont Vagedes. Im Grunde heißt das: viel frisches Obst und Gemüse, damit der Vitalstoffhaushalt stimmt. Hochwertige Kohlenhydrate, etwa aus Vollkorngetreide und Kartoffeln , ungesättigte Fette und ausreichend Eiweiß. Das bekommen Veganer etwa aus Hülsenfrüchten und Soja. Durch den Wegfall der tierischen Nahrungsmittel können sich aber Defizite ergeben: "Es kann zu einem Mangel an Eisen, Kalzium, Vitamin B12 und Vitamin D kommen", sagt Margret Morlo vom Verband für Ernährung und Diätetik.
Kümmern sich Veganer nicht um Ausgleich, habe das Folgen - etwa chronische Müdigkeit bei fehlendem Eisen oder brüchige Knochen bei Kalziummangel. Veganer sollte ihren Nährstoffstatus daher regelmäßig vom Arzt prüfen lassen.
Mit dem nötigen Hintergrundwissen wird aus dem Nährstoffminus aber wieder ein Plus: Fast jeder Bedarf lässt sich komplett über pflanzliche Lebensmittel decken. Oft geht es aber nicht allein darum, einen Nährstoffausgleich zu schaffen, sondern um pflanzliche Alternativen zu bestimmten tierischen Produkten.
Während das vor einem Jahrzehnt oft noch schwierig war, wenn es nicht gerade um den Butterersatz Margarine ging, ist das heute anders. Es gibt Milch aus Soja oder Getreide, Tofusteaks und -würste und zahlreiche vegane Käsesorten.
dpa-mag