Das Überschwemmungsgebiet der Schorgast hat im Untersteinacher Gemeinderat für Diskussionen gesorgt, obwohl es sich hierbei um einen reinen Verwaltungsakt handelte.

Schon im Dezember 2013 war das Überschwemmungsgebiet im Amtsblatt bekanntgemacht worden. Es ist für ein 100-jähriges Hochwasser ausgelegt. Das Wasserwirtschaftsamt Hof hat inzwischen die aktuellen Erkenntnisse eingearbeitet und das Konzept angepasst. Im Februar stellte das Landratsamt der Gemeinde die Planunterlagen zu.

Rückhalteflächen erhalten

Durch die Ausweisung sollen Rückhalteflächen erhalten, das Risikobewusstsein bei Betroffenen geweckt und Maßnahmen zur Gefahrenabwehr eingeleitet werden. Außerdem geht es um den Erhalt der Gewässerlandschaft im Talgrund.

Laut Bürgermeister Volker Schmiechen (SPD) geht es um die Ermittlung und Darstellung einer von Natur aus bestehenden Hochwassergefahr. "Das Wasser fließt, wie es fließt", betonte er. Doch Thomas Rosenberger (UBG) wertete das Verfahren völlig anders. "Ein großer Teil des Überschwemmungsgebiets liegt im Bereich der Unteren Tradgasse. Alle Grundstückseigentümer in diesem Wohnbereich sind vom Hochwasser betroffen", monierte er. Bislang sei bei der Hochwasserfreilegung keine Gefahrenabwehr in ausreichender Form vorgenommen worden. "Der Hochwasserabfluss der Tradgasse erfolgt durch einen für Fußgänger begehbaren Kanal, der unter dem Eisenbahndamm hindurchführt. Vor Jahren wurde beim Tunnelausgang die Fahrbahn zu den Steinsilos stark erhöht, so dass ein natürlicher Abfluss des Wassers nicht mehr möglich ist", so Rosenberger. Er schlug vor, eine Rückschlagklappe einzubauen. Die Anwohner der Tradgasse würden ihre Einwände noch einzeln vorbringen.

Nach Rücksprache mit dem Ingenieurbüro BaurConsult wurden als Zwischenlösung Sandsäcke vorgeschlagen, die im Hochwasserfall eine Barriere bilden könnten. Volker Schmiechen hoffte, dass nach der Fertigstellung der Umgehung eine Verbesserung auftreten wird.

Alfred Vießmann (UBG) wollte die bewohnten Gebiete aus dem Überschwemmungsgebiet herrausnehmen. Reiner Seiffert (CSU) erläuterte noch einmal, dass es nur um die Ausweisung eines Gebiets gehe, welches von einem Hochwasser betroffen ist. "Dass Maßnahmen ergriffen werden, um die Situation zu verbessern, ist doch schon beschlossen", wandte auch Cornelia Wehner (SPD) ein.

Schließlich nahmen die Räte den Verordnungsentwurf zur Kenntnis. Nach Fertigstellung der Umgehung soll die Situation aber noch einmal neu bewertet werden.

Außerdem befassten sich die Gemeinderäte mit der Errichtung einer Löschwasserzisterne im Gewerbegebiet Untersteinach. Nötig ist diese, weil die Löschwasserversorgung für die Firma Eka nicht sichergestellt ist. Weil das Firmengebäude zweigeschossig ist, muss eine Löschwasserversorgung von 192 Kubikmetern pro Stunde für mindestens zwei Stunden sichergestellt sein. "Nach dem Ringschluss könnten wir 125 Kubikmeter gewährleisten, aber das reicht nicht", erklärte Schmiechen. "Wir müssen die Löschwasserversorgung sicherstellen. Das ist eine Aufgabe der Gemeinde", appellierte er an die Räte.

Sven Müller von BaurConsult bezifferte die Kosten für die Zisterne inklusive Bodenarbeiten und Anböschung auf 84 000 Euro.

Zisterne wird gebaut

Markus Weigel (FW-WGU) betonte, dass das Problem nicht neu sei. Außerdem verwies er auf das von Helmut Bergmann eingeholte Angebot, das nur bei 33 000 Euro liege. Schließlich beschlossen die Räte die Löschwasserzisterne und legten fest, dass die Arbeiten ausgeschrieben werden. Volker Schmiechen wurde ermächtigt, ein Grundstück zu suchen und die Verhandlungen zu führen. Außerdem soll bei den Planungen das von Bergmann eingeholte Angebot berücksichtigt werden.