Die 13 Frauen und ein Mann sind jetzt Gesundheits- und Krankenpfleger. Bemerkenswert an dem diesmal relativ kleinen Jahrgang: Gleich sechs der Absolventen haben für ihr hervorragendes Abschlusszeugnis bei der Examensfeier einen Staatspreis erhalten. Die Feier, bei der am Kulmbacher Klinikum sonst traditionell auch die Eltern, Angehörigen und Freunde der Kursteilnehmer dabei sind, fand dieses Jahr aufgrund der Corona-Pandemie nur in kleinem Kreis statt.

"Die Zeit des Lernens beginnt jetzt erst", sagte Oberin Mary-Ann Bauer zu den Absolventen. Sie erinnerte an die große Verantwortung, die Gesundheits- und Krankenpfleger in ihrem Beruf tragen. "Entscheidungen müssen gefällt und im Zweifel von einer Minute auf die andere überdacht werden." Der Pflegeberuf sei aufgrund der Corona-Krise deutlich mehr ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt.

Doch auch aufgrund der neu strukturierten Ausbildung in der Pflege habe dieses Berufsfeld Aufmerksamkeit gewonnen. Aus drei Ausbildungen sei im Zuge der Generalistik nun eine geworden. In Kulmbach sei dafür eigens ein Ausbildungsverbund gegründet worden, um die Ausbildungsziele bestmöglich umsetzen zu können. Das sei keineswegs selbstverständlich.

Landrat Klaus Peter Söllner sprach von einem besonderen Jahr, in dem die 14 jungen Menschen ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Söllner bedauerte, dass die Feier nicht wie sonst immer mit den Angehörigen stattfinden konnte. Aber dieses Jahr mit der Corona-Pandemie, die das gesamte öffentliche Leben bestimme, habe auch gezeigt, wie wichtig der Pflegeberuf ist, betonte Klaus Peter Söllner. "Das Ansehen des Pflegeberufs wandelt sich." Das Klinikum Kulmbach habe sich bislang während der Pandemie hervorragend geschlagen, sagte der Landrat. "Das war auch deshalb möglich, weil die Mitarbeiter ihre eigenen Belange oft hintenangestellt und sehr gute Arbeit geleistet haben. Unsere Mitarbeiter sind weit über das hinausgegangen, was sie mussten."

Das Klinikum in Kulmbach zähle zu den absoluten Stärken der Region. Gerade im Bereich der Pflege-Ausbildung habe man in Kulmbach noch viel vor, kündigte der Landrat an. Die neu eingeführte Generalistik und der Ausbildungsverbund, in dem das Klinikum und alle Träger der Wohlfahrtspflege im Landkreis vertreten sind, haben nach Söllners Worten die Grundlage für eine enge Zusammenarbeit gelegt. "Wir wollen in der Ausbildung zur Pflege noch weitere Meilensteine setzen." Das könne auch für die jetzigen Absolventen durchaus Perspektiven bieten. "Ihnen stehen die Wege in einem anspruchsvollen, aber auch schönen Beruf offen."

Auch Oberbürgermeister Ingo Lehmann gratulierte der Gruppe und unterstrich, dass die Anerkennung für die Pflege zugenommen habe. "Ihr tut Dienst am Menschen." Das zeige sich auch daran, dass der Pflegebereich zu den systemrelevanten Berufen gezählt wird.

Lisa Hotzelt und Theresa Schneider bedankten sich im Namen des gesamten Kurses für die gute Ausbildung. Mit 26 Teilnehmern sei der Kurs vor drei Jahren gestartet, acht haben ihre Ausbildung nicht beendet. "Es war eine lange Reise, auch manchmal mit schwerer See." Für 14 Passagiere auf dem Schiff sei nun der Zielhafen erreicht.

Sechs Staatspreise gingen an Marion Klausfelder, Helena Raßl, Theresa Schneider und Marion Will (jeweils 1,0) sowie Lisa Hotzelt und Anschi Kraft (jeweils 1,1). Lisa Hotzelt hat darüber hinaus auch das beste Prüfungsergebnis ihres Jahrgangs an der Berufsfachschule des Kulmbacher Klinikums erreicht. red