Josef Hofbauer Ein ganzes Jahr lang gehören die gelben Säcke voller Plastikmüll noch zum gewohnten Straßenbild. Mit ihnen auch der Müll, der sich - umhüllt von einem gelben "Hauch von Nichts" - auf der Straße verteilt, denn die gelben Säcke, die 2010 mit Abschaffung des "Bring-Systems" im Landkreis Forchheim eingeführt wurden, reißen oft bereits beim Abtrennen von der Rolle. Die Lösung des Problems: Die gelbe Tonne. Sie soll zum 1. Januar 2021 eingeführt werden.

Dies haben die Mitglieder des Kreis-Umweltausschusses bereits im Mai dieses Jahres beschlossen. In der jüngsten Sitzung hat sich dieses Gremium erneut mit dem Thema gelbe Tonne befasst. Gefordert wird die Leerung in einem zweiwöchigen Turnus. Möglich gemacht hat die Umstellung, das seit Januar dieses Jahres geltende neue Verpackungsgesetz, das den Kommunen erlaubt, dem Entsorgungsträger vorzugeben, wie die Verpackungsabfälle gesammelt werden sollen. Dabei sprachen sich die Vertreter sämtlicher Parteien für die gelbe Tonne aus. Der gelbe Sack wird zum Fall für die Tonne.

Mangelhafte Qualität

Bisher ist es nahezu unmöglich, eine spitze Plastik-Verpackung in dem filigranen Behältnis zu entsorgen. Scharfe Kanten bohren sich in das hauchdünne Material und schon klafft ein langer Riss. Der Müll quillt heraus, der Sack ist unbrauchbar.

Wer versucht, den gefüllten gelben Sack aus der Verankerung des Müllständers zu befreien, muss mit äußerster Vorsicht zu Werke gehen. Ein falscher Griff und schon verteilen sich Joghurt-Becher, Dosen, Tetrapacks, Shampoo-Flaschen und Spraydosen auf dem Boden. Ein weiterer gelber Sack ist fällig, um den Inhalt des ersten zur Abholung bereitstellen zu können.

Die Abholung des Kunststoff-Mülls ist mit keinen weiteren Kosten verbunden, denn dafür haben die Kunden bereits beim Kauf der Waren bezahlt. Dies unterstrich Heinrich Kögel, Fachbereichsleiter der Abteilung Abfallwirtschaft am Landratsamt Forchheim. Das habe mit der Wertstoffentsorgung des Landkreises nichts zu tun. Zuständig für das Erfassungssystem seien allein die Systembetreiber.

Alle zwei oder alle vier Wochen?

Wichtig ist den Mitgliedern des Umweltausschusses der Entsorgungszyklus. Während die gelben Säcke nur einmal im Monat abgeholt werden, dringt der Landkreis bei der Umstellung auf die gelbe Tonne auf eine Leerung alle 14 Tage. Der Betreiber will allerdings an einer monatlichen Abholung festhalten. Ein kürzerer Entsorgungszyklus sei "wirtschaftlich nicht tragbar" und wegen des vermehrten Lkw-Verkehrs "ökologisch zweifelhaft", argumentiert der Betreiber.

Darüber werde verhandelt, informierte Heinrich Kögel. Er machte aber auch deutlich: Der Landkreis kann dem Entsorger vorschreiben, wie oft die gelbe Tonne zu leeren ist. Die Vorgabe sei zulässig und rechtlich begründbar.