Nach und aus Richtung Litzendorf - für den motorisierten Verkehr heißt das bald: nicht mehr durch Geisfeld. Mit 19:1 Stimmen hat der Strullendorfer Gemeinderat den Bau der Westumgehung beschlossen - sie soll den Ortsteil verkehrsmäßig zumindest partiell entlasten.

Fünf Jahre nach der Abstimmung gegen das ursprünglich angedachte Straßenduo hatte der Gemeinderat Ende Januar das mögliche Single-Projekt bereits andiskutiert. Weil West plus Süd Ende 2014 vor allem aus finanziellen Gründen abgelehnt worden war, bemühte sich der Rat seit dem Jahr 2018 fraktionsübergreifend ums Aufweichen der alten Doppel-Bauvorgabe und bekam vom Staatlichen Bauamt 2019 schließlich grünes Licht. West solo bauen, aber die Option aufs Duett offen lassen, so lautete die neue oberste Direktive, die eine möglichst satte Zustimmung ermöglichen sollte.

Kurz vor der Abstimmung servierte Bürgermeister Wolfgang Desel (CSU) noch neue Infos für die Öffentlichkeit: Laut Auskunft von Bauminister Hans Reichhart anlässlich einer Ortsbegehung Ende Januar fördert der Freistaat Bayern die Westumgehung Geisfeld mit 80 bis 85 Prozent der Baukosten und übernimmt damit den größten Anteil der circa 1,6-Millionen- Euro-Maßnahme. Hinzu kommt demnach eine Förderzusage über 12 Prozent der Planungskosten.

Sympathie für Teil-Projekt

Die schon im Vorfeld verkündete Sympathie für das Teil-Projekt zeigte sich im Abstimmungsergebnis. CSU, SPD und Neue Liste bekennen sich jeweils komplett zur finanziell und aufwandmäßig schlankeren Teillösung, die laut offizieller Ansage den landwirtschaftlichen Verkehr verlagern, das Thema Buswendemanöver entschärfen und die touristische Dorfentwicklung rund um Gastronomie und Hotellerie unterstützen soll.

Der Bürgerblock lieferte die einzige Gegenstimme: Ludwig Werner votierte nicht mit der Fraktion, weil er dem Beschluss in dieser Form nicht beipflichten könne. Der Zweite Bürgermeister begründete seine Entscheidung mit Bezug auf die vergangenen und anhaltenden Diskussionen um die Doppelumgehung: "Laut Verkehrsgutachten von 2014 ist zu wenig Frequenz in der Litzendorfer Straße für eine Umgehung. Ich habe nichts gegen eine Westvariante, wenn sie der Staat baut. Der eigentliche Sinn für Geisfeld - also eine Entlastung - ist allerdings nicht ersichtlich. Weil der Großteil des Verkehrs weiter durch Geisfeld rollt."

Verbalen Beifall erhielt Werner von Christian Weghorn (CSU), der sich für den Einwand bedankte und betonte, dass er immer die große Lösung als einzige Entlastung für Geisfeld propagiert habe. Er sehe seine Zustimmung zur Minimallösung als "Erbe für den neuen Gemeinderat, der nach der Kommunalwahl im März zeigen soll, dass mehr geht."

Erste konkrete Schritte

Mit der autarken Planung und dem Bau der Westumgehung soll die Gemeindeverwaltung laut Beschluss ab jetzt konkret loslegen. Laut Gemeindeverwaltung werden im ersten Schritt die verbindlich erklärten Grundstücksabtretungen notariell festgezurrt, die Kosten in den kommenden Haushalt eingestellt und Entwurfspläne erstellt.

Zum zeitlichen Ablauf gibt es bisher nur ein paar Eckdaten: Weil 2020 die Kanal-Restaurierung ansteht und 2021 die hierfür aufgegrabene Magdalenenstraße angemessen renoviert werden muss, ist laut Bürgermeister Wolfgang Desel nicht vor dem Jahr 2022 mit dem Beginn der eigentlichen Bauarbeiten zu rechnen.