Veronika Schadeck

Um für sinnvolle Projekte Fördergelder zu bekommen, sind manchmal Geduld und Verhandlungsgeschick notwendig. Das wurde in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend deutlich, in der die Neugestaltung des Kirchplatzes großen Raum einnahm.
Zu diesem Projekt gehören neben dem eigentlichen Platz auch die Mauern am Pfarrhaus sowie am Privatanwesen der Familie Schardt. Die Gemeinde ist gewillt, 50 Prozent der Kosten zu übernehmen, da sie über die Städtebauförderung auf Zuschüsse von bis zu 90 Prozent hoffen kann.
Ingenieur Peter Kropf wies darauf hin, dass die Mauer am Pfarrhaus im Laufe der Zeit verrutscht sei. Sie müsse komplett rückgebaut und auf einem neuen Fundament mit Sandsteinen vernünftig wieder aufgebaut werden. Kropf ging von Investitionskosten von 40 000 Euro aus. Er betonte die Notwendigkeit dieser Maßnahme, da kein entsprechendes Fundament am Pfarrhaus vorhanden sei.
Edith Memel (Grüne) fragte, ob auch ein Handlauf mit angebracht werden könne, um älteren und behinderten Bürgern den Zugang zur Kirche und zu den Märkten zu erleichtern.
Bürgermeister Hans-Peter Laschka (CSU) sprach sich dafür aus, den Handlauf gleich in die Ausschreibung mit aufzunehmen. Zudem wies er auf ein Gespräch mit der Regierung von Oberfranken hin. Isabel Strehle vom Sachgebiet Städtebau habe angeregt, auch gleich den Jägerzaun mit zu erneuern. Der Gedanke des Bürgermeisters war, dass jeweils 50 Prozent der Kosten von der Kirche und der Gemeinde übernommen werden, wobei die Gemeinde im Rahmen des Städtebaus entsprechende Zuschüsse erhalten wird.


Für die Kirche zu teuer

"Das sind alles Dinge, die ich nicht entscheiden kann", so Pfarrer Burkhard Sachs. Die ervangelische Kirchengemeinde Mitwitz könne die Summen nicht stemmen. Die Landeskirche habe zwar für die Sanierung von Pfarrhäusern Rücklagen gebildet. Aber diese Höhe werde nicht genehmigt. Einen Handlauf mit anzubringen, könne sich die Kirche nicht leisten.
Peter Kropf brachte die Überlegung ein, den am Pfarrhaus befindlichen Hydranten zu verlegen, um somit Kosten zu sparen. Das erachtete der Bürgermeister wegen der Sicherung des Löschwassers als schwierig.
Außerdem befürchtete Laschka, dass die Regierung die Sanierung des Zauns und den Anbau eines Handlaufs als Förderkriterium sehen könnte.
Letztendlich kam das Gremium überein, nur die Mauer auszuschreiben und die Ergebnisse abzuwarten. Erst danach will man über Handlauf und Zaun entscheiden.


"Da habe ich Bauchschmerzen"

Beim Privatanwesen von Reiner und Gisela Schardt muss ebenfalls die Mauer zurück- und neu aufgebaut werden. Den Planungen zufolge sollen dort zwei Ebenen mit Metallverkleidung und Begrünung entstehen. Peter Kropf ging hier von Kosten in Höhe von 29 000 Euro aus. Das Gremium kam überein, sich mit 50 Prozent der Kosten zu beteiligen und die staatliche Förderung dafür in Anspruch zu nehmen.
Zuvor hatte der Bürger Rudolph Bauersachs nach dem Breitbandausbau gefragt. Er habe die Informationen, dass seine Wustung nicht angeschlossen werden soll. "Da habe ich Bauchschmerzen", sagte er.
Hier wies Hans-Peter Laschka darauf hin, dass die Gemeinde vorhandene Restmittel für die Erschließung der Wustungen einsetzen wolle, die bei den ersten Planungen ausgeschlossen waren. "Jede Wustung wird Breitband bekommen", versicherte er, bat allerdings die betroffenen Bürger um Geduld.
Ein anderes Thema war die Umleitungsstrecke Breitenseeweg. Diese ist wegen des nächsten Bauabschnitts in der Kronacher Straße notwendig, um den Kraftfahrern lange Umwege zu ersparen. Ein Problem sah der Bürgermeister darin, dass die Regierung von Oberfranken dem Aufbringen einer Asphaltdecke kritisch gegenübersteht. Oliver Schwämmlein (CSU) äußerte seine Hoffnung, dass die Regierung ein Einsehen haben werde, zumal dieser Weg auch von Schülern und Fußgängern stark frequentiert werde.
Ralf Holzheimer (SPD) ergänzte, dass die Strecke auch als Umleitung für Busse und Rettungsfahrzeuge diene. Er gehe davon aus, dass rund 5000 Fahrzeuge pro Tag den Breitenseeweg nutzen. "Wir werden vom Landratsamt keine Umleitungsstrecke genehmigt bekommen, wenn der Breitenseeweg nicht asphaltiert wird", sprach Laschka die Problematik an. Er will nochmals mit Nachdruck bei der Regierung von Oberfranken auf die Notwendig hinweisen.
Hans-Peter Laschka erwähnte noch eine Unterschriftenaktion. 212 Bürger hätten sich für den Erhalt der Fußgängerampel am Kirchplatz angesprochen. Diesem Wunsch schloss sich das Gremium einstimmig an.