Den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses am Festplatz, einen lang gehegten Wunsch der Floriansjünger, treibt die Gemeinde Harsdorf jetzt energisch voran. Wenn nicht alles täuscht, wird die Gemeinde noch bis Ende dieses Jahres zumindest die Gründungs- und Fundamentarbeiten des ehrgeizigen 1,2-Millionen-Euro-Projektes zum Abschluss bringen.

Im Gemeinderat stieß der von Bürgermeister Günther Hübner (CSU) vorgelegte und sehr detailliert vorgetragene Bauentwurf am Dienstag jedenfalls auf einhellige Zustimmung. Als nächsten Schritt kündigte der Bürgermeister die Einholung von Honorarangeboten von Architektur- und Ingenieurbüros für die Haustechnik an. Eine Entscheidung über diese Aufträge soll in der März-Sitzung getroffen werden und im Rahmen einer Bürgerversammlung soll auch die Bevölkerung über dieses Projekt ausreichend informiert werden.

Bürgermeister Günther Hübner stellte zunächst fest, dass der Feuerschutz und damit die Ausstattung und der Unterhalt einer Feuerwehr zu den Pflichtaufgaben einer Gemeinde gehören: "Der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses wird in unserer Gemeinde und vor allem in unserer Freiwilligen Feuerwehr Harsdorf schon seit längerer Zeit diskutiert." Inzwischen habe sich der Gemeinderat auf den Standort für einen Neubau festgelegt, der am Rande des Festplatzes zum Erdwall an der Autobahn erfolgen soll. Feststeht für die Gemeinde Harsdorf ferner, dass das Projekt nur in mehreren Bauabschnitten und damit in drei bis vier Jahren zu verwirklichen ist, denn der Staatszuschuss, den die Gemeinde dafür bekommen wird, hält sich in Grenzen - genauer gesagt geht es um einen Zuschuss von 57 000 Euro pro Stellplatz, also um 114 000 Euro.

Der jetzige Planentwurf schließt auch bereits einen zweiten Stellplatz mit ein, setzt aber wiederum voraus, dass die Gemeinde verpflichtet ist, auch ein weiteres Fahrzeug anzuschaffen.

Neben den beiden Stellplätzen soll ein zweigeschossiger Gebäudetrakt mit einem geneigten Pultdach angegliedert werden. Im Erdgeschoss werden die Umkleide- und Sanitärräume sowie weitere Nebenräume untergebracht. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Obergeschoss, das nach dem vorgelegten Planentwurf einen Schulungsraum und WC-Räume enthält. Klar ist gegenwärtig nur, dass die Gemeinde dafür keine Förderung erhält. Die Ausbaukosten bezifferte Hübner auf rund 100 000 Euro; der Wunsch der Feuerwehr ließe sich nur dann verwirklichen, wenn diese Arbeiten in Eigenleistung bewältigt werden.

Wie Hübner aufzeigte, werden die Materialkosten bei 50 000 Euro liegen, die von der Gemeinde aufzubringen sind, die andere Hälfte der Ausbaukosten werde mit den Eigenleistungen abgedeckt.

An einen Ausbau ist aber vorerst nicht zu denken, wie Michael Hahn (CSU) feststellte, doch für seinen Fraktionskollegen Wilfried Löwinger war klar: "Wenn wir was bauen, dann bauen wir was Gescheites. Wir haben in der Gemeinde nur eine Feuerwehr, und die müssen wir auch vernünftig für die Zukunft ausrichten und dazu gehören auch zwei Stellplätze." Löwinger bedauerte freilich die vielen Vorschriften, mit denen die Gemeinde beim Neubau konfrontiert werde, um überhaupt staatliche Fördergelder beantragen zu können. Und was den Ausbau des Obergeschosses angeht, stellte er fest: "Wir entscheiden dann über einen Ausbau, wenn wir das Geld dazu haben."

Zweiter Bürgermeister Manfred Zapf (CSU) fragte nach der Einsparung, wenn auf ein Obergeschoss gänzlich verzichtet werde. Hier nannte Bürgermeister Hübner eine Zahl von mehr als 200 000 Euro. Für Andreas Stein (CSU), zugleich Vorsitzender der Harsdorfer Wehr, steht aber fest: "Wenn wir uns jetzt den Weg für einen Ausbau des Obergeschosses verbauen, dann ist er für die nächsten 100 Jahre verbaut."

Drei Vorschläge für Regionalbudget

Für das Regionalbudget 2021 wird die Gemeinde drei Projekte zur Förderung vorschlagen: die barrierefreie Zufahrt zur Aussegnungshalle mit geschätzten Kosten von 10 000 Euro, die Medienausstattung für den Saal im Gemeindezentrum mit Kosten von maximal 14 000 Euro und die Ausstattung des Bräuhauses. Beim Bräuhaus rechnet die Gemeinde mit Kosten von 15 000 Euro. Bürgermeister Hübner: "Bei dem Projekt geht es uns nur darum, den Fuß in die Tür zu bekommen."

Aus der nichtöffentlichen Sitzung gab Hübner bekannt, dass über das Förderprojekt "Höfebonus" ein weiterer Breitbandausbau mit Kosten von 127 000 Euro beschlossen wurde. Die Gemeinde erhält darauf einen Zuschuss von 115 155 Euro. Weiter berichtete Hübner, dass die Vermietung der ehemaligen Räume der VR Bank Oberfranken Mitte vor dem Abschluss stehen.

Umfassend stellte der Bürgermeister den Haushalt 2021 der Verwaltungsgemeinschaft Trebgast vor. Demnach müsse Harsdorf mit einer Verwaltungsumlage von 147 880 Euro rechnen. Im letzten Jahr waren es 152 063 Euro. Eine Investitionsumlage wird für 2021 nicht erhoben. Für den coronabedingten Ausfall an Gewerbesteuer erhielt die Gemeinde eine Zahlung von rund 104 000 Euro und die Schlüsselzuweisung beläuft sich für 2021 auf 329 440 Euro.