Das Fränkische-Schweiz-Museum in Tüchersfeld zeigt ganz besondere Objekte. Eines davon stammt aus einem für die Region wichtigen Berufsfeld, nämlich dem Brauwesen. Es handelt sich um den geheimnisvollen Braustern.

Der Bierbrauer des Ortes stand in seiner Braustube an seinem großen Kessel über dem offenen Feuer. Eifrig rührte er den Sud. Es war eine anstrengende Arbeit, die viel Erfahrung erforderte.

Außerhalb der Braustube rochen die Dorfbewohner schon den Duft, den der Sud verströmte. Bei ihnen stieg die Vorfreude. Bald gibt es, nach Wochen des Wartens, endlich frisches Bier im Ort. Seitdem die Backstube neben dem alten Brauhaus aufgemacht hat, verbesserte sich sogar die Qualität und der Geschmack des Bieres vom alten Braumeister.

Gebannt warteten die Dorfbewohner auf das Zeichen. Dann endlich hängte der Brauer einen sechszackigen Braustern gut sichtbar an seine Hauswand. Das war es - das sehnsüchtig erwartete Zeichen. Jetzt wird in diesem Haus Bier ausgeschenkt.

Brauen war schon ein geheimnisvoller Vorgang. Der Brauer nutzte, um Bier herzustellen, die Elemente Feuer, Wasser und Luft sowie die drei Materialien Malz, Hopfen und Wasser. Insgesamt benötigt er also sechs Dinge um seine Köstlichkeit herzustellen.

Vielleicht hat sich aufgrund dieser geheimnisvollen Mischung spätestens ab 1425, von da stammt nämlich der älteste bildliche Beleg, das alchemistische Zeichen des sechszackigen Sternes für die Brauer, eben der Braustern, etabliert. Noch heute ist er bei einigen vor allem süddeutschen Brauereien im Etikett abgebildet.

Der Stern ist im Fränkische-Schweiz-Museum in einer kleinen Abteilung zur Bierkultur ausgestellt.

Einen Videobeitrag mit weiteren Hintergründen finden Interessierte auf dem YouTube-Kanal der Einrichtung in der Reihe "Streifzüge durch das Fränkische Schweiz-Museum". Mehr Infos unter www.fsmt.de. red